Ebermannstadt
Verwaltung

Stadtrat Ebermannstadt setzt auf "Mandatos"

Die Ebermannstadter Stadträte sollen ihre Sitzungsunterlagen nur noch digital zugestellt bekommen.
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Das Papier-Zeitalter in Ebermannstadt ist passé, digital ist die Gegenwart. Foto: Josef Hofbauer
Das Papier-Zeitalter in Ebermannstadt ist passé, digital ist die Gegenwart. Foto: Josef Hofbauer
Papier war gestern. Bereits ab Mai sollen die Ebermannstadter Räte ihre Sitzungsunterlagen nur noch digital zugesandt bekommen. Möglich machen soll das die App "Mandatos" von "Livingdata", einem Softwarehaus, mit dem die Stadt Ebermannstadt bereits seit 2007 zusammenarbeitet.

So warb Sascha Köhler, bei "Livingdata" zuständig für den Vertrieb, im Stadtrat dafür, in eine papierlose Zeit aufzubrechen. Die Unterlagen würden bereits bei der Sitzungsvorbereitung auf das Smartphone oder Tablet heruntergeladen und stünden in der Sitzung allen gleichzeitig zur Verfügung. Jeder habe sein "eigenes Exemplar" der Unterlagen. Damit könne man arbeiten wie gewohnt. Ein zeitaufwändiges Zusammenstellen von Sitzungsunterlagen entfalle.


Einfach und schnell

Per Klick ließen sich Notizen hinterlegen. Fotos und Grafiken könnten jederzeit abgerufen werden.
Sitzungsprotokolle seien auch unterwegs verfügbar. Die Navigation sei schnell und unkompliziert. Und über eine Stichwortsuche könne jeder ergänzende Unterlagen zurück bis zum Jahr 2007 zu Rate ziehen. "Das geht schneller und vermeidet Papier", erklärte Köhler.

Je nach Zugriffsrechten könne jedes Ratsmitglied nur auf jene Daten zurückgreifen, die auch für ihn bestimmt seien. Dies gelte insbesondere für Unterlagen aus nicht-öffentlichen Sitzungen. Die Gefahr, dass Unterlagen nach außen gelangen könnten, verneinte Köhler.

In Bayern seien derzeit zwischen 550 und 600 Kommunen dabei, das Papier-Zeitalter zu verlassen. Welche vertraulichen Unterlagen den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt werden, darüber entschiede die Verwaltung. Allerdings zeichne sich hier eine Liberalisierung ab: Zwei Drittel der Verwaltungen die mit "Livingdata" zusammenarbeiteten, gäben immer mehr Informationen frei.


Supoer Verkaufsgespräch

"Sie haben ein super Verkaufsgespräch geführt", bescheinigte Stadtrat Ludwig Brütting (FW) dem Vortragenden. Wenn aber nicht alle bereit seien umzusteigen, müssten weiterhin Texte erstellt und versandt werden, gab Brütting zu bedenken. Auch Erwin Horn (NLE) zeigte sich skeptisch, dass alle mit diesen Geräten auf Anhieb zurechtkommen.

Bei der Abstimmung erklärten sich die Räte mit der Umstellung auf digitale Sitzungsunterlagen einverstanden. Die Lizenzgebühr für die erforderliche App "Mandatos" übernimmt die Verwaltungsgemeinschaft, die auch für die monatliche Wartung der Endgeräte aufkommt. Für die Neuanschaffung eines Smartphones oder Tablets stellt der Stadtrat als Anreiz einen Zuschuss von 250 Euro in Ausschuss. Es bestehe aber keine Verpflichtung, dieses Geld auch in Anspruch zu nehmen, unterstrich Andreas Kirchner von der Stadtverwaltung.

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