Forchheim
Wettbewerb

Wettrennen um BRK-Heim in Forchheim hat begonnen

Ab Samstag ist das Gebäude in der Hainbrunnenstraße auf dem Markt. Die Chance, dort ein Schülerwohnheim einzurichten, ist jedoch seit Mittwoch passé.
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Ende Juni wird der BRK-Kreisverband über die künftige Nutzung des Seniorenheimes in der Hainbrunnenstraße entscheiden. Sicher ist: Das geplante Schülerwohnheim wird hier nicht entstehen.  Foto: Josef Hofbauer
Ende Juni wird der BRK-Kreisverband über die künftige Nutzung des Seniorenheimes in der Hainbrunnenstraße entscheiden. Sicher ist: Das geplante Schülerwohnheim wird hier nicht entstehen. Foto: Josef Hofbauer
Die Sparkasse hat den Auftrag, das BRK-Heim in der Hainbrunnenstraße meistbietend zu verkaufen. Ab Samstag wirbt der Makler in Zeitung und Internet. Über den geschätzten Wert des Seniorenheimes schweigt Birgit Kastura. "Aber es gibt schon Interessenten", sagt die BRK-Kreisgeschäftsführerin.
Klar ist seit Mittwoch, dass der Landkreis nicht mehr zu den Interessenten zählt. Im März hatte der Kreis-Ausschuss erwogen, das Seniorenheim zu einem Schülerwohnheim umzurüsten; die Nutzung des alten Gebäudes in der Hainbrunnenstraße war als Alternative zum Neubau eines Wohnheims im Norden der Stadt im Gespräch.
Ob denn das BRK-Heim als Alternative nicht mehr diskutiert werde? Dies fragte Sebastian Körber (FDP) im Bauausschuss des Kreises am Mittwoch. "Wir haben uns drei Monate Zeit gegeben, doch es liegt kein Ergebnis vor", sagte Landrat Hermann Ulm (CSU). Daher werde man jetzt "konsequent sein und den alten Beschluss auflegen". Dieser Beschluss sieht zwei Alternativen vor. Entweder: Bau eines Wohnheimes mit Mensa nach einem Architekten-Wettbewerb. Oder: Bau des Projektes unter Beteiligung der Baubehörde des Landkreises.

BRK-Heim, ein "Fremdkörper"

Der Bauausschuss entschied sich einstimmig für den Architektenwettbewerb. Mehrkosten entstünden dadurch wohl kaum, meinte Kreisbaumeister Walter Neuner. Allerdings gab Hermann Greif (CSU) erneut zu bedenken, dass eine sinkende Zahl von Berufsschülern dem Landkreis ein Wohnheim mit leeren Räumen bescheren könnte.
Doch die Mehrheit folgte dann der Einschätzung von Landrat Ulm: Wenn der Berufsschulstandort Forchheim erhalten werden soll, müsse schleunigst ein Wohnheim gebaut werden; zugleich müsse flexibel für alternative Nutzungen geplant werden. Wie Martin Haendl (Leiter des Bildungsbüros) vorschlug, müsste das Wohnheim so konzipiert werden, dass es auch als Jugendherberge oder als Wohngruppe für Jugendliche nutzbar wäre.

Warum aber das BRK-Gebäude als Standort für ein Schülerwohnheim beinahe lautlos aus der Diskussion verschwand, das wurde am Mittwoch nicht deutlich. Hermann Ulm hatte lediglich gesagt, dass von dem potenziellen Investor, der die Sanierung prüfen wollte, kein Angebot vorgelegt wurde.
BRK-Kreisgeschäftsführerin Kastura wiederum sagte am Donnerstag, dass seitens des Landratsamtes "keiner auf uns zugekommen ist". Von der Dreimonatsfrist der Kreispolitiker habe sie nur aus der Zeitung erfahren. Doch diese Frist wäre ohnehin zu knapp gewesen, betont sie. Der Verkauf des BRK-Objektes in der Hainbrunnenstraße werde nicht in Forchheim entschieden. "Da finden Diskussionen auf Bezirks- und dann auf Landesebene statt. Das Wertgutachten war nur der erste Schritt, jetzt muss ein Markt hergestellt werden."

Eduard Nöth, der stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende, sprach gestern von "unterschiedlichen Lösungsansätzen" für das BRK-Heim. "Ich hab persönlich geglaubt, dass sich auch die Stadtplanung einmischt, denn das Gebäude ist ein Fremdkörper im Stadtbild." Die Entscheidung des Kreis-Bauausschusses vom Mittwoch hält Nöth für "vernünftig". Es hätte zu lange gedauert, in der Hainbrunnenstraße aktiv zu werden. Was dort nun geschieht, darüber werde in einer "Sondersitzung" des BRK Ende Juni entschieden.

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