Kleinsendelbach
Buchveröffentlichung

Saskia Rehäußer setzt auf einen veganen Lebensstil

Die Zahl der Veganer steigt rapide. Doch was es wirklich heißt vegan zu leben, können sich nur wenige vorstellen. Saskia Rehäußer aus Kleinsendelbach hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben.
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Saskia Rehäußer in ihrer Küche in Kleinsendelbach. Foto: Saskia Bleher
Saskia Rehäußer in ihrer Küche in Kleinsendelbach. Foto: Saskia Bleher
Vegan leben, das heißt vollständig auf tierische Produkte verzichten. Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch. Doch nicht nur die Ernährung muss umgestellt werden. Auch Kleidung aus beispielsweise Wolle oder Leder ist für Veganer tabu.

Saskia Rehäußer ist seit drei Jahren Veganerin. Im Juni wurde ihr erstes Buch veröffentlicht. "Vegan Family" ist für alle Menschen, die sich mit dem Thema Veganismus auseinandersetzen möchten.

Das Buch selbst ist eher durch Zufall entstanden. "Ich habe schon immer alles recherchiert und hinterfragt, was ich gelesen habe. Dadurch habe ich über die Jahre sehr viele Informationen gesammelt. Diese möchte ich nun mit anderen teilen und ihnen damit Arbeit ersparen."

Das Buch verfasste die Mutter von zwei kleinen Kindern innerhalb eines halben Jahres. "Ich habe vor allem nachts geschrieben, wenn meine Kinder im Bett waren und ein bisschen Ruhe eingekehrt ist."

Da das Buch erst seit einem Monat auf dem Markt ist, gab es noch nicht sehr viel Resonanz. "Die, die ich bis jetzt bekomme habe, war jedoch durchwegs positiv." Rehäußer steht in engem Kontakt zu ihren Rezipienten. Im Netz veröffentlicht sie regelmäßig Beiträge und gibt Tipps zu veganen Rezepten und Einkaufsmöglichkeiten.

Neben der Printversion ist das Buch auch als Hörbuch und online als E-Book erhältlich. Das Schreiben machte der 35-Jährigen Spaß. Sie könne sich vorstellen, weitere Bücher zu veröffentlichen. "Ein veganes Kochbuch wäre schön. Oder etwas über vegane Schwangerschaften, da ich selbst Erfahrungen damit gemacht habe."

Der Weg zum Veganismus

Die gebürtige Hessin lebt seit 2008 in Franken. Zum Veganismus kam sie durch die Geburt ihres ersten Kindes. Ihr dreijähriger Sohn Cosmo kam acht Wochen zu früh auf die Welt, weshalb sie Muttermilch abpumpen musste. Dies führte zu Milchstaus, so dass sie sich entschied abzustillen. "Seitdem weiß ich, wie sich eine Kuh fühlen muss, die gemolken wird." Zu dieser Erfahrung kam eine Reportage über extremen Körperkult hinzu. Einer der Protagonisten hieß Daniel Gun, welcher "straight edge" ist. Das bedeutet, dass er nicht nur vegan lebt, sondern auch auf Alkohol und Sex mit wechselnden Geschlechtspartnern verzichtet. "Ich fand es bewundernswert, wie konsequent er schon mit Mitte 20 leben kann."

Von diesen Erkenntnissen geleitet, begann die Autorin mit einer Recherche über Veganismus und bestellte sich ein Starterkit der Tierrechtsorganisation PETA. "Je mehr Informationen ich fand, desto mehr habe ich meine eigene Lebensweise hinterfragt, bis ich sie schließlich nicht mehr akzeptieren wollte." Seit August 2012 ist Saskia Rehäußer Veganerin.

Familie und Freunde reagierten anfangs verwirrt und trauten es Rehäußer und ihrem Mann nicht zu, ihr Leben vollständig umzustellen. "Wir waren als Urfranken bekannt. Drei im Weggla und Leberkäsbrödla waren etwas ganz normales für uns. Fleisch gab es eigentlich jeden Tag."

Doch sie hielten durch. Nichts in ihrer Wohnung erinnert noch an alte Zeiten. Alles ist vegan. Die wenigen tierischen Produkte wie Schuhe aus Leder, die heute noch zu finden sind, stammen aus der Zeit vor ihrer Lebensumstellung. "Diese Sachen wegzuschmeißen würde den Tieren auch nichts mehr bringen. Wir behalten sie noch, so lange wir sie tragen können und werden sie anschließend durch vegane Produkte ersetzen."

In der Familie habe niemand das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen, sagt die 35-Jährige: "Im Gegenteil, durch den Veganismus haben wir sehr viele Lebensmittel kennengelernt, von denen wir früher nicht einmal wussten, dass es sie gibt." Hierzu zählt zum Beispiel Amarant. Das sind glutenfreie Körner, die reich an Nähr- und Vitalstoffen sind.

Heuschnupfen ist verschwunden

Zudem ist Rehäußers Bezug zur Natur gestiegen. Auch gesundheitlich gibt es einige Veränderungen. "Ich habe viel weniger Allergien als früher und mein Heuschnupfen ist verschwunden."

Diese Erfolge überzeugten auch Freunde der Familie. "Viele von ihnen sind nun sechs Tage die Woche Veganer." Das heißt, dass sie sechs Tage lang auf tierische Produkte verzichten, am siebten jedoch Fleisch essen.
Zwar schreibt Saskia Rehäußer in ihrem Buch auch von einigen Rückschlägen; aber von der Richtigkeit ihrer Entscheidung bleibt sie überzeugt. "Heute könnte ich mir auf keinen Fall mehr vorstellen, tierische Produkte zu verwenden. Ich bin so glücklich wie niemals zuvor."

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