Der Verein, der in den letzten Jahren vor allem durch seine extrem hohen Niederlagen in der Kreisklasse (u.a. einem 0 : 34 gegen den Baiersdorfer SV II) und in der A-Klasse (Spitzenwert 0 : 30 gegen die DJK TSV Kersbach) traurige Berühmtheit erlangt hatte und sich in einem publikumswirksamen "Endspiel" gegen einen Bochumer Verlag durch eine Niederlage den Titel "Deutschlands schlechteste Fußballmannschaft" gesichert hatte, fängt nach dem neuerlichen Abstieg in der neu gebildeten B-Klasse ganz von vorn an.

Von seiner Vergangenheit hat sich die Germania zwar noch nicht völlig gelöst, aber sie arbeitet mit Vehemenz daran. Zwar drücken den Verein nach seinem mit Geld erkauften Abenteuer in der Kreisliga, für das der damalige Vorsitzende für einige Jahre wegen Unterschlagung ins Gefängnis wanderte, immer noch enorme Schulden - die Rede ist von 95.000 Euro - , von denen immer noch nicht klar ist, wie sie abgebaut werden sollen.

Bei der Jahreshauptversammlung gab es dennoch einen Lichtblick, denn der Vorsitzende Lothar Walenta, der in den letzten drei Jahren fast in die Rolle eines Insolvenzverwalters schlüpfen musste, braucht nicht länger die alleinige Verantwortung zu tragen.
Nach einigem Zureden fanden sich Mitglieder, die bereit waren, sich für die zu vergebenden Ämter - vom Stellvertreter über den Kassier bis hin zu den Kassenprüfern - zur Verfügung zu stellen.

Damit verfügt der Verein zum ersten Mal seit Jahren wieder über einen kompletten Vorstand.


Und auch in sportlicher Hinsicht ist Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Denn mit Thomas Berger fand sich ein Spielertrainer, der in der abgelaufenen Saison beim SV Bieberbach A-Klassen-Erfahrung gesammelt hat und sich zutraut, die Germania wieder besseren Zeiten zuzuführen.