Forchheim
Krankheit

Sepsis brachte ihn in den Rollstuhl

Am 20. September informiert der VdK beim Dorffest in Langensendelbach über Sepsis. Der Vorsitzende des Verbandes, Bernhard Leisgang, leidet heute noch unter den Folgen einer Blutvergiftung.
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Bernhard Leisgang will Menschen über Sepsis aufklären. Foto: Jana Röckelein
Bernhard Leisgang will Menschen über Sepsis aufklären. Foto: Jana Röckelein
Jährlich erkranken weltweit 20 bis 30 Millionen Menschen an Sepsis. Bernhard Leisgang, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK, ist einer von ihnen. Von September 2009 bis Ende April 2010 war er, durch die Folgen einer Blutvergiftung, in einen künstlichen Koma gelegen.

Dabei hat alles harmlos angefangen. "Als wir vom Urlaub zurück gekommen sind, hatte er bereits Schmerzen im rechten Fuß", berichtet seine Ehefrau Monika Leisgang. Er wäre dann mit Verdacht auf Gicht behandelt worden. Aber innerhalb einer Woche bekam er plötzlich Fieber und litt unter Schüttelfrost und Herzrasen. Er sei die ganze Zeit sehr unruhig gewesen, berichtet seine Ehefrau.

Mit diesen Symptomen wurde er schließlich in die Klinik eingeliefert. Doch die Ärzte wussten zunächst nicht, was ihm fehle.

"Ich weiß nur noch wie der Krankenwagen mich abgeholt hat. Seit der Einlieferung ins Krankenhaus weiß ich nichts mehr", erzählt der Vorsitzende des VdK.

"Hoffentlich ist es nicht das, was ich vermute", wurde dem Ehepaar schließlich von einer älteren Krankenschwester gesagt. Sie vermutete , er habe eine Blutvergiftung. Schließlich ging es ihm so schlecht, dass er ins künstliche Koma versetzt werden musste. Dann erst kam die Diagnose Blutvergiftung.

"Es war ein ständiges Auf und Ab", erklärt Monika Leisgang, " diese Ungewissheit war das Schlimmste für mich." Erst Ende April 2010 erwachte Bernhard Leisgang aus dem Koma.
Fast zwei Monate später, am 15. Juni 2010, wurde er schließlich entlassen. "Das weiß ich noch genau, weil das genau zwei Wochen vor meinen Geburtstag gewesen ist", erzählt Bernhard Leisgang.
Die Blutvergiftung hat sein Leben stark beeinträchtigt und Spuren hinterlassen. Seit fünf Jahren sitzt er nun schon im Rollstuhl. Durch die Sepsis, fehle ihm der Hüftkopf auf der linken Seite und auch sein rechter Fuß musste mehrmals operiert werden. Auch wäre er anfangs immer sehr müde gewesen.


Zusammenhalt der Familie

"Am meisten geholfen hat mir während dieser Zeit, der Zusammenhalt meiner Familie", sagt der 65-Jährige.
Durch seine Krankheit wäre er viel aufgeschlossener geworden. "Wenn ich ein Problem habe, dann schau ich, dass ich das Problem selbst lösen kann. Außerdem möchte ich anderen helfen", berichtet der Vorsitzende.
Besonders für Monika Leisgang wäre die Zeit der Krankheit ihres Mannes, sehr schwer gewesen. "Mir persönlich hat der VdK sehr geholfen. Die Menschen dort haben mir Mut gemacht und hatten immer ein offenes Ohr für mich", erzählt sie. "Gerade in der schweren Zeit, als mein Mann im Koma lag, konnte ich mich immer an sie wenden."


Informationen über Sepsis

Am 20. September informiert der VdK im Rahmen des Langensendelbachener Dorffestes, über Sepsis.
"Ich möchte die Erfahrungen, die ich als Betroffener selbst gemacht habe, an andere weitergeben", sagt Bernhard Leisgang, der bereitst 1959 dem VdK beigetreten ist, "man sollte bei den ersten Anzeichen einer Sepsis so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen."
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