Wimmelbach

Wimmelbach wehrt sich gegen die vielen Laster

In Wimmelbach will eine Bürgerinitiative endlich mehr Druck auf die politischen Entscheidungsträger ausüben. Ihr Ziel ist es , den Durchgangsverskehr im Ort deutlich zu reduzieren.
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An der Bushaltestelle rauschen die Lkws vorbei. Die Wimmelbacher sehen die Kinder dadurch gefärdet.Fotos: Erlwein
An der Bushaltestelle rauschen die Lkws vorbei. Die Wimmelbacher sehen die Kinder dadurch gefärdet.Fotos: Erlwein
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Einige Menschen in Wimmelbach haben sich zu einer Bürgerinitiative formiert. Sie eint, dass sie den zunehmenden Straßenverkehr in ihrem Ort nicht mehr länger hinnehmen wollen. Im gut gefüllten Sportheim hat sich die neue Bürgerinitiative B 470 (BIB 470) nun der Öffentlichkeit vorgestellt.
Auch aus der benachbarten Ortschaft Oesdorf waren einige Interessierte gekommen. Sie haben seit der Öffnung der Forchheimer Südumgehung genauso mit dem Straßenverkehr zu kämpfen. Zum Vorsitzenden der BIB 470 ist Herbert Stilkerich gewählt worden. Ihm zur Seite als Stellvertreter stehen Roland Wolf und Richard Geiger. Schriftführerin ist Ottilie Kupfer und Pressewart Roland Kraus.
Insbesondere der zunehmende Schwerlastverkehr auf der mitten durch den Ort führenden Staatsstraße ist vielen Wimmelbachern ein Dorn im Auge. "Wir müssen handeln, schon unserer Kinder wegen.
Auch dann, wenn das Ganze länger dauern sollte", ließ Stilkerich keinen Zweifel an der Entschlossenheit seiner Mitstreiter. Dafür gab es lauten Beifall. Das motivierte Stilkerich offenbar dazu, verbal nochmals einen draufzusetzen. "Es wird einem Himmelangst, wenn in der Früh der Verkehr anrollt."

Die BIB 470 hat inzwischen schon einen Katalog mit Forderungen formuliert. Der hat zum Ziel, zunächst die Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge zu reduzieren. Er beinhaltet ferner Tempo- 30-Zonen bei den Bushaltestellen, eine Ge-schwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 bei den Ortseinfahrten, verstärkte Geschwindigkeitskontrollen sowie einen Einsatz von Dauerblitzern in der Ortschaft. Auch eine Maut-Pflicht für die B 470 hat die Bürgerinitiative ins Auge gefasst. Allerdings macht man sich in diesem Punkt keine Illusionen darüber, das tatsächlich in absehbarer Zeit durchsetzen zu können.
Mit einer Unterschriftenaktion in den nächsten Wochen will die BIB 470 möglichst viele Unterstützer finden. "Wir werden von Haus zu Haus gehen", sagte Stilkerich.

Zeidler kritisiert den Freistaat

Da Landtags-, Bundestags- und auch Kommunalwahlen anstehen, wähnt auch Roland Kraus die Gelegenheit, politischen Einfluss nehmen zu können, günstig. Der Druck auf die politischen Entscheidungsträger sollte aus diesem Grund jetzt erhöht werden.
Bei der anschließenden Diskussion meldete sich auch Peter Münch aus Oesdorf zu Wort: "Ich vermisse die Forderung nach einer Ampel für eine gefahrlose Querung der Staatsstraße in den Ortschaften." Auch dies wurde anschließend in den Forderungskatalog mit aufgenommen. Rudi Zeidler, ehemaliger dritter Bürgermeister der Gemeinde Hausen, riet dazu, die Forderung nach einer Ortsumgehungsstraße nicht aus den Augen zu verlieren. "Schon vor 30 Jahren haben wir uns darum bemüht. Es gab auch schon mal konkrete Pläne, wo sie verlaufen soll", so Zeidler.
Stellvertretender Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) hielt sich zugute, in dieser Angelegenheit schon viel versucht zu haben: "Aber der Freistaat Bayern sträubt sich."
Zimmer war es auch, der der BIB 470 die Zahlen der durchfahrenden Fahrzeuge zukommen hat lassen. Waren es 2010 noch 6000 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden, wuchs die Belastung im Jahr 2012 auf 7700 Fahrzeugen an. Die Prognose für 2015 sieht eine Steigerung auf 8500 vor.

"Wir müssen zusammenhalten"

Stilkerich hatte sich dazu informiert: "Das ist jedoch alles unter dem Durchschnitt was eine Bundesstraße auf sich nehmen kann, soll und muss." Er sieht auch eine Umgehungsstraße als das Hauptziel seiner Bemühungen. Große Hoffnungen auf eine schnelle Umsetzung hat er allerdings nicht. "Wir werden das vielleicht nicht mehr erleben. Aber hoffentlich unsere Kinder", sagte er.
Jetzt gelte es erst einmal, die unmittelbaren Forderungen durchzusetzen. Durch das Aufstellen von Protestplakaten und Aktionen wie parkende Autos in der Ortsdurchfahrt als "Verkehrsbremser" soll diesen Gewicht verliehen werden. "Wir sind auf uns gestellt und müssen zusammenhalten", gibt sich Stilkerich kämpferisch, ob der bislang leeren Versprechungen politischer Vertreter.
Zwar haben MdL Eduard Nöth (CSU) und Landrat Reinhardt Glauber (FW) erst kürzlich kundgetan, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer vor den Ortseinfahrten zu installieren. "Doch passiert ist bis heute nichts", schimpfte Stilkerich.
Auf Nachfrage bat Glauber um Geduld: "Wir haben eine Anordnung zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 erlassen. Vor etwa drei Wochen hat jedoch das Straßenbauamt Bamberg dagegen Widerspruch eingelegt. Jetzt liegt das Ganze zur Entscheidung bei der Regie-rung. "
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