Igensdorf
Streit

Rast will mehr Neuanfang wagen

Nach dem Feuerwehrhaus entzweit jetzt der Bauhof den Igensdorfer Gemeinderat. Eine Politikerin der Freien Wähler versteigt sich dabei zu einem Vergleich aus der NS-Zeit.
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Igensdorfs Bürgermeister Wolfgang RastFoto: Archiv/FT
Igensdorfs Bürgermeister Wolfgang RastFoto: Archiv/FT
Der Igensdorfer Marktgemeinderat bleibt zerstritten. Mit den Stimmen von CSU, Jungen Bürgern und Freien Wählern hält er an der Klage gegen den Bescheid des Landratsamts Forchheim zur Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens "Vollzug des Feuerentwicklungsplanes Igensdorf" fest. Und auch auf den geplanten Neubau des Bauhof-Betriebsgebäudes konnte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nicht einigen.
Zuvor hatte Zweiter Bürgermeister Manfred Finkes (SPD) den Antrag der SPD-Fraktion als vielleicht letzte Gelegenheit bezeichnet, um zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren.

Mit einem solchen Grundsatzbeschluss für einen Neubau des Bauhofs würden die Forderungen des Bürgerbegehrens praktisch laut Finkes erfüllt, was dann auch eine Klage nicht mehr erforderlich mache.
Vor allem aber benötige der immer noch auf mehrere Standorte verteilte gemeindliche Bauhof wieder eine zentrale Unterkunft, die dem Standard eines modernen Betriebshofes entspreche. Bürgermeister Rast (IU) erinnerte in diesem Zusammenhang, dass das Thema in der Vergangenheit ausgiebig und kontrovers diskutiert worden ist. Im Januar ist zudem auch der Bauantrag für Baumaßnahmen im Feuerwehrhaus vom Gemeinderat abgenickt worden.
Dies hätte schon damals eine Chance sein können, die Auseinandersetzung zu beenden. Die Angelegenheit hat den Gemeindereat laut Rast schon jetzt in eine tiefe Krise gestürzt.

Kooperation mit Weißenohe?

Rast forderte seine Gemeinderäte deshalb dazu auf, den SPD-Antrag anzunehmen und damit wieder zu einer "bürger- und sachorientierten Zusammenarbeit" zu gelangen. "Man muss jetzt endlich einmal das Geschehene ad acta legen", bat Rast inständig.
Im Gegenzug bot Rast die Bildung einer Arbeitsgruppe an, um in fraktionsübergreifenden Gesprächen ein gemeinsames Konzept für den Bauhof zu erarbeiten. Zudem hat Rast mit seinem Weißenoher Amtskollegen Rudolf Braun die Möglichkeit sondiert, ob die beiden Gemeinden einen gemeinsamen Bauhof betreiben könnte. Den Gemeinderat konnte dies in seiner Mehrheit allerdings nicht überzeugen.

Geräte unter freiem Himmel

Daran konnte auch Finkes nichts ändern. Er stellte allerdings nochmals klar, dass die Gerätschaften und Fahrzeuge des Bauhofs nicht auf Dauer im Freien belassen werden können. Allein dieser Umstand mache ein neues Gebäude im Grunde alternativlos. "Deshalb sollten wir ein neues Betriebsgebäude beschließen. Das wäre auch das Ergebnis einer echten Zusammenarbeit", sagte Finkes.
Es war FW-Marktgemeinderat Jürgen Zimmermann, der noch einmal an das Spießrutenlaufen erinnerte, den er und seine Mitstreiter von den Freien Wählern, den Jungen Bürgern und der CSU in den öffentlichen Sitzungen im großen Rahmen der Lindelberg-Kulturhalle ertragen hätten müssen. Jetzt müsse er erst einmal wieder das dabei verloren gegangene Vertrauen wieder aufbauen.
Für den verbalen Ausrutscher des Abends sorgte seine Fraktionskollegin Annemarie Weikart (FW), die die öffentlichen Sitzungen vor den Igensdorfer Bürgern in der Lindelberg-Kulturhalle mit dem "Bürgerbräukeller" in München verglich. Dort hatten einst Adolf Hitler und seine Nazischergen ihre Hetztiraden auf das Volk losgelassen.
Nicht ganz so polemisch hat an diesem Abend Armin Gebhardt (JB) seinem Widerwillen Ausdruck gegeben. Den Beschluss zum Neubau des Bauhofs wollte aber auch er nicht mittragen.

Ja zur Analyse

Allerdings ließ sich Gebhardt immerhin dazu erweichen, ein Beratungsgremium und eine Bedarfsanalyse für einen neuen Bauhofstandort mitzutragen.
Jetzt sollen zunächst einmal die Mitglieder des Igensdorfer Gemeinderats bis zur nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses die gewünschten Unterlagen und Zahlen aus der Kämmerei bekommen. Anschließend wollen sie auf dieser Basis über die Zusammensetzung der vorgeschlagenen Arbeitsgruppe beraten.

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