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Forchheim
Tag der Erfinder

Wenn Bastler aus dem Kreis Forchheim zu Erfindern werden

Ohne Erfindungen wäre das Leben beschwerlicher. Den meisten Kreativen bleibt der große Erfolg versagt. Tüftler wie Anton Klein aus Forchheim und Helmut Hemmerlein aus Neunkirchen am Brand haben Patente angemeldet. Der 9. November ist auch der Tag der Erfinder.
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Anton Klein aus Forchheim hat ein Schaltgetriebe für Solarautos entwickelt. Foto:privat
Anton Klein aus Forchheim hat ein Schaltgetriebe für Solarautos entwickelt. Foto:privat
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Wer träumt nicht davon, einmal in eine andere Zeit reisen zu können? Doc Brown in dem Kinoschlager "Zurück in die Zukunft" macht es mit seiner Zeitmaschine möglich. Selbst in Comics dürfen sie nicht fehlen: Geniale Erfinder, die mit ihrem Einfallsreichtum die Welt revolutionieren, die Bösen zu Fall bringen und manchmal selbst den eigenen Erfindungen zum Opfer werden wie Professor Knox oder Daniel Düsentrieb.

Nicht zum Opfer gefallen, aber auch nicht mit Reichtum gesegnet wurden die vielen Erfinder im Landkreis Forchheim, die teilweise mehrere Patente oder Gebrauchsmuster angemeldet hatten. Es wäre schon ideal, wenn sich die Welt um die Erfindung reißt. Die Realität ist anders: "Man muss schauen, dass Geld hereinkommt, jemanden finden, der es produziert. Da liegt der Hase im Pfeffer", sagt der Forchheimer Anton Klein.

Denn zunächst muss der Erfinder für seine Anmeldung Gebühren zahlen. Die Höhe richtet sich danach, ob es ein Gebrauchsmuster, ein kleines Patent oder ein großes Patent ist. Ein Gebrauchsmuster hatte Anton Klein angemeldet: damals, als Solar so richtig modern wurde und die ersten Solarautos fuhren.


Im Solarmobilverein

Er war Mitglied eines Solarmobilvereins und ein Kollege dort hatte eines dieser Solarautos. Probleme gab es beim Hinauffahren eines Berges, also entwickelte Anton Klein im Geiste schon ein Schaltgetriebe für das Mobil. "Es ist unattraktiv, da es als Sonderfall aus den Umständen heraus entwickelt worden war", sagt Klein heute über seine Erfindung.

Aber in der Versenkung verschwunden ist sie nicht. Denn die Handwerker, die bei den MAN-Werken in Nürnberg ihre Meisterprüfung machen wollten, durften Anton Kleins Erfindung bauen.

Den Erfinder steckt der Forchheimer in verschiedene Kategorien: Manche Leute erfinden aus Eitelkeit, andere sehen das Patent als Dokument für eine eigene Idee und manche erfinden ohne große Absicht, in der Hoffnung, dass doch etwas "Drumherum" kommt. Mit keiner seiner Erfindungen hat Klein Geld verdient. Aber immer ist die Erfindung eine Erleichterung der Arbeit. Vier Patente laufen auf seinen Namen: darunter auch die Erfindung von Leisten, die man im Auto befestigen kann, um wertvolle Bilder zu transportieren.

Getüftelt hat Klein auch mit anderen, sagt der 68-Jährige, der für die Firma Dennert Sondermaschinen und Anlagen plante und konstruierte. Die Kehrseite der vielen Erfindungen sei immer die Automatisierung, die viele Arbeitsplätze fordere, meint Klein. Aber immer heiße Erfindung auch, das Leben zu erleichtern.


Wenn etwas zu umständlich ist

"Wenn mir etwas in die Finger kommt, was zu umständlich oder zu teuer ist, muss ich etwas erfinden", sagt Helmut Hemmerlein aus Neunkirchen am Brand. Der Bauingenieur und Stahlbetonbauer hat die "weiße Wanne" erfunden. Das sind wasserdichte Keller oder ein Wasserbehälter, ein Regenrückhaltebecken und ähnliches, die Wasser aufhalten sollen, aber nicht aus Beton vor Ort, sondern aus Fertigteilen angefertigt wurde.
Seine "weißen Wannen" haben den Vorteil der Zeitersparnis, da sie bereits während des Erdaushubs vorproduziert werden können.

Schon vor 1990 hat er das Patent angemeldet. Die 20 Jahre geschützte Zeit ist bereits abgelaufen und ist nun Allgemeingut. "Das Patent war aus beruflicher Sicht einfach notwendig, um Bauzeiten zu verkürzen und die Qualität der bisherigen wasserdichten Wannen zu verbessern", erklärt Hemmerlein. Außerdem wollte er wissen, ob seine Erfindung von den Behörden abgesegnet wird. Das wurde sie. Und damit wurde auch das Problem des Eindringens von Wasser zwischen den Fugen in den Fertigteilen gelöst und zum Stand der Technik.

Ein Riesenhit hätte es werden können, doch offensichtlich hatten die meisten Bauherren viel Zeit. Kurzfristige Bauzeiten, wie heute oft gefordert, ruft die "weiße Wanne" wieder auf den Plan.


Für den Kunden

Dass Patente in erster Linie für den Kunden sind, erkennen die meisten Leute auf den zweiten Blick. Das gilt für den Röntgenscanner der Firma Elektron-Systeme aus Weißenohe. "Das ist eine Erfindung, die es weltweit nicht gab", sagt Stefanie Rüdell. Technik und somit elektronische Bauelemente stecken in jedem Gerät. Der Laie kennt sie als kleine grüne Teilchen, die auf den Leiterplatten sind. Mit dem Auge oft kaum sichtbar, geschweige denn zählbar. Diese Teilchen, in Rollen aufbewahrt, gehen leicht unbemerkt verloren, wenn sie auf die Leiterplatten gelötet werden sollen. Welcher Mitarbeiter soll das überprüfen? Zur Sicherheit wurden deshalb mehr bestellt. Doch "Überschüsse kosten Geld", sagt Rüdell.

Der Röntgenscanner prüft die Teilchenanzahl in 20 Sekunden mit Röntgentechnik. "Der Vergleich mit einem konventionellen Bauteilzähler und dem Röntgenscanner zeigt, dass die Personalkosten auf zehn Prozent schrumpfen." Somit spare das Gerät mit der Bezeichnung OC-SCAN CCX nicht nur Geld, sondern schone auch die Ressourcen.























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