Forchheim
Protest

Solar-Pläne verärgern Forchheimer Räte

Die Gemeinde Poxdorf will den Kersbachern eine sieben Hektar große Photovoltaik-Anlage vor die Nase setzen.
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So ähnlich könnte er aussehen: Der geplante Solarpark bei Poxdorf.  Symbolfoto: Reißaus
So ähnlich könnte er aussehen: Der geplante Solarpark bei Poxdorf. Symbolfoto: Reißaus
Kurz vor Weihnachte bekam René Franz einen Brocken Arbeit hingeworfen, der ihm noch eine Weile zu schaffen machen wird: Die Gemeinde Poxdorf schickte dem Chef des Forchheimer Bauamtes einen Plan, der am Dienstag auch bei den Stadträten Unwillen auslöste.
Auf einem zehn Hektar großen Areal will die Gemeinde Poxdorf "eine riesengroße Photovoltaik-Anlage" (René Franz) bauen, die sich über 7000 Quadratmeter erstrecken soll. Weil die Anlage direkt an den Ortsteil Kersbach grenzt, ist die Stadt Forchheim beteiligt. Mit anderen Worten: Poxdorf will die Forchheimer Zustimmung zu dem Projekt.


Fehlende Abstimmung kritisiert

Irritiert reagierten Politik und Verwaltung aus zwei Gründen. Zum einen war René Franz verwundert über die Kurzfristigkeit des Projektes: Bis 20. Januar soll die Stadt Stellung genommen haben. Zwar sei eine Verlängerung beantragt, aber sie sei nicht garantiert. "Eine gemeindliche Abstimmung habe ich mir anders vorgestellt", kritisierte der Chef des Bauamtes am Dienstag im Planungsausschuss der Stadt.
Die eigentliche Verärgerung über das Poxdorfer Vorgehen formulierte Manfred Hümmer Der FW-Rat brandmarkte die "Verweigerungshaltung" der Gemeinde Poxdorf, als es um ein gemeinsames Hochwasserkonzept mit der Stadt Forchheim ging: "Die selben Flächen werden jetzt für die Photovoltaik-Anlage verwendet. Ich habe den Eindruck, dass hier jemand wertloses Land vergolden wollte."
Bauamtschef Franz wies darauf hin, dass es sich bei dem Verfahren um eine "Jedermann-Beteiligung" handelt. Also nicht nur die Stadt Forchheim wird Stellung nehmen; jeder einzelne sei aufgerufen, dies zu tun.


"Verdammt nah"

Wie Manfred Hümmer anmerkte, gebe es viel zu bedenken bei diesem Projekt. "Die Anlage rückt Kersbach verdammt nah auf die Pelle." Daher müsse beispielsweise untersucht werden, inwiefern die Spiegelungen der Anlage die nahe Wohnbebauung beeinflussen könnte.
René Franz zeigte sich zuversichtlich, dass Poxdorf den Forchheimern für die Stellungnahme eine Verlängerung der Abgabefrist einräumen werde.
Doch Albert Dorn (SPD) und Josua Flierl (CSU) waren da skeptisch. Nach den Erfahrungen mit dem Hochwasserschutz-Konzept sollte sich die Forchheimer Verwaltung da nicht so sicher sein. Josua Flierl appellierte, "sich auf die Loyalität der Gemeinde Poxdorf nicht zu verlassen".

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