Forchheim
Parken

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

Verdrehte oder entwendete Schilder verursachen, dass in Forchheim falsch geparkt wird. Aber muss der Autofahrer in solch einem Fall ein Bußgeld bezahlen?
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Die Beschilderung an der Klosterstraße stellte viele Autofahrer vor ein Rätsel. Foto: Sarah Stieranka
Die Beschilderung an der Klosterstraße stellte viele Autofahrer vor ein Rätsel. Foto: Sarah Stieranka
Fünf Schilder, fällt eins weg, ergeben die anderen keinen Sinn. Verdrehte oder gestohlene Schilder sind auf Forchheims Straßen keine Seltenheit, weiß Fritz Zirnsack von der Verkehrsüberwachung im Ordnungsamt. "Es kommt schon vor, dass sich manche Zeitgenossen solch einen Spaß erlauben."

Eben solch ein Spaß löste im sozialen Netzwerk Facebook eine rege Diskussion über die Beschilderung an der Klosterstraße in Forchheim aus. Der Grund: Auch hier wurde ein Schild verdreht, wodurch die Parksituation für die Autofahrer mehr als verwirrend war. Auch der Interpretationsversuch eines Facebook-Users scheiterte kläglich.


Große Verwirrung im Internet

"Also das unterste Schild ist einleuchtend: Ab hier absolutes Halteverbot, da ein Zebrastreifen kommt und es dahinter rechts ums Eck geht.
Das zweite Schild von unten heißt ja Ende des absoluten Halteverbots, was sich mir nicht ganz erschließt, da sich davor ja Längsparklücken befinden, richtig? Und das oberste Schild gilt denk ich für die Parkplätze bis zu diesem Schild", so ein Nutzer.

Erwartet den Falschparker bei seiner Rückkehr zum Auto ein Knöllchen, trägt der Parkende in den meisten Fällen die Schuld, sagt Zirnsack. Denn: Der Fahrer muss sich immer rückversichern, dass er die Schilder richtig interpretiert hat.

"Eine Wegstrecke von 20 Metern sollte für jeden zumutbar sein. Hier gibt es eine andere Sorgfaltspflicht, als beim fahrenden Verkehr." Sprich: Beim Fahren auf der Straße können verdrehte oder gestohlene Schilder kaum erkannt werden, beim Parken ist das aber anders. Da steht der Autofahrer in der Pflicht - muss im Notfall noch einmal zum Schild laufen und schauen, ob sich die geltenden Regelungen geändert haben.

"Oft stellt sich die Frage, ob das Schild tatsächlich verdreht war", kritisiert Zirnsack. Seine Empfehlung: Ein Foto könnte eventuell helfen, wobei dann auch nicht sicher ist, dass das Bußgeld erlassen wird. "Das kommt auf die Einstellung des Richters an", so der Sprecher des Ordnungsamtes.

Welchen Fehler der Fahrer aber auf keinen Fall machen sollte: Bei einem verdrehten Schild annehmen, dass die Stadt die Regelung außer Kraft gesetzt hat. "Die Verkehrsführung kann sich immer wegen Baustellen ändern. In solch einem Fall verkleben wir das Schild oder machen einfach einen Plastiksack drüber", sagt Zirnsack.
Grundsätzlich darf die Verkehrsführung nicht einfach geändert werden, erklärt Zirnsack. "Wenn sich Verkehrsregelungen ändern, muss das Ordnungsamt oder das Stadtbauamt das 96 Stunden vorher bekannt geben." Diese Vorgaben sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen als Sicherheit für den Autofahrer, der sich so frühzeitig auf die Änderung einstellen kann. Anders ist das, wenn ein Falschparker im Urlaub ist. Wird die Verkehrsregelung geändert, während der Parkende seine Auszeit genießt, ist ein Bußgeld zulässig. Im Extremfall kann das Auto sogar abgeschleppt werden. "Ich muss immer jemanden haben, der dafür sorgen kann, das mein Auto wegkommt", erklärt Fritz Zirnsack.

Egal ob eingeschränktes oder absolutes Parkverbot - bis zu einer Stunde zahlt der Parksünder in Forchheim 15 Euro. Ab einer Stunde erhöht sich das Bußgeld auf 25 Euro. Noch teurer wird es, wenn das Fahrzeug in einem Bereich abgestellt wird, der für Menschen mit Behinderungen vorgesehen ist.

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