Hundsboden

Zwei Franken tuckern mit Traktor durchs Gebirge

Mit ihren alten Fahrzeugen erklimmen zwei Franken einen 2757 Meter hohen Pass in Südtirol.
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Die Franken unterwegs im Gebirge Fotos: privat
Die Franken unterwegs im Gebirge Fotos: privat
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Wo ein Wille, da ein Weg: So könnte man auch das Unterfangen von Rolf Kimberger und Hermann Vogel sehen. Beide sind leidenschaftliche Teilnehmer von Oldtimer-Traktortreffs, fast kein Weg ist ihnen zu weit. Deshalb nahmen sie auch jetzt wieder begeistert an der 4. Stilfserjoch-Oldtimer-Traktortour teil.

Beide kommen aus beruflich ganz unterschiedlichen Richtungen. Vogel ist Tankstellenbesitzer in Egloffstein. Ihn begleitete Winfried Keilholz aus Urspring. Kimberger, seines Zeichens Schulamtsdirektor aus Unterfürberg bei Fürth. Er hält sich aber gern und viel in der Freizeit in seiner Wahlheimat Hundsboden auf, er ist Heger und Pfleger der Natur.


Reizvolle Momente

Traktoren gehören da dazu, wenn auch nicht immer als Oldtimer. Kimberger Frau Hanne teilt das Hobby und war auch jetzt bei der Tour dabei.
Am Vortag gab es nach der Ankunft in Brad in Südtirol zur Einstimmung eine kleine, aber reizvolle Rundfahrt durch den Vinschgau. Schafft es der Eicher Leopard - ein Zylinder, 15 PS, Baujahr 1961 - auf luftige 2757 Meter Höhe, wo die Luft schon ziemlich dünn wird? Das fragte sich Kimberger. Einen Porsche Junior Porsche mit 14 PS und dem Baujahr 1958 besitzt Vogel. Das Stilfserjoch bot ihnen eine echte Herausforderung.

Die Fahrt bot den beiden Franken viele reizvolle Momente. Dementsprechend begehrt ist auch die Teilnahme an dieser Rundfahrt. Es gab nur ein kurzes Zeitfenster im Januar für die Anmeldung von maximal 400 Traktoren. Die Teilnehmer trafen sich aus 14 Ländern in ganz Europa in prad/Südtirol. Es galt einen Höhenunterschied von 1827 Metern zu bewältigen. Bis auf 1450 Metern werden die ersten elf Kilometer im Konvoi gefahren, dann startet der eigentliche Wettbewerb.

Die teilnehmenden Traktoren verfügten aber ein breitgefächtertes Leistungsvermögen. Dementsprechend kommen die Vehikel der Franken bei der Bewältigung der 48 Kehren bis zum Pass mächtig ins Schnaufen. Die Alpenstraße ist in dieser Zeit weiterhin für alle Verkehrsteilnehmer offen. Autos, Omnibusse, Fahrradfahrer und Jogger finden sich auf der gleichen Spur. Die Steigung und die Enge des Weges verlangen Geduld und Rücksicht.
"Du fährst langsam an, siehst jedes Detail unterwegs, genießt immer wieder das faszinierende Panorama der Bergwelt", erinnert sich Kimberger. Die Sonne meinte es gut, andererseits holte die Fahrer immer wieder auch die Kühle des Waldes in der unteren Hälfte der Auffahrt ein. Es ist die Reduzierung auf die unmittelbare Umgebung, die Landschaft und die Menschen, die das Besondere der Ausfahrt ausmachen.

Die beiden Teams mit der Frankenfahne am Oldtimer haben die hohe Alpenstraße am Ende tatsächlich erklommen. Die Wertungsgrundlage ist dem Charakter der Traktor-Tour entsprechend: Gewonnen hat der, der der mittleren gemessenen Zeit am nächsten kommt. Auch hier gilt: Geschwindigkeit ist längst nicht alles

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