Pretzfeld
Verkehr

Pretzfeld: Weiter mit Protest und Tempo 50

In Pretzfeld kämpfen einige Bürger für eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer.
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Die Enge in Pretzfelds Ortsmitte zwingt zum langsamen Fahren. Dennoch fordern einige Bürger seit Jahren beharrlich eine Reduzierung des Tempos auf 30 km/h. Foto: Barbara Herbst
Die Enge in Pretzfelds Ortsmitte zwingt zum langsamen Fahren. Dennoch fordern einige Bürger seit Jahren beharrlich eine Reduzierung des Tempos auf 30 km/h. Foto: Barbara Herbst
Hans Müller gibt nicht auf. Warum wird das Tempo in der Ortsmitte nicht auf 30 Stundenkilometer reduziert? Diese Frage stellt der 84-Jährige seit Jahren. Vier Gefahrenstellen gebe es, das "scharfe Eck" am Rathaus in Pretzfeld sei eine davon.
Hans Müller hat eine Hand voll Mitstreiter. In der jüngsten Bürgerversammlung haben sie sich erneut zu diesem Thema zu Wort gemeldet. "Ich glaube, dass die Gemeinde nicht hundertprozentig dahintersteht", mutmaßt Hans Müller.
Doch Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) ist in dieser Sache schon wiederholt aktiv geworden. Eine "Verkehrsbegehung" mit Vertretern der zuständigen Behörde, dem Landratsamt Forchheim, habe es gegeben - nicht nur einmal.
Aber es gebe eben gewisse Kriterien, bedauert Rose Stark: "Wenn beispielsweise die Sicht über 100 Meter beträgt und wenn es eine Ampel gibt" - dann sei es gesetzlich nicht möglich, eine Tempo-30-Zone einzurichten. "Bei Kreisstraßen und Staatsstraßen müssen Abwägungen getroffen werden."


Forschungsarbeit als Beleg

Abgewogen hat das Landratsamt Forchheim den Antrag, die Höchstgeschwindigkeit auf der Kreisstraße FO 2 zu beschränken, zuletzt im Oktober. Eine Besichtigung vor Ort war vorangegangen.
In einem zweiseitigen Schreiben an Hans Müller begründet Landrat Hermann Ulm (CSU) die Entscheidung seiner Fachbehörde: Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sei in Pretzfeld nicht gegeben. Der fließende Verkehr könne in geschlossenen Ortschaften nicht ohne weiteres auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt werden, das erlaube de Gesetzgeber nicht.
Die Verkehrsbehörde verweist auch auf eine Forschungsarbeit der Bundesanstalt für Straßenwesen. Demnach erlaubten nur "nennenswerte Defizite" eine Temporeduzierung: "Nur dann, wenn angenommen werden muss, dass die Kraftfahrer selbst bei ausreichender Aufmerksamkeit nicht erkennen können, dass eine bestimmte Strecke nur mit einer verminderten Geschwindigkeit befahren werden kann", zitiert Ulm aus der Forschungsarbeit.
Die Behörde betont: Am Ortseingang von Pretzfeld sei der Verkehrsteilnehmer schon wegen des Kurvenverlaufs "gezwungen, seine Geschwindigkeit den örtlichen Gegebenheiten anzupassen". Hans Müller hat das Schreiben des Landrats nicht überzeugt. "Ich bin enttäuscht." Im Altort von Pretzfeld sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung nötig, beharrt Müller.
Die Pretzfelder Bürgermeisterin Rose Stark hat sich schon darauf eingestellt, dass die Proteste nicht ganz verstummen werden: "Es gibt ein paar Anlieger, die das immer wieder fordern."

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