LKR Forchheim
Infizierung

Rinderseuche grassiert im Landkreis Forchheim

Nachdem in Bayern bereits auf neun Höfen Rinderherpes ausgebrochen ist, sind nun auch zwei Betriebe im Landkreis Forchheim befallen.
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Besondere Hygienemaßnahmen in den Ställen sind jetzt das oberste Gebot.  Foto: Archiv Ekkehard Roepert
Besondere Hygienemaßnahmen in den Ställen sind jetzt das oberste Gebot. Foto: Archiv Ekkehard Roepert
Die gute Nachricht zuerst: Die aus Österreich nach Bayern eingeschleppte Rinderseuche ist für den Menschen völlig ungefährlich. Doch nun die schlechte Meldung: Auch im Landkreis Forchheim sind derzeit in zwei landwirtschaftlichen Betrieben Tiere vom Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) befallen.

"Ich weiß erst seit vergangenem Freitag, dass wir die Rinderseuche im Landkreis haben", bestätigt Werner Nützel, Leiter der Forchheimer Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Zwei Landwirte hätten ihn darüber informiert, dass in ihrem Tierbestand das Virus aufgetaucht sei. Das Vieh sei aus Österreich eingeführt worden, wo nur stichprobenartig auf Rinderherpes getestet werde, erklärt Werner Nützel. Bayern habe seit 2011 als offiziell frei von BHV 1 gegolten.

Mit Blick auf die Statistik des Landwirtschaftsamtes, in der für den Landkreis Forchheim rund 240 Milchviehhalter verzeichnet sind, hält sich die Zahl von zwei Betroffenen für Nützel noch in überschaubarem Rahmen. "Gott sei Dank ist die Ausbreitung nicht groß", betont auch Dr. Bernhard Hauser, leitender Amtsveterinär an der Forchheimer Kreisbehörde. Was allerdings noch drohen könnte, seien in einem zweiten Schub Krankheitsausbreitungen durch Kontakttiere - also Rinder, die aus einem infizierten Betrieb weiterverkauft worden seien. Was jetzt in den befallenen Betrieben erfolge, sei die Untersuchung aller Tiere.

Tötung infizierter Tiere

Für die positiv getesteten, also infizierten Tiere, werde die Tötung angeordnet. Rinder mit negativem Testergebnis, d.h. gesunde Tiere, könnten im Stall verbleiben, erklärt Dr. Hauser und versichert: "Ich werde nicht den Teufel tun und die Tötung von negativen Tieren anordnen." Die Neueinstellung von Vieh werde aber erst nach 30 Tagen genehmigt. Der Grund: Erst vier Wochen nach einer Infektion bilden sich bei den Tieren Antikörper, über die im Bluttest die Erkrankung feststellbar ist. Die bittere Konsequenz für die Landwirte: Der Betrieb stagniert.

Nur begrenzte Entschädigung

Es gebe zwar eine Entschädigung durch die bayerische Tierseuchenkasse, erklärt der Amtstierarzt, aber die gelte nur für die getöteten Tiere - nicht aber für die darüber hinausgehenden Schäden, wie zum Beispiel für den Milchausfall. Wer keine Ertragsausfallversicherung habe, müsse den Schaden durch Rücklagen finanzieren oder Darlehen aufnehmen, betont BBV-Geschäftsführer Nützel. "Zweifelsohne bedeutet der Seuchenbefall für die zwei betroffenen Betriebe einen wirtschaftlichen Schaden, bedauert der Bauernverbandssprecher. In der Existenz bedroht sei jedoch niemand.
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