Hetzles
Zusammenschluss

Segelflieger auf dem Hetzleser Berg fusionieren

Die beiden Segelflugvereine auf dem Hetzleser Berg (Kreis Forchheim) haben sich zusammengeschlossen. Aus dem Fliegerclub Nürnberg und der Flugsportvereinigung ist nun der Flugsportverein Erlangen-Nürnberg geworden. 1963 fing alles an.
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Ein Segelflieger im Landeanflug auf den Flugplatz Hetzles. Foto: fen
Ein Segelflieger im Landeanflug auf den Flugplatz Hetzles. Foto: fen
Fast 50 Jahre lang haben der Fliegerclub Nürnberg (FCN) und die Flugsportvereinigung (FVE) das Segelfluggelände Hetzleser Berg im Landkreis Forchheim gemeinsam genutzt, blieben aber doch getrennte Vereine. Nun haben sie sich zusammengeschlossen, zum Flugsportverein Erlangen-Nürnberg (FEN).

Nach Meinung der beiden Vorsitzenden des neuen Vereins, Klaus Raeder und Ernst Rouschal, und der einhelligen Meinung der Mitglieder wurde es höchste Zeit. Die Zusammenarbeit funktionierte, sie wurde ja auch schon lange praktiziert. Raeder formuliert es so: "Die Fusion ist die sinnvolle Fortsetzung einer bereits gelebten Gemeinschaft." Außenstehende und Flugplatz-Besucher hätten ohnehin längst den Eindruck gewonnen, dass auf dem Hetzles nur ein Verein zugange sei.


Gelände 1963 für sich entdeckt

1963 hatten die Flieger des FCN (nicht zu verwechseln mit dem Fußball-Club) das Segelfluggelände zwischen Neunkirchen am Brand und Gräfenberg für sich entdeckt. 1969 kam der Erlanger Verein dazu, weil er das US-Militärgelände im Südosten der Stadt nicht mehr nutzen durfte.

Was als nur befristete Zusammenarbeit gedacht war, erwies sich als dauerhaft und erfolgreich, betont der Zweite Vorsitzende des FEN, Ernst Rouschal. Den Flugzeugschlepp der Segelflieger besorgten die Nürnberger, die ihre eigenen Schleppmaschinen hatten und haben, für Windenstarts sorgten die Erlanger. Die Einteilung machte man gemeinsam.

Die Idee, beide Vereine auch organisatorisch zusammenzuschließen, kam dem bisherigen FVE-Vorsitzenden Raeder und seinem FCN-Kollegen Rouschal nach dessen Worten schon vor über 20 Jahren: "Aber unser erster Anlauf wurde abgeschmettert." Vereinstreue und natürlich auch ein gewisses Konkurrenzdenken waren stärker. Objektiv betrachtet überwogen die Nachteile: Jeder Verein hatte seinen eigenen Flugzeugpark - Raeder: "Die Nürnberger durften keine Erlanger Segelflieger fliegen und umgekehrt" -, seine eigene praktische Pilotenausbildung, seinen Vorstand und Verwaltung sowie ein eigenes Verrechnungssystem. Vor allem bei der Abrechnung von Betriebskosten und Fremdleistungen gab es immer wieder Probleme.


Ein Fest bringt die Wende

Das Fest zum 50-jährigen Bestehen des Flugplatzes im Herbst 2013 brachte wohl die Wende. Beide Vereine bewiesen, dass sie "gemeinsam viel organisieren können", betont Rouschal, "und eine Fusion viele Vorteile brächte" - in erster Linie eine Kostenersparnis beim Verwaltungsaufwand und mehr Effizienz bei der Erhaltung und Modernisierung des Flugzeugparks. Gleichwohl habe es noch "Querschüsse" gegeben und hitzige Debatten. "Aber Klaus Rae der und ich ließen uns nicht beirren", berichtet Rouschal.

Die Überzeugungsarbeit war letztlich erfolgreich. Die Nachwuchsarbeit bekam wieder Aufwind und sogar einen landesweiten Preis. Auf der Hauptversammlung im April 2015 stimmten 96 Prozent der Mitglieder der Fusion von FVE und FCN im Bereich Segelfliegen zu. Die Modellflug-Gruppe der FVE kam hinzu.

Letzter Akt der Fusion war, den neuen Vereinsnamen zu finden und eine gemeinsamen Satzung auszuarbeiten, die allen Interessen gerecht und gerichtlich abgesegnet wird. Auch das ist gelungen. Vorstandsarbeit, Planungen und ihre Umsetzung liegen nun in einer Hand.

Das trägt schon vor der Flugsaison 2016 Früchte: Die Wartung der Luftfahrzeuge im Winter macht nicht mehr jeder Verein für "seine" Flieger, sondern alle Mitglieder packen gemeinsam an.


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