Forchheim
Verkehr

Radfahrer müssen weiter warten

Der Zeitdruck beim Ausbau des Kreisverkehrs in Kersbach macht die Lücken beim Radwege-Ausbaus in Forchheim deutlich.
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Der Radweg in Richtung Lände (rechts) soll noch heuer fertig werden, aber auf die Fortführung in Richtung Baiersdorf müssen die Radfahrer mindestens bis nächstes Jahr warten. Foto: Ekkehard Roepert
Der Radweg in Richtung Lände (rechts) soll noch heuer fertig werden, aber auf die Fortführung in Richtung Baiersdorf müssen die Radfahrer mindestens bis nächstes Jahr warten. Foto: Ekkehard Roepert
Forchheim "Kalt erwischt" fühlt sich Werner Schaup von den Planern der Deutschen Bahn. Die haben den Chef im Forchheimer Tiefbauamt mit der Nachricht überrascht, dass der Bahnsteig Kersbach am 28. August fertig sein wird. Bis dahin muss folglich auch der Kreisverkehr an der FO 25 fertig gebaut sein, damit der Übergang der Pendler vom Zug auf die Straße funktioniert.

Um den Kreisverkehr in Kersbach rechtzeitig in Schwung zu bringen, hat das Tiefbauamt nun eine "überplanmäßige Ausgabe" beantragt. "Die im Haushalt zur Verfügung stehenden Mittel reichen für die geplanten Maßnahmen nicht aus", erläuterte Scha up.

Um den Kreisverkehr und den Pendlerparkplatz anzubinden, wird die Stadt 820 000 Euro ausgeben. Von dieser Summe müssen 670 000 Euro noch heuer bezahlt werden, doch im aktuellen Haushalt sind nur 500 000 Euro eingestellt. Die Mehrkosten von 170 000 Euro benötigt das Tiefbauamt in Kersbach beispielsweise für Baugrunduntersuchungen, für die Beleuchtung oder für das Aufstellen von Schildern.

Verärgert reagierten einige Räte im Finanzausschuss über den Deckungsvorschlag, den Werner Schaup machte. Denn 120 000 Euro der überplanmäßigen Ausgaben sollen dem Topf für den Radwegebau entnommen werden.
"Das behagt mir überhaupt nicht", monierte Gerhard Meixner (FGL). "Mit diesem Deckungsvorschlag sind dann zwei Drittel des Budgets für den Radwegebau weg."

Schaup sagte, dass er für den Radwegebau 180 000 Euro angemeldet habe. Doch die 120 000 Euro für den Rad-Weg in Richtung Baiersdorf würden nicht benötigt. Die Partner im Landkreis seien noch nicht so weit. Forchheim werde aber den Abschnitt von der Brücke bis zur Lände bauen.

Anita Kern (SPD) zeigte sich "enttäuscht, dass es wieder nur bis zur Lände geht". Radfahrer sollten gleichberechtigt behandelt werden: Radwege seien genauso als Wege zur Arbeit zu sehen wie Straßen. "Ich kann den Unmut verstehen", sagte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). "Aber wir nehmen den Radwegebau nicht weg, die 120 000 Euro werden frei, weil sie dieses Jahr nicht genutzt werden."
Auch Hans-Werner Eisen (CSU) betonte: "Der Radweg ist nicht gestorben. Hier geht es um Mittel, die gerade nicht gebraucht werden."
Kritisch äußerte sich Ludwig Preusch (FW), weil die vielen Baustellen in Kersbach die Bevölkerung überforderten.
Werner Schaup bestätigte, dass wegen der Bautätigkeiten am Kersbacher Bahnhof "ab nächster Woche Einspurverkehr" angesagt sei.
Und das, obwohl die Baiersdorfer Straße noch nicht geräumt sei, ärgerte sich Ludwig Preusch. "Kersbach ist von Sperrungen umzingelt, bald fahren wir über Pinzberg."
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