Forchheim
Bundestagswahl

Wahlkampf im Wahlkreis Bamberg/Forchheim ist eingeläutet

Im September wird gewählt. Die Vorbereitungen in den Parteien laufen auf Hochtouren. Werbegeschenke sind aber in den wenigsten Fällen schon bestellt.
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Grafik: FT, Bilder: CSU, SPD, Grüne
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Schlüsselbänder, Kugelschreiber, Bonbons: Dinge, die jede der großen Parteien in ihrem Online-Shop anbieten. Selten werden diese Sachen aber vom "normalen Bürger" gekauft. Viel mehr decken sich die Bundestagswahl-Kandidaten mit den Gegenständen ein.

"Die konkreten Vorbereitungen für meinen Wahlkampf laufen seit circa einem halben Jahr", erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz, "seitdem berate ich mit meinem Unterbezirksvorsitzenden Jonas Merzbacher und vielen weiteren Parteifreunden, wie wir die Wahl erfolgreich für die SPD gestalten können."
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn betont, dass es nicht um Werbegeschenke gehe. Er lege wert darauf, mit seinen Inhalten zu punkten. "Wahlen sind Richtungsbestimmung. Hier geht es darum, wer überzeugende Antworten auf aktuelle Herausforderungen hat und wer das Vertrauen der Bürgerschaft verdient", sagt er, "wie schaffen wir für alle Sicherheit und Wohlstand? Wie bringen wir unsere Gesellschaft und unser Land voran? Darauf konzentriere ich mich. Das sind auch die Fragen, die die Wähler an der Wahlurne beantworten." Es hört sich bei Silberhorn also so an, als sei er auch thematisch schon im Wahlkampf angekommen.
"Die AFD befindet sich aufgrund der aktiven Basis seit ihrer Gründung im Dauerwahlkampf", sagt der bayerische Wahlkampfkoordinator der AFD, Josef Konrad. Die konkrete und aktive Wahlkampfplanung zur Bundestagswahl 2017 auf Bundes- und Landesebene laufe aber seit Anfang Dezember 2016.


Heiße Phase ist im Sommer

FDP-Kandidat Sebastian Körber räumt ein, dass er aktuell eher im parteiinternen Wahlkampf stecke. "Bei uns werden die Listenplätze erst im März vergeben", sagt er. Für den Wahlkampf im Wahlkreis Bamberg/Forchheim würden aber schon Vorbereitungen laufen: "Richtig los geht es dann im Mai und Juni, aber Termine werden natürlich jetzt schon geplant, damit die entsprechenden Gäste eingeladen werden können."

Die Grünen-Stadt- und Kreisrätin aus Forchheim, Lisa Badum, hat ihren Listenplatz für die Bundestagswahl schon sicher. Sie ist oberfränkische Spitzenkandidatin und auf Listenplatz 11. "Seit Beginn 2017 planen wir für einen fantasievollen und motivierenden Wahlkampf im schönen Wahlkreis 236", sagt Badum, "es gibt ein Angebot an Werbemitteln von der Bundespartei, wir sind jedoch frei in unserer Entscheidung, was wir erwerben. Auch können wir zusätzlich noch wahlkreis-spezifische Werbemittel anbieten."

Auch Schwarz denkt über spezielle Werbemittel für die Region nach. "Wir überlegen uns einige Aktionen und erkundigen uns bei Anbietern aus unserer Region, wie und wann wir diese umsetzen können. Natürlich gibt es auch die Wahlkampf-Klassiker: Das ist der Kugelschreiber, sind Luftballons oder Gummibärchen."
"Gute Ideen sind wichtiger als gute Werbemittel", findet Badum, "aber natürlich sind Werbemittel sehr hilfreich, um Ideen zu transportieren. Grüne Werte bedeuten für mich aber, dass wir keine Materialschlacht veranstalten, nur um der Masse willen. Wir möchten die Menschen erreichen, mit, aber sicherlich auch ohne Werbemittel."


Von Christbaumkugel bis Grill

CSU und SPD sind für das ganze Jahr mit Werbemitteln ausgerüstet. Im CSU-Shop gibt es neben Christbaumkugeln auch Steinkrüge und Dirndl-Accessoirs. Die SPD backt im Winter Waffeln und im Sommer wird gegrillt. Besonders beliebt sind auch Wortspiele. An ihren Bamberg/Forchheim-Abgeordneten Andreas Schwarz hat die SPD bei der Grillzange wohl nicht gedacht. Darauf steht nämlich: "Damit es nicht schwarz wird. SPD". Andreas Schwarz nimmt das aber mit Humor. "Bamberg und Forchheim brauchen Schwarz, aber die Schwarzen wollen wir lieber in die Zange nehmen", kommentiert er die Grillzange. Der Online-Shop der Linken ist hingegen sehr kampagnen-bezogen und hat neben den Aufklebern und Postern mit dazugehörigen Slogans recht wenig Spektakuläres zu bieten. Auffällig ist hier aber der Lufterfrischer mit dem Titel "Das riecht nach Ärger". Ebenfalls mit einer lustig-provokanten Aufschrift will die AFD die Wähler gewinnen. Auf Feuerzeugen steht dort geschrieben: "Wir machen den Altparteien Feuer unterm Hintern."

"Lieber bekifft ficken als besoffen fahren", propagiert ein Aufkleber, den die FDP im Online-Shop anbietet. "Dieser Aufkleber stammt von den Julis", erklärt FDP-Kandidat Körber, "deshalb kann ich nicht mit Sicherheit sagen, was dahintersteckt. Ich gehe aber davon aus, dass auf die geforderte Legalisierung von Cannabis angespielt wird - und nicht auf Günther Beckstein."

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