Pretzfeld
Klarstellung

Obdachlosen-Fall: Pretzfeld ist am Zug

Landrat Glauber (Freie Wähler) reagiert auf die Kritik des Gemeinderates Pretzfeld. In einer Stellungnahme lässt er erklären, dass in dem Obdachlosen-Fall Simon die Gemeinde am Zug ist.
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Die Unterbringung  im Wohnwagen ist nicht menschenwürdig. Daran lässt Landrat Reinhardt Glauber keinen Zweifel.  Foto:  Josef Hofbauer
Die Unterbringung im Wohnwagen ist nicht menschenwürdig. Daran lässt Landrat Reinhardt Glauber keinen Zweifel. Foto: Josef Hofbauer
Landrat Reinhardt Glauber (Freie Wähler) hat prompt auf die Kritik im Gemeinderat Pretzfeld reagiert. Zur Berichterstattung im Fränkischen Tag vom 8. November 2012 unter dem Überschrift: "Sozialfall trotz 1500 Euro" erreichte den FT eine Stellungnahme.

Darin wird darauf verwiesen, dass die Formulierung von Bürgermeisterin Rose Stark (Ökologen) "Das sind Menschen, die Betreuung brauchen" und "Es ist Sache des Landrates, in so einem Fall seine Mitarbeiter des Sozialamtes einzuschalten" ins Leere gehe. Die Betreuungsstelle im Amt für Soziales sei von Amts wegen bereits im August tätig geworden!

"Sollte der Eindruck erweckt werden, dass Mitarbeiter des Landratsamtes untätig geblieben sind, so ist das falsch und hätte durch ein einfaches Telefonat geklärt werden können", rügt das Landratsamt die Pretzfelder Bürgermeisterin.
Ausdrücklich merkt die Pressestelle an, dass der Gemeinde bekannt sei, dass für Betreuungsverfahren das Amtsgericht, Abteilung Betreuungsangelegenheiten zuständig sei.

Festgestellt wird in der Stellungnahme auch, dass die Familie keine Sozialhilfemittel bekommt. Zur Höhe des Einkommens schreibt die Pressestelle: "Wenn die Einkommenshöhe auf den Angaben von Frau S. beruht, mag der Grund dafür sein, dass sie sich bemühte, sich als solvente Mieterin darzustellen. Soweit das Sozialhilfeamt tätig wird, handelt es sich um sozialarbeiterische Maßnahmen und Anleitung zur Selbsthilfe."


Wohnwagen inakzeptabel

Dass der Markt Pretzfeld jetzt für eine geeignete Obdachlosenunterkunft sorgen möchte, wird vom Landratsamt angesichts des bevorstehenden Winters begrüßt. Einschränkend heißt es in der Stellungnahme: "Schließlich ist es dessen ureigenste Aufgabe, dafür zu sorgen, Pretzfelder Bürger die obdachlos wurden, geeignet unterzubringen."

Das Landratsamt nennt auch die Mindestanforderungen an eine Obdachlosenunterkunft, nämlich einen Wasseranschluss, eine Kochstelle, eine Toilette und eine Heizmöglichkeit (Ofen, der mit Holz befeuert wird). Woran es der aktuellen Unterbringung mangle, sei vor allem eine geeignete Toilette. Die selbst beschaffte Dixi-Toilette genüge den Ansprüchen an eine menschenwürdige Unterkunft nicht. Auch die Beheizung des Wohnwagens per Heizlüfter stelle eine erhebliche Gefahr dar (Erfrierungsgefahr bei Stromausfall oder Gefahr durch Lüfterbrand/Brand des Wohnwagens). Angesichts des bevorstehenden Winters sei der Zustand inakzeptabel und gefährlich. Dass der Marktrat über die Erhebung einer Miete nachdenke, sei recht und billig. Im übrigen habe sich Landrat Glauber bemüht, dass der Sohn eine geeignete Arbeit annimmt und ihm ein Angebot zur unverzüglichen Beschäftigung vermittelt. ft

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