Forchheim

Ab Sommer wird im Forchheimer Süden umgebaut

Die Rotation zwischen Siemens Healthineers, Baywa und Bauhof im Forchheimer Süden läuft noch immer nicht ganz rund. Doch hat die Firma Siemens bereits die Grundsteinlegung für ihre "Fabrik der kurzen Wege" im Blick.
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Das Stadtbild im Forchheimer Süden  wird sich ab Sommer gewaltig verändern. In den nächsten drei Jahren investiert Siemens Healthineers hier 350 Millionen Euro. Der städtische Bauhof und die Firma Baywa (beide links im Bild) werden ihre Standorte aufgeben.  Foto: Ronald Rinklef
Das Stadtbild im Forchheimer Süden wird sich ab Sommer gewaltig verändern. In den nächsten drei Jahren investiert Siemens Healthineers hier 350 Millionen Euro. Der städtische Bauhof und die Firma Baywa (beide links im Bild) werden ihre Standorte aufgeben. Foto: Ronald Rinklef

In diesem Jahr bahnen sich Veränderungen an, die das Stadtbild im Forchheimer Süden grundlegend verändern werden. Ab dem Sommer wird im Gewerbegebiet An der Lände die Baustelle eingerichtet - und dann wird Siemens Healthineers in den nächsten drei Jahren 350 Millionen Euro investieren.

Doch in den vergangenen Wochen hatte sich in der Stadtpolitik Unruhe verbreitet. Denn die Healthineers-Planung hängt davon ab, dass die Baywa ihr Firmengelände An der Lände 3 räumt. Dies wiederum schien zuletzt immer komplizierter zu werden; weil der Stadtrat den Baywa-Wunschstandort (in Sigritzau) verweigert hatte; und weil der Ausweichstandort südlich von Sandäcker noch nicht unter Dach und Fach ist.

Kanäle werden bereits verlegt

Muss sich demnach Siemens Healthineers darauf einstellen, die Erweiterung im Süden zu verschieben? Denn sie hängt von der sogenannten großen Rotation ab: Solange Baywa und städtischer Bauhof ihre Standorte An der Lände nicht geräumt haben, kann Siemens Healthineers dort keine neue Fabrik bauen.

Heiko Jahr, der Sprecher der Siemens Healthcare GmbH, betont, dass die Baywa-Zusage stehe: "Wir sind im Plan." Die erste "Infrastrukturmaßnahme", nämlich die Verlegung der Wasserkanäle, habe bereits im Dezember begonnen.

Demnach gehen die Healthineers-Planer davon aus, dass der Tiefbau im September beginnt. "Die Grundsteinlegung für die ganze Baustelle ist im Herbst geplant", sagt Heiko Jahr. Der Rohbau könne dann ab November hochgezogen werden. Die Fertigstellung sei für das Frühjahr 2023 vorgesehen.

Was die verzwickte Standortsuche der Firma Baywa betrifft, zeigt sich Heiko Jahr zuversichtlich: "Wir sind in guten Gesprächen mit der Baywa. Die erste Phase der Grundstücksübergabe ist Anfang 2021 geplant." Und, betont der Presse-Sprecher: "Sollte es seitens Baywa zu Verzögerungen beim Wegzug geben, sind wir gesprächsbereit."

Allerdings wirkte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) im Dezember im Stadtrat diesbezüglich angespannt: Der Zeitrahmen für die Baywa-Umsiedlung sei sehr eng und noch immer fehlten notarielle Beschlüsse.

Ob sich das geändert hat, darüber ist aktuell nichts zu erfahren. Dem FT sagte Baywa-Sprecherin Antje Krieger kurz vor dem Jahreswechsel lediglich: Da das ursprünglich geplante Bauvorhaben eingestellt wurde "und wir uns neu orientieren mussten, haben wir selbstverständlich Zeit verloren." Jedoch befinde man sich "in sehr konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten, um die von der Baywa geplante Investition in Forchheim tätigen zu können".

Christoph Zindel jedenfalls strotzt geradezu vor Zuversicht, was die Siemens-Perspektive in Forchheim betrifft. Zindel verantwortet im Healthineers-Vorstand die Geschäftssegmente "Imaging und Advanced Therapies". In einem Gespräch mit Journalisten zog er zum Jahresende eine beeindruckende Bilanz: 2019 habe Healthineers das Wachstum um sechs Prozent auf 14,5 Milliarden Euro gesteigert. Der Gewinn sei um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Durch die 350-Millionen-Euro-Investition in die Röhren- und Generatoren-Produktion entstehe in Forchheim eine "Fabrik der kurzen Wege", betonte Christoph Zindel. Für ihn ist diese neue Fabrik Teil einer Medizintechnik, die den "Patienten als Konsumenten" im Blick habe.

Christoph Zindel erinnerte an eine alarmierende Zahl der WHO: 50 Prozent der Weltbevölkerung stehe überhaupt keine Gesundheitsvorsorge zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund kämen neuen medizinischen Techniken wie etwa der "Scan Unterstützung aus der Ferne" immense Bedeutung zu.

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