Waischenfeld
Event

Waischenfelder feiern wie die Ritter

Händler, Köche, vor allem aber Kämpfer und edle Rösser nahmen in Waischenfeld die Besucher mit in versunkene Zeiten.
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Farbenfroh und spannend ging es beim Ritterfest in Waischenfeld zu.
Farbenfroh und spannend ging es beim Ritterfest in Waischenfeld zu.
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Das inzwischen zehnte Ritterfest fand am vergangenen Wochenende bei hochsommerlichen Temperaturen auf Burg Waischenfeld mit einem Mittelaltermarkt wie aus einem Bilderbuch und mehreren Tausend Besuchern statt.
Laut den Veranstaltern von Aktiv Reisen zählt der Markt inzwischen zu den schönsten dieser Art in Deutschland - was Besucher, Händler und Mitglieder der vor der Burg zeltenden Mittelaltergruppen ihrerseits auch bestätigten.


lm Kampf besiegt

Im lauschigen Burghof boten über 50 Händler, Garköche mit ihren Tavernen sowie Handwerker ihr vielfältiges Sortiment an Waren und ausgefallenen Spezialitäten an. Auf der Turnierwiese wurde der neue "Waischenfelder König", "Ulrich von Wischenfeld", vom Publikum gefeiert.
In einer Schlacht hatte er zuvor seinen ärgsten Widersacher besiegt.

Es war heiß im mittelalterlichen Waischenfeld und für die edlen spanischen Rösser und deren stattliche Reiter in Ritterrüstung von der Reitergruppe "El Montesa" aus Mengersdorf sicherlich kein Zuckerschlecken, in vollem Galopp oder auch anmutig über den Turnierplatz zu traben. Konrad von Schlüsselberg hätte wohl aber seine wahre Freude daran gehabt, wenn gerade vor seiner Burg der neue Waischenfelder König gekürt worden wäre. Beim Publikum kamen die Ritterspiele jedenfalls gut an.

Das lag wohl auch an einem Mann, der dem jüngst verstorbenen Action-Helden Bud Spencer wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sah. Der "Walpote" grillte sich über dem Holzfeuer gerade genüsslich seinen Mittagsbraten. Gleich daneben gab es Spanferkel am Spieß für die Mitglieder einer der weiteren lagernden Mittelaltergruppen, die jedes Jahr mehr werden.

"Varo zu Halazestatt" ist ein Söldner und gehört den "Schwarzen Wölfen", einer Söldnertruppe aus Bamberg und Umgebung an. In Waischenfeld repräsentierften sie das Söldnerwesen vom 13. bis 16. Jahrhundert. Auch Varo schwitzte in seiner Rüstung. Nicht besser erging es seinem Freund "Nagiluis zu Feuerstein", der einen einfachen Bauern aus dem 13. Jahrhundert darstellte. "Varo zu Halazestatt" heißt im richtigen Leben Daniel Linstädt und kommt aus Hallstadt bei Bamberg.

"Es ist unser Hauptmarkt, bei dem wir jedes Jahr dabei sind", sagt sein Freund Christian Nagengast aus Weigelshofen, der sich an diesem Wochenende in Waischenfeld eben "Nagilius zu Feuerstein" nennt. Die Burg Feuerstein oberhalb Ebermannstadt lässt grüßen. Obwohl dies nie eine mittelalterliche Burg war.


Spaß für Kinder

"In Waischenfeld lagern wir immer wieder gerne", sagt Christian Nagengast, für den der Waischenfelder der schönste Mittelaltermarkt überhaupt ist. Im romantischen Burginnenhof erfreute zur gleichen Zeit die Mittelalterband SchattenSchweif die Besucher mit Klängen längst vergangener Tage. Ein Gaukler bespaßte die Kinder. Wer einmal in seinem Leben König sein wollte, brauchte nur die Stehleiter hinter der großen Ritterrüstung, die auf einem Königsthron mitten im Burghof sitzt, hinaufklettern und den Ritterhelm aufsetzen. Schon war man es: König. Die Königsritterrüstung war eine freundliche Leihgabe des Scharfrichtermuseums Pottenstein.

Für Speis und Trank war gut gesorgt. Riesige Käselaibe lachten die Besucher beim Käse- und Rächerwurststand von Corina Klaas an. Corina Klaas und ihr Mann Frank, der gleich daneben einen Stand mit mittelalterlichem Schmuck und Waffen hatte, kommen aus der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn und sind schon das zweite Mal in Waischenfeld dabei.
"Wir kaufen den Käse und die Hartwurst direkt bei den Erzeugern in Tirol und Südtirol", sagte Corina Klaas, die mit ihrem Mann gerade von den "Südtiroler Ritterspielen" aus Schluderns direkt nach Waischenfeld gekommen ist. "Wir kosten uns durch und was uns schmeckt, verkaufen wir dann auf den Mittelaltermärkten", so Corina Klaas, die ihren Käsesorten extra für die Mittelaltermärkte Namen wie "Burgfräulein Käse", "Anno 1225", "Kloster- oder Kreuzritterkäse" oder "Kleiner Stinker" gegeben hat. Ihr Käse kommt aus Österreich, Südtirol, der Schweiz und Schweden. Auf den Waischenfelder Mittelaltermarkt sind die Bonner vor drei Jahren aufmerksam gemacht worden, als sie dort auch als Händler dabei waren.
Die Hitze machte heuer aber auch ihnen etwas zu schaffen. Zu hohe Temperaturen sind einfach nicht gut, wenn man mit dem Verkauf von Käse Geld verdienen möchte.


Positive Bilanz

Nicht weit weg vom Käsestand im hinteren Teil des Burggartens konnte man das Bogenschießen üben. Dies war nur eine Attraktion unter vielen. Vor allem auch für die Kinder war beim Waischenfelder Ritterfest viel geboten.
Die große Attraktion bei Einbruch der Dunkelheit war natürlich wieder die Feuershow. Alles in Allem können die Veranstalter wieder eine positive Bilanz ziehen.
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