Effeltrich
Verkehr

Schweben die beiden Effeltricher Wahrzeichen in Gefahr?

Ein Effeltricher ist davon überzeugt, dass Autos und Laster sowohl der Tanzlinde als auch der Kirchenburg St. Georg zusetzen. Der Gemeinderat schließt sich seiner Forderung nach einer "Tempo 30"-Zone an.
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Die Ortsdurchfahrt von Effeltrich soll im Bereich der beiden Staatsstraßen 2243 (Forchheim - Neunkirchen) sowie 2242 (Gaiganz - Langensendelbach), als "Tempo-30"-Zone ausgewiesen werden. Diese Absicht bekräftigte der Effeltricher Gemeinderat bei seinen ersten Sitzung im neuen Jahr.

Er bekräftigte damit seinen Beschluss aus dem Juni 2013, als es schon einmal den entsprechenden Antrag eines Effeltrichers unterstützt und anschließend beim Landratsamt Forchheim eingereicht hatte. Das Landratsamt verweigerten Effeltrichern seine Unterstützung und verwies stattdessen auf eine Verkehrszählung im Jahr 2010.

Unetr dem Landesdurchschnitt

Dort habe sich gezeigt, dass das Schwerlastverkehrsaufkommen gegenüber 2005 gesunken sei. Auch grundsätzlich sei der Verkehrsaufkommen 2010 in Effeltrich unter dem Landesdurchschnitt gelegen.


Der Antragssteller stützte sich in seiner Argumentation dagegen auf ein hohes Unfall- und Gefahrenpotenzial, das dem vielen Verkehr und den Rasern geschuldet sei. Gerade Schulkinder und ältere Menschen seien gefährdet, wenn sie die beiden Staatsstraßen überqueren wollten.

Inzwischen hat sich mit dem Gebäudesanierer Paul Förstel ein weiterer Effeltricher für "Tempo-30" in der Ortsdurchfahrt ausgesprochen. Er hat dafür extra einen anerkannten Baumgutachter aus Coburg kommen lassen, der die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf die über 850 Jahre alte Tanzlinde untersuchen soll. Deren Wurzeln sind bis zu 100 Meter lang und liegen auch unter der Straßendecke. Der Gutachter soll nun herausfinden, ob die Erschütterungen des Staßenverkehrs der Tanzlinde schaden.

Förstel ist zudem überzeugt, dass die Abgasimmissionen nicht nur der Linde, sondern auch der historischen Kirchenburg St. Georg schaden. Beide, die Linde und die Burg, gelten als die beiden Wahrzeichen Effeltrichs.
Mit 13:0 Stimmen unterstützte der Gemeinderat den erneuten Antrag. Mit 8:5 Stimmen entsprach der Gemeinderat anschließend auch einem Antrag von Anliegern der Straße "Hofgärten". Diese fordern eine Umwandlung des im Jahre 1997 auf Bitten der Bewohner eingerichteten Spielstraße in eine "Tempo-30"-Zone.

Aus dem Gröbsten raus

Als Begründung ihres Anliegens verwiesen die Anlieger jetzt darauf, dass die damals gefährdeten Kinder inzwischen alle erwachsen sind und deshalb auch durch die durch Zuparken entstehenden Engstellen in der Straße nicht mehr einem vermehrten Risiko ausgesetzt seien.

War das Parken auf der Straße bislang in dem verkehrsberuhigten Bereich nicht erlaubt, können bei "Tempo-30" die Fahrzeuge auch wieder auf der Straße abgestellt werden.

Weiterhin sprach sich das Gremium an diesem Abend für eine Ortsbegehung des Grundschulgebäudes aus. Dort wollen die Räte die in einem Schreiben des Elternbeirats aufgeführten Mängel an den Fenstern, der Schülertoiletten oder den Trittstufen im Pausenhof in Augenschein zu nehmen.

Anschließend will der Rat dann über die Dringlichkeit der Schadensbehebungen entscheiden.
Bürgermeister Richard Schmidt (FW) wurde einstimmig dazu ermächtigt, ein Büro mit dem Bebauungsplan im Teilbereich des Peter-Vischer-Ring zu beauftragen.

Wie VG-Geschäftsleiter und Kämmerer Andreas Pfister dazu erläuterte, habe man für den längeren oberen Teil der Straße bereits vor Jahren Beitragsbescheide herausgegeben. Für die Endabrechnung des unteren Abrechnungsabschnitts benötige die Gemeinde aus rechtlichen Gründen aber noch einen Bebauungsplan.

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