Forchheim
Konzert

Schweizer komponiert über den Forchheimer Chronos

Die Figur des Chronos hat den Schweizer Komponisten Mario Bürki zu einem Stück inspiriert.
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Trompeter Christian Libera, Komponist Mario Bürki und Dirigent Mathias Wehr (v. l.)  Foto: Pauline Lindner
Trompeter Christian Libera, Komponist Mario Bürki und Dirigent Mathias Wehr (v. l.) Foto: Pauline Lindner
Was bleibt einem Besucher der Stadt im Gedächtnis? Beim Komponisten Mario Bürki aus dem Schweizer Emmental sind dies die Porta Forchheimensis und ganz besonders die Figur des Chronos auf dem oberen Balken.
Die Idee von der Zeit, die mal rasant schnell, mal scheinbar langsam vergeht, inspirierte ihn zur Auftragskomposition für den Musikverein Forchheim-Buckenhofen. "Ich suchte ein Thema, das genau das widerspiegelt", beschreibt Bürki seinen Ansatz.


Ooulentes Programm

Über einem schnellen Grundtempo liegt ein lang gezogenes Thema. Der Musikverein feiert im kommenden Jahr "50 Jahre Musik aus Buckenhofen" und gedenkt mit einem opulenten Festjahresprogramm der Tatsache, dass 1967 Pfarrer Emil Köhler eine Knabenkapelle ins Leben gerufen hat. Erst 1973 wurde der heutige Verein gegründet, der inzwischen 1200 Mitglieder hat und damit einer der größten in Nordbayern ist.
Auf welch hohem Niveau die jungen Musiker spielen, konnte man bei den vier Konzerten in der Bamberger Konzerthalle und ebenso bei den Auftritten in Forchheim in den vergangenen Jahren feststellen.

Musikvereinsdirigent Mathias Wehr kennt Bürki über den Verlag, bei dem seine Kompositionen erscheinen. Er wandte sich an den Schweizer mit der Bitte, ein etwa fünfminütiges Werk zum Jubiläumsjahr zu schaffen, das einen Bezug zur Forchheimer Stadtgeschichte haben sollte. Bürki informierte sich über Forchheim und blieb wie gesagt am bronzenen Gott der Zeit hängen.

Am Donnerstag stand nun Bürki erstmals zusammen mit dem Dirigenten Mathias Wehr und Trompeter Christian Libera direkt vor der Porta. "Zum Komponieren bin ich aus reiner Faulheit gekommen", verriet er. Denn beim Musikstudium in den Fächern Trompete und Dirigieren habe er viele Instrumentationsaufgaben lösen müssen. Dabei habe er festgestellt, dass viele Stimmen in einer für das jeweilige Instrument ungünstigen Lage gesetzt waren.

"Nur wenn ich selber komponiere, kann ich die Eigenart des jeweiligen Instruments berücksichtigen", sagt er. Inzwischen hat er über 100 Werke für Bläserensemble komponiert. Im Kern beschränkt Bürki sich auf Blasinstrumente, bindet aber auch Sänger oder Streicher ein.

Bei seinem ersten Werk namens "Max und Moritz" fügte er pantomimische Teile hinzu. Das brachte ihm den Sieg bei einem Schweizer Blasmusikkompositionswettbewerb ein. Daneben leitet er seit 20 Jahren die "Musikgesellschaft Ostermundingen", ein dem Sinfonischen Orchester des Muskvereins ähnlich strukturiertes Amateurensemble mit 65 Mitgliedern.


"Das ist sportlich"

"Wie mein Chronos klingt, kann ich nicht sagen, denn ich habe es noch nie gehört. Ich habe nur eine Vorstellung, wie es klingen sollte", bekannte er, bevor er sich auf den Weg zur ersten Probe mit dem Sinfonischen Blasorchesterorchester machte.

Das hingegen probt schon seit September für die Uraufführung und die Einspielung einer Jubiläums-CD. "Ui, ist das sportlich", war de erste Gedanke, als Trompeter Christian Libera die Noten aufschlug. Seine Stimme muss beim ersten Einsatz mit einem hohen C loslegen, mit einem richtigen Fanfarenklang. "Wir haben gern geprobt", fügt er an. Für ihn ist das Stück eine Herausforderung.

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