Forchheim
Streit

Weihnachtsfriede im Stadtrat Forchheim gestört

Stadträte der CSU und der FW werfen Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) einen "grenzwertigen" Umgang mit den Alt-Stadträten vor.
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Die Stadtratssitzung am Donnerstag neigte sich ihrem Ende zu, als Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) den Punkt "Sonstiges" aufrief und sich Udo Schönefelder (CSU) zu Wort meldete: "Auf die Gefahr hin, den Weihnachtsfrieden zu stören", wollte der Fraktionsvorsitzende der CSU über den Umgang mit den Alt-Stadträten sprechen.
Schönfelder sagte, es sei "grenzwertig und wenig respektvoll", dass die ehemaligen Stadträte, die im Hintergrund noch ehrenamtlich aktiv seien und am politischen Geschehen teilnähmen, nicht zum Weihnachtsessen eingeladen würden. "Es war eine gute Sitte und eine schöne Tradition, mit ehemaligen Kollegen ins Gespräch zu kommen."
Kirschstein erwiderte spitz: "So ist es manchmal mit Traditionen, sie vernebeln die Wahrnehmung." Daher sei es Schönfelder entgangen, dass die Alt-Stadträte auch in der Vergangenheit nie eingeladen gewesen seien. "So viel zum Thema Tradition."
Während Uwe Kirschstein also für sich reklamierte, lediglich den Status quo durchgesetzt zu haben, beharrte Thomas Werner (CSU): In den vergangenen Jahren seien immer Alt-Stadträte zum Weihnachtsessen eingeladen worden. "Das gehört zum Anstand gegenüber den Menschen, die in diesem Gremium saßen", meinte Werner. Wenn es nun aber der "neue Stil" des Oberbürgermeisters sei, diese ehemaligen Räte nicht mehr zu berücksichtigen, dann werde er überlegen, ob er an "solchen Feiern" überhaupt noch teilnehmen werde.

Manfred Hümmer (FW) zog prompt die von Thomas Werner erwogene Konsequenz und blieb dem Reh-Essen nach der Stadtratssitzung fern. Unabhängig davon, ob die Einladung der Alt-Stadträte "verbrieftes Recht" sei, müssten sie eingeladen werden: "Es geht um Wertschätzung." Grundsätzlich zweifelte Hümmer an, ob der Oberbürgermeister über die Einladung der Alt-Stadträte bestimmen soll: "Ist das Ihre Veranstaltung oder die des Stadtrates?"
Anita Kern (SPD) kritisierte die Kirschstein-Kritiker: Der Oberbürgermeister habe keineswegs jemanden ausgeladen. "Er hat überhaupt nichts verändert, er hat nur gesagt, es ist so wie jedes Jahr." Kirschstein nickte stumm, wollte den Streit um die Einladung oder Nicht-Einladung aber auch nach der Sitzung "nicht kommentieren".

Albert Dorn (SPD) sagte zwar ebenfalls: Die verdienten Mitglieder des Stadtrates sollten beim Weihnachtsessen dabeisein. Sinngemäß sagte Dorn in Richtung Thomas Werner aber auch: Der CSU-Rat nutze jede Gelegenheit für eine überhöhte Kritik am Oberbürgermeister.
Franz Noffke (REP) blieb dem Weihnachtsessen fern und formulierte ein Protestschreiben: Keine Gedenkminute, keine Reden - Kirschstein solle "in die Schule von Franz Stumpf gehen".
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