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Forchheim
Sanierung

Salzwasser hat Forchheimer Brücken zugesetzt

Die Arbeiten für die Instandsetzung der Trubbachbrücke und der Augraben-Brücke haben begonnen. Bis Herbst müssen die Autofahrer mit Behinderungen rechnen.
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Im Moment wird der Überbau der Brücken komplett abgeräumt.  Foto: Josef Hofbauer
Im Moment wird der Überbau der Brücken komplett abgeräumt. Foto: Josef Hofbauer
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Die Behinderungen auf der Willy-Brandt-Allee in Forchheim werden wohl den ganzen Sommer über andauern. Ursache sind die Instandsetzungsarbeiten an der Trubbachbrücke und der Augrabenbrücke, die vor einer Woche begonnen haben.

"Nach 40 Jahren ist eine Generalsanierung der Brücken fällig", erklärt Abteilungsleiter Michael Raab vom Straßenbauamt Bamberg. Hauptproblem ist das Tausalz, das in das Bauwerk eingedrungen ist und Schäden verursacht hat.

"Eine Brücke ist ähnlich aufgebaut wie ein Flachdach", erklärt Klaus Videra vom Straßenbauamt Bamberg. "Deshalb gibt es hier auch die gleichen Probleme." Durch die jahrzehntelange Beanspruchung durch Verkehr, Frost, Wasser und Tausalz seien die Beton-Fahrbahnplatten und Widerlager stark marodiert, so Videra.


Erst einmal alles freilegen

In einem ersten Schritt geht es darum, den Unterbau der Brücke frei
zu legen. Die Decke wird abgetragen, die aus beschichteten Kupfer-Riffelblech bestehende Abdichtung entfernt. "Dann erst können wir sehen, wo das Salz in den Unterbau eingedrungen ist und bei den Eisenträgern Korrosionsschäden verursacht hat. Diese Stellen werden dann punktuell ausgebessert.

Komplett abgetragen werden die "Brückenkappen", wie Fachleute die Gehsteige auf beiden Seiten der Brücke nennen. Die Pflastersteine inklusive der Bordsteine werden komplett entfernt. Gerade über die Fugen des Pflasters sei viel Tausalz in das Bauwerk eingedrungen. Deshalb sollen sie nach Abschluss der Arbeiten auch nicht wieder verwendet, sondern durch eine Betonplatte ersetzt werden.

Mit einem Brücken-Untersichtgerät können die Arbeiter gefahrlos auch einen Blick unter die Brücke werfen. Kalkablagerungen zeigen, dass es da eine undichte Stelle geben muss. "Die müssen wir finden und abdichten", erklärt Klaus Videra. Um die Qualität des Betonbauwerkes zu testen, wurden bereits sechs Löcher in die Wand gebohrt. "So können wir Rückschlüsse auf die Qualität des Betons ziehen", so Videra.

Das müssen die Arbeiter auch beim Unterbau der Fahrbahn. Ist die Abdichtung entfernt, wird das Bauwerk abgeklopft, um eventuelle Hohlstellen zu entdecken. Dann wird der Unterbau geöffnet und die beschädigte Armierung an den betroffenen Stellen sandgestrahlt.


Gröte Mängel an den Ausläufen

"Am gravierendsten sind die Schäden an den Ausläufen, dort wo das Regenwasser abgeleitet wird", weiß Abteilungsleiter Michael Raab. Um zu sehen, ob diese Schäden repräsentativ für das gesamt Bauwerk sind, wurde die Brücke auf einer 50 mal 50 Zentimeter große Stelle geöffnet. "Es könnte schlimmer sein" zieht Raab ein durchaus positives Fazit. "Die Sanierung der Fahrbahn geht relativ schnell", erklärt Klaus Videra. Schließlich bleibt die Brückenlänge - bei der Augraben-Brücke sind das 45 Meter - ebenso unverändert wie die Fahrbahnbreite. Die beträgt 5,25 Meter abzüglich der Bordsteinkante.


Gehweg komplett neu

Was Arbeit macht, ist der Gehsteig, der an das Brückenbauwerk seitlich "angehängt" wird. Auf die Verbindungen zwischen dem Fuß und Radweg auf der "Brückenkappe" und der Fahrbahn muss besonderes Augenmerk gelegt werden. "Da muss alles hundertprozentig dicht sein, damit Salzwasser nicht sofort wieder Schaden anrichten kann", unterstreicht Videra. Dann könne die Brücke wieder 40 Jahre halten.

Dies bedeutet aber nicht, dass es nach der Sanierung kleine Kontrollen mehr gibt. Alle drei Jahre ist eine Überprüfung angesagt, alle sechs Jahre steht ein großer TÜV auf dem Propgramm, erklärt Videra. Die Kosten für die Instandsetzung der beiden Brücken beziffert er auf rund 620 000 Euro. Die beiden Brückenbauwerke auf der jeweils anderen Fahrspur werden im nächsten Jahr saniert.