Ebermannstadt

Rewe und Aldi bauen neu in Ebermannstadt

Der Stadtrat Ebermannstadt gibt grünes Licht für die Ansiedlung eines Einkaufsmagneten am Oberen Tor. Discounter und den Supermarkt planen gemeinsam.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Discounter Aldi soll diesem neuen Rewe-Einkaufsmarkt weichen.  Grafiken: Sontowski & Partner
Der Discounter Aldi soll diesem neuen Rewe-Einkaufsmarkt weichen. Grafiken: Sontowski & Partner
+1 Bild
Zwölf Millionen Euro will das Unternehmen Sontowski & Partner in die Hand nehmen, um in Ebermannstadt, am Oberen Tor , großflächigen Einzelhandel zu ermöglichen. Dies erklärte Matthias Hubert, Geschäftsführender Gesellschafter der Sontowski & Partner GmbH in der jüngsten Stadtratssitzung.

Geplant ist auf dem Gelände der Firma Göller, das der Investor im Frühjahr gekauft hat, ein neues Gebäude für den Discounter Aldi zu errichten. Anschließend soll an Stelle des bisherigen Aldi-Gebäudes ein neuer Rewe Einkaufsmarkt entstehen. "Wir wollen nicht gegen den Strom schwimmen, sondern Ebermannstadt als Nahversorgungszentrum stärken", unterstrich Sontowski-Geschäftsführer Johannes Pohl.


Regierung überzeugt

Das Konzept, so die Investoren, habe bei der Regierung von Oberfranken großen Anklang gefunden. Dazu beigetragen habe eine Bestandsgarantie für den Rewe Einkaufsmarkt am Kirchenplatz bis mindestens 2030. Außerdem soll dieser Einkaufsmarkt durch den Konzern attraktiver gestaltet werden. Es gehe darum, die Aufenthaltsqualität in dem Markt zu steigern, erklärte Pohl.

Bei der Gestaltung der beiden neuen Märkte sei nicht mehr Beton, sondern Holz das dominierende Element. Zwar führe an der quaderförmigen Bauweise kein Weg vorbei, aber: "Es gibt hässliche und es gibt schöne Schachteln", formulierte Pohl. Durch eine sichtbare Tragwerkskonstruktion aus Holz, lichtdurchflutete Räume und großzügige Flächen werde eine Bauweise gewählt, die in die Gegend passt.
Matthias Hubert ergänzte, dass "diese einzigartige Planung Mehrkosten von 18 bis 22 Prozent" verursache, eine Summe, die die Investoren bewusst einkalkuliert hätten.


Plan wird beiden Märkten gerecht

Ludwig Brütting (FW) war überzeugt von dem Konzept, weil es "das eine tut und das andere nicht lässt." Mit der Modernisierung des bisherigen Supermarktes und dem neue Frequenzbringer sei Ebermannstadt für die Zukunft gerüstet. Allerdings müsse dafür Sorge getragen werden, dass die Angebote innenstadtverträglich seien.
Erwin Horn (NLE) zeigte sich skeptisch, ob ein weiterer Einkaufsmarkt der Rolle des erhofften Frequenzbringers gerecht werden könne. Diese Sorge zerstreute Rewe-Expansionsleiter Alexander Pavlovic. Am bisherigen Standort gebe es maximal 8000 Artikel. Das Sortiment sei aber explosionsartig gewachsen. Mehr als 12 000 Artikel seien in einem Supermarkt Standard. Deswegen würden im Neubau an Stelle des bisherigen Aldi.-Gebäudes mehr Bioprodukte, Artikel für Kunden mit Unverträglichen oder regionale Produkte angeboten.
In den bisherigen Markt soll eine halbe Million Euro investiert werden. Das Ziel: Die Verkaufsfläche soll verkleinert werden. Stattdessen sollen 40 bis 60 Sitzplätze entstehen, an denen der Kunde Kaffee trinken oder eine Brotzeit essen kann.

Bedenken, dies könnte auf Kosten der Bäckerei "Hetz" gehen, konterte Matthias Hubert: "Man kann nichts vorwärts bringen, wenn alles unverändert bleibt." Die Investoren wollten, dass Ebermannstadt das Tor zur Fränkischen Schweiz bleibt und nicht zu einem Nebeneingang verkommt.
Michael Seidel von der Cima- Beratung (City-Management), der ein Gutachten zur Innenstadtverträglichkeit des neuen Angebotes erstellt, sah kein Problem. Eine Bäckerei sei für eine Stadt wie Ebermannstadt sowieso viel zu wenig.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren