Forchheim
Studie

Wirtschaftsstärke: Forchheim auf Platz 166 in Deutschland

Das Wirtschaftsmagazin "Focus Money" listet Forchheim im bundesweiten Ranking über die Wirtschaftsstärke von Städten und Landkreisen im Mittelfeld. In Oberfranken liegt der Kreis auf Rang 2.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Josef Hofbauer
Foto: Josef Hofbauer
Einmal im Jahr gewichtet die Zeitschrift"Focus Money" Städte und Landkreise nach Arbeitslosigkeit, Wachstum, Wertschöpfung und Einkommen, nach der Bevölkerungsentwicklung und Investitionen der Unternehmen pro Mitarbeiter. In dieser Rangliste (Grafik rechts) liegt Forchheim bundesweit auf Platz 166 von 382 Kommunen, gleichauf mit Fürth.

Zum Vergleich: In Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern wäre Forchheim mit seinen Kennzahlen Klassenprimus, im Saarland Zweiter und in Sachsen Dritter.


Ein Trend

Doch wie aussagekräftig sind diese Zahlen, was bedeuten sie für den Landkreis oder den Regierungsbezirk Oberfranken? "The trend ist your friend", zitiert Andreas Rösch, Wirtschaftsförderer des Landkreises Forchheim, eine Börsenweisheit. Er freut sich über das gute Abschneiden Forchheims, das in der Liste der wirtschaftsstärksten Regionen Oberfrankens immerhin Platz 2 hinter Bamberg belegt und Coburg, Kulmbach, Hof, Kronach und Lichtenfels ebenso wie Kitzingen und Bad Kissingen (Unterfranken) zum Teil weit hinter sich lässt.
So spiegle das Ranking die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung recht gut wieder. Für Andreas Rösch das Ergebnis der Standortvorteile, die in den letzten Jahren konsequent genutzt worden seien. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg in den letzten zehn Jahren von 26 000 auf 29 000. Das zeuge von Wachstum, den die Betriebsansiedlungen der Logistiker bestätigen.


Lebensqualität genauso wichtig

"Wäre die Exportquote der im Landkreis Forchheim erzeugten Güter von nahezu 60 Prozent mit einbezogen worden, lägen wir noch weiter vorne", ist Rösch überzeugt. Als Wirtschaftsförderer unterstreicht er besonders die Vielfalt der Betriebe. "Wir sind da sehr breit aufgestellt und so krisensicherer als andere Kommunen", findet Rösch, der bei Gesprächen über Betriebsansiedlungen zunehmend die weichen Standortfaktoren in den Mittelpunkt stellt. Die würden bei dem Ranking von "Focus Money " überhaupt nicht berücksichtigt, seien aber von enormer Bedeutung. Auch das Wohnumfeld müsse stimmen, die Menschen müssen sich wohl fühlen, unterstreicht der Wirtschaftsförderer. Die Lebensqualität müsse das Standortmarketing ergänzen.

Christi Degen, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken (IHK), bezeichnet die Aussagekraft solcher Rankings wie dem von "Focus Money" als "begrenzt". Berücksichtigt werde nur die Entwicklung innerhalb eines Jahres und dies für Indikatoren, die schnell und bundesweit verfügbar seien. Die Gesamtplatzierung sei somit nicht besonders aussagekräftig.


Kein Grund zum Pessimismus

Gerade bei der Investitionstätigkeit gebe es von Jahr zu Jahr bei den Unternehmen größere Schwankungen, die eine Platzierung verfälschen könnten. Somit sei die Tatsache, dass manche Landkreise Oberfrankens im hinteren Drittel des Rankings platziert sind, kein Grund zum Pessimismus.

"Tatsache ist, dass sich in Oberfranken und seinen Teilregionen seit Jahren eine positive Entwicklung beobachten lässt", unterstreicht die IHK-Hauptgeschäftsführerin. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nehme stetig zu und die Arbeitslosenquote sei in den letzten zehn Jahren von zehn auf unter vier Prozent gesunken.

Die Wirtschaft investiere in die Standorte vor Ort und der Bevölkerungsrückgang in Oberfranken habe sich zuletzt abgeschwächt. Anzeichen, die unabhängig vom Platz des Rankings positiv stimmten. Christi Degen verweist auch darauf, dass in Oberfranken trotz eines nominal nur durchschnittlichen Einkommens, "der Euro bei uns mehr wert ist, als anderswo".

Werner Oppel, Vorsitzender der Kreishandwerkskammer Forchheim sieht in dem Ranking das oberfränkische Nord-Süd Gefälle bestätigt. Und er unterstreicht für die Handwerkerschaft den Aufwärtstrend in der Region. Der exakte Platz im bundesweiten Ranking sei da von sekundärer Bedeutung.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren