Altendorf
Forschung

Patrick sucht Fledermaus-Recorder

Der Altdorfer Schüler Patrick Schmitt untersucht das Verhalten von Fledermäusen. Dabei ist ihm das geliehene Aufzeichnungsgerät abhanden gekommen.
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Da hing der Batcorder. Er ist bereits zum zweiten Mal weg! Fotos: Josef Hofbauer
Da hing der Batcorder. Er ist bereits zum zweiten Mal weg! Fotos: Josef Hofbauer
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Meiden Fledermäuse das Licht der Straßenlaternen oder zieht sie das Licht magisch an? Dieser Frage geht Patrick Schmitt aus Altendorf bei seiner Seminararbeit nach. Der 18-Jährige, der an der Fachoberschule Triesdorf den Zweig Agrar- und Umwelt belegt, will in diesem Schuljahr sein Abitur ablegen und sitzt im Moment über seiner Facharbeit. Das Thema: "Die Lock- und Vergrämungswirkung von künstlichen Lichtquellen für Fledermäuse". Doch die steht offenbar unter einem schlechten Stern.
Mit einem Batcorder, einem hoch sensiblen Gerät, das die Ultraschall-Laute der Fledermäuse aufzeichnet, will Patrick herausfinden, welche Straßenbeleuchtung Fledermäuse anzieht. Es gebe Arten, die sich den gedeckten Tisch der vielen Insekten, die um Quecksilber- oder Natriumdampflampen schwirren zu Nutze machen. Aber gilt das auch für LED-Lampen? Und gehen Fledermäuse deshalb zunehmend in Wohngebiete?


Nachbarn fühlten sich ausgespäht

"Das will ich untersuchen", erklärt Patrick, der erst einmal seinen Batcorder suchen muss. In der Nacht zum Freitag hatten Anwohner die Polizei alarmiert und das Gerät von einer Straßenlaterne abmontiert, weil Nachbarn befürchtet hatten, sie würden ausgespäht. "Dabei hatte ich die Anwohner in der Umgebung vorher informiert, dass ich hier einen Batcorder aufstellen wollte", erklärt Patrick, der das Gerät von der Polizeiwache abholen durfte.
Am Samstag unternahm er den zweiten Versuch. Er befestigte das Gerät an einem Laternenmast in der Unteren Kellerstraße gegenüber der St. Anna-Kirche in Forchheim, direkt unter dem Schild Bus-Haltestelle. Als der Schüler am Sonntag kam, um die Daten auszulesen, war der Batcorder wieder verschwunden. Nur noch die Gurte mit denen das Gerät in einer Höhe von rund zwei Metern befestigt war, hingen da. Unbekannte hatten das Aufzeichnungsgerät abgeschnitten.
Jetzt hängt an dem Laternenmast ein Zettel mit der Nachricht: "Der entwendete Fledermausdetector zeichnet Ultraschallrufe von Fledermäusen auf und ist Eigentum des Landratsamtes Forchheim. Er wurde mit Genehmigung der Stadt und des Landratsamtes aufgehängt, um die Aktivität der Fledermäuse in der Nacht aufzuzeichnen."


Gerät stammt aus Berlin

Doch auch das Landratsamt hat sich das Gerät nur ausgeliehen. "Ursprünglich stammt es vom Naturkundemuseum Berlin", weiß Patrick. Zu Geld machen könne der Dieb das Gerät wohl nicht, denn die Verwendung sei schon sehr speziell. Auch wenn das Mikrofon hoch sensibel sei, könne ein Hobbybastler wenig damit anfangen, da nur Ultraschall aufgezeichnet werden kann.
Deswegen hofft Patrick, der Anzeige gegen Unbekannt gestellt hat, dass der Batcorder möglichst bald wieder auftaucht. Er braucht die Daten, denn die Zeit für seine Untersuchungen drängt. Im September fangen die Fledermäuse an, ihre Winterquartiere zu suchen. "Dann ziehen sie um und das verfälscht meine Untersuchungen", klagt der Fachoberschüler.


Für jeden Hinweis dankbar

Zusammen mit Johannes Mohr von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes hat er die ganze Umgebung angesucht, um eine Spur des Fledermaus-Recorders zu finden. Vergeblich. "Ich bin schon einigermaßen verzweifelt", klagt Patrick. Deshalb setzt der Schüler aus Altendorf auf die Mithilfe der Bevölkerung. "Ich bin für jeden Hinweis dankbar, um den Batcorder zurückzubekommen. Am liebsten wäre mir, der Unbekannte würde bekennen, dass er den Batcorder unter Alkoholeinfluss mitgenommen hat und würde ihn mir wieder geben. Da würde ich ihn nicht mal anzeigen."
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