Neunkirchen am Brand

Wer hat Schuld an der "Monstertrasse" in Neunkirchen?

Die Einwendungen zur Neunkirchener Umgehungsstraße werden geprüft. Nicht jeder Bürger ist mit der Trasse und den Erklärungen zu dem Vorhaben einverstanden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Plakat der Befürworter Foto: FT
Plakat der Befürworter Foto: FT
+1 Bild
Zum Thema Westumgehung Neunkirchen am Brand sind die Einwendungen eingegangen und werden nun von der Regierung Oberfranken geprüft, informiert Stefan Arneth, Leiter des Straßenbauamts Bamberg. Ob die Trasse noch verhindert werden kann, wird das Verfahren zeigen. Die Existenzgefährdung, wenn nicht ausreichend Tauschland geboten werden könne, wäre wohl einer der schlimmsten Fälle, die dann auch zu einer Verhinderung führen könnte.

"Wir warten und harren der Dinge", sagt Arneth. Denn nach Prüfung der Regierung wird das Straßenbauamt mögliche Änderungen einarbeiten und wieder an die Regierung geben. Das läuft nun alles im Hintergrund.
Doch noch immer bewegt die Westumgehung Bürger und von der Trasse betroffene Landwirte. Einer davon ist Reinhold Wieseckel, der Verständnis für die Anwohner der Friedhofstraße zeigt, aber auch anmerkt, dass weder die Landwirte noch die Naturschützer oder die Bürgerinitiative "Munk" Schuld an der Situation haben, sondern der Gemeinderat selbst, der diese Innerortsumgehung für den Lkw-Verkehr vorgeschlagen habe.

"Vorrübergehend", hieß diese Vereinbarung, denn man ging davon aus, dass die Westumgehung schneller kommen würde. Diese Vereinbarung wurde 2005 gekündigt. Damals war Heinz Richter (FW) Gemeinderat. Als jetziger Bürgermeister habe er den Beschluss dann umgesetzt, sagt Richter.

"Man hat in den letzten dreißig Jahren immer auf eine Westumgehung gehofft, bei der kein Neunkircher Bürger etwas dazugeben muss. Ein weiterer Punkt ist, dass angeblich der Damm von neun Metern Höhe" von den Bauern gefordert wurde. Dies trifft für mich nicht zu und ist reiner Populismus der Befürworter. Von den Bauern in den umliegenden Ortschaften habe ich immer nur gehört: 'Wir Bauern brauchen keine Umgehungstrasse und wir wollen auch keine'", sagt Wieseckel.Wenn die Neunkirchener Bürger eine wollen, dann sollten sie ruhig die Umgehungstraße auf ihren Grundstücken und ihrer Gemarkung bauen.

"Landwirte gibt's ja seit Jahrzehnten in Neunkirchen nicht mehr, nur noch Baulanderwartungsbesitzer. Ich habe den Eindruck, dass einige Neunkirchener Bürger und Grundstücksbesitzer nur eine Fruchtfolge kennen: Rüben, Kartoffeln, Getreide, Bauland. Das Bestreben der Gemeinde, möglichst viel Bauland auszuweisen, und damit möglichst viel Geld abzuschöpfen, hat schon seit den sechziger Jahren erste Priorität", meint Wieseckel. Er verweist auf die nicht verwirklichten Trassen, die kostengünstiger, kürzer und ortsnäher gewesen wären. Der Damm wäre nicht notwendig gewesen. "Der große Nachteil war und ist, dass die meisten Grundstücke der damaligen Planungen in der Gemarkung Neunkirchen liegen und überwiegend Neunkirchener Bürgern gehören. Um den Bau dieser Trassen zu verhindern, wurden Häuser möglichst nah an dieser geplanten Trasse genehmigt und auch gebaut", findet Wieseckel.

Für Neunkirchens Bürgermeister Heinz Richter hat das "weiter raus aus Neunkirchen" eine einfache Erklärung. "Neunkirchen entwickelte sich weiter. In allen Richtungen wurden Baugebiete ausgewiesen", sagt Richter. Die Leute wussten, dass eine Ortsumgehung kommt. Dass die Trasse nunmehr in die Dormitzer Gemarkung komme, sei dem Gemeinderat nicht bekannt gewesen. Das hatte Naturschutzgründe, sagt Richter, der nicht versteht, warum man nun nachjustieren will. Der Naturschutz war baurechtlich festgelegt. "Die Durchfahrung sollte wegen der jetzigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge so hoch sein. Das will keiner hören", ärgert sich Richter. Dementsprechend beschloss dies der Gemeinderat.

Auch Stefan Arneth vom Straßenbauamt bestätigt diesen Wunsch des Gemeinderats. Eine höhenfreie Kreuzung sollte von der Gemeindeverbindungsstraße nach Ebersbach möglich sein. Um mit den landwirtschaftlichen Maschinen durchfahren zu können, entstehen alleine zwischen Oberkante Gemeindeverbindungsstraße und Unterkante Brücke bereits 4,50 Meter. Dann sollte sie hochwasserfrei ausgebildet sein. Die Führung im Wasserschutzgebiet war ein weiterer Grund, was letztendlich zu den neun Metern Höhe geführt habe. Und Stefan Arneth betont zum wiederholten Male, dass der Naturschutz die lagenmäßige Verschiebung, also von Neunkirchen weg, bewogen habe.


Vorentwurf geändert

Und was ist mit den Vorentwurfstrassen, die verändert wurden? "Die Vorentwurfstrassen wurden aus naturschutzrechtlichen Gründen geändert", sagt Arneth. Er verweist auf die Internetseite des Staatlichen Straßenbauamts Bamberg, wo die Unterlagen zur Trasse ersichtlich sind. Im Erläuterungsbericht wird erklärt, warum die Trasse verschoben wurde.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren