Forchheim
Arbeitsleben

Unterwegs mit dem Gartenamt Forchheim: Sie lassen die Stadt blühen

Vom Gewächshaus über die Friedhöfe und Parks bis hin zu den Beeten und Blumenkästen: Mitarbeiter des Gartenamtes sind in ganz Forchheim unterwegs.
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Die Beete rund um den Brunnen vor der Kaiserpfalz wurden rechtzeitig zum Frühling mit frischen Blumen bestückt.  Foto: Andreas Schmitt
Die Beete rund um den Brunnen vor der Kaiserpfalz wurden rechtzeitig zum Frühling mit frischen Blumen bestückt. Foto: Andreas Schmitt
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Von der Dechant-Reuder-Straße aus in die ganze Stadt. Das Forchheimer Gartenamt kümmert sich um den optischen Eindruck der Kreisstadt. Oft publikumswirksam, manchmal unbemerkt. Unsere Frühlings-Tour startet im Kleinbus.

1. Station: "Hier ist einer. Und da drüben auch." Eine Fahrt durch Forchheim mit Alexander Fößel schärft den Blick. Die Blumenkästen, die man sonst oft nur im Augenwinkel wahrnimmt, beachtet man nun. Es gibt fast keine Kreuzung, an der der 22-Jährige nicht etwas sieht, das auf ihn oder seine Kollegen zurückgeht. An diesem Tag ist er mit Martin Kupfer (26) und Ricarda Stark (19) unterwegs. Ihre Aufgabe: Die Beete am Brunnen vor der Kaiserpfalz zum Blühen zu bringen.

Zunächst zeichnen sie runde Kreise in die vorher mit organischem Dünger angereicherte Erde. Was aussieht, wie Landeplätze für Mini-Ufos, dient der künstlerischen Gestaltung. Die blauen Vergissmeinnicht kommen in die Kreise, Blumen mit anderen Farben außen herum. "Es ist schön, wenn man kreativ sein kann", sagt Alexander Fößel, ein Bär von Mann, der gerade ganz zierlich mit Stiefmütterchen umgeht. "Heute früh habe ich noch gefräst", erzählt er stolz über seine abwechslungsreiche Arbeit. Nur eines regt ihn auf. "Wenn die Leute ihre Hunde auf die frisch angesäten Beete scheißen lassen." Doch der Ärger verfliegt schnell. Nach gut zwei Stunden ist der Platz vor der Kaiserpfalz farbenprächtig.

2. Station:
Einige Meter weiter im Stadtpark werden noch die Grundlagen für eine spätere Blütenpracht geschaffen. "Drei bis fünf Triebe lässt man stehen", erklärt Nino Prell, der zusammen mit Zierpflanzengärtner-Kollege Christoph Friesner und Gärtnerhelfer Hans Spörl Rosen zuschneidet. Die drei sind so etwas wie der flexible Einsatztrupp des Gartenamts, schneiden häufig auch Hecken und Gräser. Und sie sind schon lange zusammen unterwegs. "Der Hans, das ist unser heimlicher Kapo", scherzen die beiden Jüngeren über den 63-Jährigen, der schon seit 1993 im Gartenamt aktiv ist. Er lächelt kurz - und rechnet weiter.

3. Station: Nicht Rosen, sondern Laub sind die Ursache für den Einsatz von Petra Barthelmes, Susanne Hofmann und Simona Tutuianu. Die drei Frauen sind seit Mitte März auf dem Friedhof an der Heimgartenstraße aktiv. Laub, Äste, Abfall und alles, was sonst so rumliegt. Wenn sie mit einem Bereich fertig sind, dann sieht dieser wieder aus wie geleckt. "Wir sind an der frischen Luft und in der Natur", sagt Hofmann über die Vorzüge ihrer Arbeit, die den Frauen vorerst nicht ausgehen wird. Sechs Friedhöfe im Stadtgebiet warten auf den gärtnerischen Reinigungstrupp.

4. Station: Vom Außendienst in die Dechant-Reuder-Straße, der Heimat des Gartenamts. Dort steht die circa 1000 Quadratmeter große Anzuchtgärtnerei. Ricarda Stark, die wir vom Brunnen an der Kaiserpfalz kennen, topft gerade Pflanzen um. Hornveilchen, Gänseblümchen oder Primeln stehen im Frühlingsbereich des Gewächshauses. Fünf bis acht Grad hat es dort - im Bereich der Sommerpflanzen nebenan 20 bis 25. "Wir kultivieren viel selbst, bekommen oft nur Samen geliefert", erklärt die Weilersbacherin, die es beeindruckend findet, die Blumen vom ersten Sprießen bis in den Kasten vor dem Rathaus zu begleiten. "Da geht man dann schon gern dran vorbei."

5. Station: Was viele nicht wissen: Das Gartenamt kann auch Floristik. Wann, erklärt Maria Russ: "Wir machen Gebinde und Sträuße für Umzüge, zum Beispiel Fasching oder Annafest, sowie für runde Geburtstage." Die 48-jährige Gärtnerin und Floristin arbeitet derzeit viel im Gewächshaus, topft um oder steuert die Bewässerung. "Aber wir sind eine Allround-Gärtnerei", sagt sie froh. Denn es macht ihr großen Spaß, ihre Kreativität und die jeweilige Jahreszeit in die Sträuße einfließen zu lassen, die übrigens nicht privat bestellbar sind.

6. Station: Viele Blicke ernten wird demnächst die Arbeit von Elvira Böhm. Die Gärtner- und Floristmeisterin hat die Fichten für den Osterbrunnen am Ursprung des Bächlas zugeschnitten und gebunden. 20 Stunden hat das gedauert, seit eineinhalb Wochen beschäftigen sich sie und zwei weitere Frauen generell schon mit den Kunstwerken der Osterzeit. Gelohnt hat es sich: Die Krone wirkt mächtig und künstlerisch zugleich und wird in geschmückter Form sicherlich ein umfangreiches Fotomotiv sein.



Das Gartenamt Forchheim


Umfang Rund 55 inklusive der Zuständigen für Friedhöfe, Zeltplatz und Sportinsel. Pro Jahr werden 100 000 Pflanzungen durchgeführt, knapp 100 Blumenkübel stehen in der Stadt.

Organisation Das von Herbert Fuchs geleitete Amt hat die Bereiche Anzucht/Wechselpflanzung (D. Imiolczyk), Bäume/Grünflächen (A. Geck) und Spiel-/Zeltplätze (T. Wagner).
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