Ebermannstadt
Justiz

Rollerklau nach dem Ebermannstadter Altstadtfest

Zwei Jugendliche hatten nach dem Ebermanstadter Altstadtfest gemeinsam einen Roller geklaut. Einer der beiden ist danach noch hochalkoholisiert mit dem Gefährt durch die Gegend gefahren - am Montag standen sie für diese Tat vor dem Forchheimer Jugendrichter.
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Foto: Archiv
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Zu Beginn der Verhandlung vor dem Forchheimer Jugendrichter Philipp Förtsch gestanden beide Angeklagten die ihnen zur Last gelegte Tat vollumfänglich. Die 17- und 18-Jährigen hatten nach dem Altstadtfest in Ebermannstadt ein Kleinkraftrad von einem Pritschenwagen geklaut. Beide seien "ziemlich betrunken" gewesen, sagten sie vor Gericht. Der Ältere der beiden Angeklagten wurde nur wegen Beihilfe zum Diebstahl angeklagt. Er hatte dabei geholfen, das Fahrzeug vom Pritschenwagen zu heben.

Besoffen auf dem Roller

Der Hauptangeklagte musste sich neben dem Diebstahl auch noch für fahrlässige Trunkenheit im Straßenverkehr in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis verantworten.
"Dass Sie nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden, haben Sie nicht bedacht?", fragte Förtsch den 17-Jährigen, der den Roller ohne Führerschein gefahren hatte. Ein leichtes Kopfschütteln war seine Antwort. Doch die Alkoholfahrt hatte Folgen: Nach nur wenigen hundert Metern stürzte der Angeklagte mit dem geklauten Roller und verletzte sich dabei leicht. An dem Fahrzeug entstand Totalschaden. Mittlerweile haben die beiden Angeklagten mit Hilfe ihrer Eltern den Schaden von rund 1200 Euro beglichen.

Fehlende Einsicht

"Sind Sie froh, dass Sie noch leben", sagte Richter Förtsch in Anbetracht der Tatsache, dass der 17-Jährige auch ohne Helm unterwegs war. "Es war ja niemand unterwegs, um die Zeit", murmelte der Hauptangeklagte als Antwort - nicht gerade einsichtig. Fehlende Einsicht beklagte auch die Jugendgerichtshelferin des Hauptangeklagten.

Nachdem beide Angeklagten geständig waren, ging es im Plädoyer des Staatsanwalts nur noch um das Strafmaß. Beide Jugendlichen waren bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Dem Älteren der beiden steht allerdings noch ein Verfahren wegen Cannabis-Besitz bevor.

Da beide in Kreisen verkehren, die für einen erhöhten Alkoholkonsum bekannt sind, schlugen die Vertreterinnen der Jugendgerichtshilfe vor, sie in eine soziale Projektarbeit mit dem Thema der Gefahren von Alkohol und Drogen zu integrieren. Diese soll Ende Januar starten.

Der Staatsanwalt forderte für den Hauptangeklagten eine Woche Dauerarrest sowie die Teilnahme an der Projektarbeit und eine Führerscheinsperre von zehn Monaten. Für seinen 18-jährigen Mittäter forderte er 60 Arbeitsstunden, die binnen fünf Monaten abzuleisten seien.

"Sie waren sehr betrunken, das ist aber kein Freibrief für Straftaten", erklärte Richter Förtsch sein Urteil. Der Mittäter wurde von ihm zu 50 Arbeitsstunden, die er innerhalb von fünf Monaten verrichten muss, verurteilt.

Urteile milder als gefordert

Der 17-jährige Haupttäter bekam drei Tage Kurzarrest und die Teilnahme an der Projektarbeit auferlegt. Außerdem darf er neun Monate lang keinen Führerschein machen.

"Der Arrest ist dafür gedacht", erklärte Förtsch, "dass Sie sehen, was Ihnen droht, wenn Sie so weitermachen."
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