Schlaifhausen

Schlaifhausener Kicker wollten einen eigenen Platz

Damit die Jugendlichen nicht mehr auf abgemähten Wiesen Fußball spielen mussten oder gleich zu Nachbarvereinen abwanderten, wurde vor 50 Jahren der FC Schlaifhausen gegründet.
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Die erste Fußballmannschaft des FC Schlaifhausen Foto: privat
Die erste Fußballmannschaft des FC Schlaifhausen Foto: privat
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Das 50-jährige Bestehen der DJK-FC Schlaifhausen wirft seine Schatten voraus. Vom 12. bis 15. Juli werden die Sportler mit einem interessanten Programm feiern. Vorweg genommen haben sie jetzt schon einmal den Festkommers.

Schriftführer Josef Messingschlager, wesentlich in der Organisation des Vereinsjubiläums tätig, blickte in geraffter Form bis 1963 zurück. Damals, so Messingschlager, wollten die Schlaifhausener Jugendlichen nicht mehr auf den abgemähten Wiesen Fußball spielen, zum anderen schlossen sich einige bereits Nachbarvereinen wie Reuth, Kunreuth, Pinzberg oder Leutenbach an. Am 27. Juli 1963 war es dann soweit, dass 24 sportbegeisterte Männer den FC Schlaifhausen im Stammlokal Gasthaus Schüpferling gründeten. Hans Pieger übernahm den Vorsitz, sein Stellvertreter wurde Hans Schüpferling.

Den Sportverein gäbe es vielleicht nicht, so ist auch in der Chronik zu lesen, hätte der FSV Wiesenthau überlebt, der 1945 entstand und dann aber nach einigen Jahren wieder unterging. Die erste Verbandsrunde spielten die Schlaifhausener auf dem Platz des TSV Gosberg, 1965 stand der erste eigene Platz zur Verfügung. Der Patenverein von damals, der TSV Kunreuth, machte auch jetzt wieder seine Aufwartung.

1997 schloss sich der Sportverein dem katholischen Sportveerband DJK (Deutsche Jugendkraft) an. Die aktuelle moderne Anlage entstand 2002. Der damals unermüdliche Förderer, Pfarrer Friedmann, sowie die katholische Pfarrpfründestiftung Wiesenthau (Eigentümer) und das Erzbischöfliche Ordinariat waren entscheidende Hilfen.

Sportlich geht es bei den Männern des FC, wie im täglichen Leben, in einer sanften Schlangenlinie auf und ab. Derzeit belegt die 1. Mannschaft den Relegationsplatz der A-Klasse und hofft, den Sprung in die Kreisklasse zu meistern. Beeindruckend präsentiert sich die vor elf Jahren gegründete Damenmannschaft auf Landkreisebene. Sie hat den Anschluss an die Tabellenspitze der Kreisliga hergestellt. 352 Mitglieder zählt der Verein, davon 76 Frauen. 40 Prozent sind unter 27, für einen Sportverein besonders interessant.

Die Bauchronik des Sportheims präsentierte Hans Weisel. Am 28. Juni 2008 erfolgte der Spatenstich. Die Planung hat Arnold Geck geliefert. Heute sind die Schlaifhausener stolz auf ein gelungenes Bauwerk, bei dem nur der Außenputz anzubringen und die Außenanlagen noch zu richten ist.

420 000 Euro sollte das Gebäude nach regulärer Berechnung kosten. 216 000 Euro wurden verbaut. Weitere 50 000 bis 70 000 Euro an Kosten werden bis zur endgültigen Fertigstellung erwartet. Damit haben die Sportler ihr Ziel erreicht, mindestens 130 000 Euro an Eigenleistung einzubringen. Fachleute aus den eigenen Reihen und einsatzfreudige Helfer machen es möglich.

2014 soll die Anlage komplett sein, mit einem modernen, zehn mal 20 Meter großen Gebäude, mit Einrichtungen auf drei Ebenen. Solarunterstützung auf dem Dach gehört selbstverständlich dazu. "Eine Freude für Fußballer, eine runde Sache" nannte Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber (FW) in seiner Grußadresse die Einrichtung. Fünf Jahre Bauzeit mit 130 000 Euro Einsparung durch Eigenleistung, das gehe in Ordnung. "Es wurde nicht zu groß und nicht zu klein, einfach ideal", meinte Kreisspielleiter Max Habermann. Er überreichte eine Ehrenurkunde des Bayerischen Fußballverbandes, einen original Bundesliga-Fußball und das DFB-Ehrenzeichen.

"Wir sind als Gemeinde stolz auf Euch", rief stellvertretender Bürgermeister Hans Schütz (FW) seinen Schlaifhausenern zu. Jürgen Haller, Vorsitzender des VfL Dobenreuth, wünscht dem Jubelverein frühere Gewohnheiten zurück, wo die "3. Halbzeit" auch die längste war, die Geselligkeit noch viel stärker im Vordergrund stand. Leichte Proteste löste die Gratulation von Silvia Wagner vom TSV Kirchehrenbach aus, die von Herzen wiederholt wünschte, die Fußballer der DJK-FC Schlaifhausen mögen doch die Relegation nicht überstehen und nicht aufsteigen, damit Kirchehrenbach weiter einen interessanten Derbygegner habe. Die Grüße der DJK überbrachte stellvertretender Diözesanvorsitzender Matthias Distler mit einer Jubiläumsurkunde und dem Banner "Sport um der Menschen willen".

Die Reihe der Gratulanten, vor allem aus den Nachbarvereinen, wollte nicht aufhören. Auch wenn Geld keine Tore schießt, wie zu hören war, sind die Spenden zum Jubelfest sicher trotzdem willkommen. Jetzt richten sich die Blicke nach vorne, auf die Jubelfeiern um den 12. bis 15. Juli. Die Festschrift, federführend koordiniert von Daniela Meixner, liegt bereits auf und erzählt ausführlich und unterhaltsam die Geschichte des Vereins.
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