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Urban Gardening in Forchheim: Gemüse auf der Roten Mauer

Das Stadtgarten-Projekt auf der Roten Mauer in Forchheim fängt an. Die ersten Hochbeete stehen schon - am Samstag soll angepflanzt werden. Interessierte Hobbygärtner können immer noch mitmachen.
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Ludwig Rupp und Ulrike Eichler bauen die ersten Hochbeete für den neuen Stadtgarten. (Foto: Lena Alt)
Ludwig Rupp und Ulrike Eichler bauen die ersten Hochbeete für den neuen Stadtgarten. (Foto: Lena Alt)
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Die ersten Hochbeete stehen schon auf der Roten Mauer in Forchheim. Am Dienstag ist Ulrike Eichler mit zwei Helfern angerückt und hat die ersten drei Holzkästen aufgebaut. "Wir sind ja jetzt im Juni schon relativ spät dran", sagt Eichler, die Initiatorin des Urban-Gardening-Projekts. Aber man könne jetzt trotzdem noch alles säen - die Ernte komme dann einfach ein bisschen später. Die 33-Jährige gerät ins Schwärmen, als sie aufzählt, was hier alles wachsen wird: Radieschen, Salat, Kohlrabi, Bohnen oder Erbsen.

Das Projekt, das offiziell "Stadtgarten Forchheim" heißt, soll ein offener Garten für alle sein. Urban Gardening vertritt dabei vor allem Philosophie, den Garten in die Stadt zurück zu holen. Eichlers Ziel ist es, dass die Teilnehmer"wieder Sachen lernen, die früher ganz selbstverständlich waren" - zum Beispiel den Gemüseanbau.
Sie möchte auch Stadtbewohnern ohne Garten die Erfahrung möglich machen, wie man sein eigenes Gemüse großzieht und sich wieder ein Stück weit selbst versorgen kann.

In vielerlei Hinsicht ist Urban Gardening also ein großes Experiment. Es muss entschieden werden, welche Gemüsesorten angepflanzt werden, wer wann gießt, wie die Ernte verteilt wird. "Wir probieren's einfach aus", sagt Eichler. Damit meint sie nicht nur die Arbeitsaufteilung, sondern auch die Pflanzen an sich. Im Stadtgarten können auch mal exotische Sorten ausprobiert werden, zum Beispiel besondere Chilis oder lila Kartoffeln.

Großer Aufwand

Bevor aber die Früchte der gemeinsamen Arbeit geerntet werden können, steht noch einiges an Verwaltungs- und Organisationsaufwand an. Viele Dinge müssen bedacht werden, zum Beispiel woher man das Wasser zum Gießen nimmt. Für den Stadtgarten kommt es aus einer städtischen Leitung, von der eine eigene Abzweigung eingerichtet wird. So kann der Verbrauch korrekt abgerechnet werden. Die Bausätze für die Hochbeete, bestehend aus Europaletten und stapelbaren Holzrahmen, wurden von der Firma Simon Hegele gestiftet. Erde und Füllmaterial stellt die Stadt zur Verfügung - den Hänger zum Transport muss Eichler selbst besorgen. Zusammen mit der schwierigen Parksituation an der Roten Mauer sorgt das durchaus für logistische Herausforderungen.

Zunächst waren es Sicherheitsbedenken, die die Stadtgärtner aufgehalten hatten. Erst vor wenigen Wochen wurde der Zugang zur Roten Mauer wieder geöffnet, weil die Abstände zwischen den einzelnen Geländer-Stäben zu groß waren - ein Kind hätte hindurchschlüpfen und acht Meter tief fallen können. Durch ein engmaschiges Gitter ist die Brüstung nun kindersicher. "Das lag aber nicht speziell am Urban-Gardening-Projekt", sagt Herbert Fuchs vom Gartenamt in Forchheim. "Das hätte auch so gemacht werden müssen."

Offen für alle

Wer jetzt noch mitmachen möchte, muss sich nur bei Ulrike Eichler melden - dann kann es gleich losgehen. Zu tun gibt es immer was: Im Moment steht noch der Aufbau der Holzbeete an, später die Bepflanzung. In der Gruppe wird entschieden, was gepflanzt wird und wer wann gießen muss. Das Angebot richtet sich auch an Menschen, die vom gärtnern überhaupt keine Ahnung haben. In der schon bestehenden Projektgruppe von etwa zehn bis zwölf Leuten ist genug Kompetenz da. Unter info@stadtgarten-forchheim.de können sich Interessierte gerne melden. Von der Ernte profitieren dann alle, die mitgemacht haben.

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