Ebermannstadt
Kabarett

Panikartig entspannter Abend

Rolf Millers neues Programm "Alles andere ist primär" war "vom Ding her" ein Volltreffer. Der Kabarettist setzte bei den Gästen ein Kopfkino in Gang.
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Rolf Miller stupst nur an. Er lässt sein Publikum die Sätze im Kopf vollenden.   Fotos: Josef Hofbauer
Rolf Miller stupst nur an. Er lässt sein Publikum die Sätze im Kopf vollenden. Fotos: Josef Hofbauer
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Die Bühnendekoration ist spartanisch wie eh und je. Ein Stuhl und eine Wasserflasche. Mehr braucht Rolf Miller, der Meister der Halbsätze nicht. Die Präsentation seines neuen Programmes "Alles andere ist primär" am Samstag in der Stadthalle Ebermannstadt vor rund 300 Zuhörern wurde aber zu einem vollen Erfolg. Ihm gelang es einmal mehr, bei seinen Gästen das Kopfkino in Gang zubringen, das die verworrenen Satzfetzen in eine logische Reihenfolge brachte.

Gerade wenn es um ihn herum hektisch wird, zeigt sich der nordbadische Westfranke panikartig entspannt. So wie "De Apparat", die Schwester von Jochen und Türsteher Achim, die Miller neu ins Programm aufgenommen hat. Doch die Figur, die Miller verkörpert, hat mit Frauen offenbar abgeschlossen, den "80 Prozent der Menschheit trennt sich von der Frau." Warum eine Scheidung so teuer is? "Weil sie es wert ist", unterstreicht der Comedian, der im nächsten Leben Beziehungen nur noch ambulant angehen will. nicht mehr stationär. "Grund Nummer eins für Trennungen ist das Haus, Nummer zwei die Kinder", zitiert Miller und fügt an: "Nummer drei ist die Frau selbst und Nummer vier die andere Frau."


Von wegen "Forchheim open"

Dafür hat Miller die Euro-WM im Fußball geguckt. Das Problem: Kommentator Bela Rethy. "Der hat noch nie das gleiche Spiel gesehen wie ich. Vermutlich guckt der heimlich Erzgebirge gegen Aue." Bei Ribery hat Miller Angst, dass der im Strafraum explodiert, denn "der ist Islamist." Holland das nicht dabei war, vertrat der französische Präsident.

Die Erfolge im Pferdesport erklärt Müller so: "Ein deutsches Pferd geht nicht, es rückt vor. " Dafür stuft er Ringen als Paralympic für Gesunde ein und beim Grand Slam ("Das ist schon was anderes als die Forchheim open") steht es 2:1 gegen Mike Tyson. In seinem neuen Programm outet sich Miller als Kind der 80-er Jahre, aber er warnt auch: "Wer sich an die 1980er erinnern kann, hat sie nicht erlebt." Er schwärmt von "Azdaz" (ACDC) und dem 7. Sinn. "Herbst, auf Laub, wenn Frauen fahren." "Ich wüsste sonst nicht, wann Herbst ist", ätzt Miller.


Für jede Lösung ein Problem

Apropos Autofahren: Fabrikate wie Smart und Mini hält Miller für Laufschuhe oder elektrische Autoscooter. Aber bitte nicht für die Straße, denn die lassen keinen einfädeln. Die Sirene, die "lange Zeit unbemannte Kampfdrohne" fährt so ein Ding. Das kann sie sich nur leisten weil sie Abschreibungsfirmen mit hoher Risikoverzinsung erfolgreich in die Insolvenz begleitet.

Miller gibt seinen Fans auch eine ganze Reihe von Lebensweisheiten mit. "Für jede Lösung gibt es ein Problem." Oder "Geld ist das Wichtigste Aber nur für Leute, die ihre Rechnugnen bezahlen." Und: "Der Mensch ist Chemie, ist Eiweiß und ein bisschen Mechanik." Ein Chirurg könnte problemlos auf Mechaniker umschulen. Und Putin hört heimlich "Bee Gees" ist Miller überzeugt.


Da stimmt was net

Sudoku ist laut Miller nur Kreuzworträtsel für Leute, wo nix wissen, etwas für Leute, die bei Tetrix, das Quadrat so lange drehen bis es passt. Schließlich informiert Miller, dass Hoeneß am 29. Februar aus der Haftanstalt in Landsberg entlassen wurde. Dort wo auch Hitler war. "Ist nicht so häufig, der 29. Februar! So wie Freitag der 13. Aber wenn Freitag der 13. auf den 29. fällt, dann weißt du: Alles andere ist primär. "Aber ich will ja niemanden unnötig beruhigen." ....
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