Eggolsheim
Immobilie

Sparkasse kauft Eggolsheimer Schnappauf-Schule nicht

"Wir wollen uns nicht gegen den Willen der Mehrheit der Bürger von Eggolsheim stellen", erklärt Ewald Maier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse in Forchheim. Deshalb bleibt die alte Knabenschule in der Hand der Gemeinde und wird nun außen saniert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sie wirken nur untätig, in Wirklichkeit haben die Mitglieder des "Faulenzer"-Clubs ihr Domizil von innen schon toll hergerichtet. Foto: Sylvia Hubele
Sie wirken nur untätig, in Wirklichkeit haben die Mitglieder des "Faulenzer"-Clubs ihr Domizil von innen schon toll hergerichtet. Foto: Sylvia Hubele
+1 Bild
Die frohe Botschaft verkündete Claus Schwarzmann (BB/OEB/AS), Bürgermeister von Eggolsheim, bei der Sitzung der Interessengemeinschaft "Alter Ortskern Eggolsheim" persönlich, nachdem es bereits in der Gemeindezeitung öffentlich geworden war: Die Sparkasse hat ihr Kaufangebot für die Schnappauf-Schule zurückgezogen. Damit bleibt die Immobilie nun das Domizil des "Faulenzer"-Clubs. "Wir wollen uns nicht gegen den Willen der Mehrheit der Bürger von Eggolsheim stellen", erklärte Ewald Maier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse in Forchheim, in seinem Brief.

Martin Pöhlmann, Sprecher der Interessengemeinschaft, erklärte das Interesse der Bürger an diesem Gebäude: Als sich die Interessengemeinschaft im November zusammenfand, wurde an diesem Abend nur über das Gebäude diskutiert.
"Wir hätten auch andere Themen finden können, doch der Erhalt dieses Hauses lag jedem am Herzen."

Sie haben den größeren Teil der Baukosten selbst erwirtschaftet

Anschließend wurden die Mitglieder des "Faulenzer" gefragt und Jonas Roppelt antwortete als Vorsitzender stellvertretend für die anderen Mitglieder: "Wir wünschen uns, dass das Gebäude auch von außen saniert wird."
Innen haben die Jugendlichen bereits eine Menge geschafft: Der Thekenbereich ist selbst gebaut, ebenso wurden die Toiletten und die Elektrik saniert. Von der Gemeinde gab es zwar Zuschüsse, doch den größeren Teil des dafür notwendigen Geldes erwirtschaftete die Truppe des "Faulenzers" selbst: Da sie auch die Eggolsheimer Kerwa organisieren, können sie den Überschuss in ihren Club stecken und haben bereits vieles in Eigenleistung erreicht.

Von außen bröckelt jedoch der Putz gewaltig und auch die Tür fällt fast ins Haus. Da ein eventueller Verkauf des Gebäudes bereits seit vier Jahren diskutiert wird, haben die Jugendlichen seit dieser Zeit nichts mehr investiert: "Sonst wäre längst das Treppenhaus fällig gewesen", sagt Gottlieb Hofmann und zeigt auf die nicht mehr ansehnlichen Wände.

Insgesamt 16 Jugendliche organisieren das Leben im "Faulenzer", teilen sich Thekenbetrieb am Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag untereinander auf und organisieren über das Jahr verteilt einige größere Veranstaltungen, zu denen dann Live-Bands im "Faulenzer" spielen. Mit "Tanz in den Frühling" findet am 28. Februar diese erste größere Veranstaltung in diesem Jahr statt.

Wenn der Verkauf stattgefunden hätte, hätten die Jugendlichen einen Neubau bekommen

Wenn die Sparkasse das Haus gekauft, abgerissen und an dieser Stelle ein neues Gebäude errichtet hätte, hätten die Jugendlichen an anderer Stelle ebenfalls einen Neubau bekommen. Doch jetzt bleibt der "Faulenzer" in der alten Knabenschule. Martin Pöhlmann von der IG "Alter Dorfkern" ist sich sicher, dass eine Sanierung des Gebäudes die bessere Lösung ist und lud die Mitglieder des "Faulenzer" ein, sich an der Arbeitsgruppe des ISEK rege zu beteiligen, die sich um die alte Schnappauf-Schule kümmern will. Das Gebäude gehöre der Gemeinde, die Jugend habe das Erdgeschoss und das Dachgeschoss zur Nutzung. Das mittlere Geschoss können auch andere Interessenten nutzen, wie beispielsweise die Eggerbachtaler Musikanten.

Als Ersatz für das Gebäude sollten die "Faulenzer" einen Neubau neben dem Rathaus bekommen. Hier sollte das Gebäude an der Hauptstraße 31 abgerissen werden. Da das jetzt nicht mehr nötig ist, bleibt das kleine Häuschen stehen - und soll im Rahmen der Städtebauförderung ebenfalls saniert werden, verriet Schwarzmann. Hier könnten die Bäckerei und das Café entstehen, die eigentlich im Gebäude der Sparkasse geplant waren. Es gebe bereits einen konkreten Interessenten, erzählte Schwarzmann.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren