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Ebermannstadt
Jubiläum

Nikolausfahrten machen die 30 voll

Der Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz startete vollbeladen seine Nikolausfahrten. Flüchtlinge waren eingeladen, die adventliche Stimmung zu genießen. Politiker nutzten Fahrt für Hintergrundgespräche
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Die DFS startete einmal mehr ihre Niklausfahrten. Foto: Carmen Schwind
Die DFS startete einmal mehr ihre Niklausfahrten. Foto: Carmen Schwind
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Glühweinduft in der Luft, Plätzchen auf den Tischen, eine qualmende Lok und geschmückte alte Waggons: Der Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) hat am vergangenen Samstag mit seinen Nikolausfahrten begonnen.
Schriftführer Stephan Schäff erzählt: "Seit 30 Jahren gibt es nun schon unsere Nikolausfahrten. Alles begann damit, dass wir Fahrten für unsere aktiven Mitglieder durchführten." Aus diesen Weihnachtsfeiern wurden feste Termine für die Bevölkerung, die auch in diesem Jahr schnell ausverkauft waren. "Seit etwa sieben Jahren bieten wir auch caritative Fahrten an; für Familien, die sich eine Fahrt sonst nicht leisten könnten", sagt Schäff. In diesem Jahr war Stadträtin Susanne Löser (NLE) auf die DFS zugekommen, da sie Flüchtlingen eine Freude machen wollte.
Die Mitglieder des DFS fanden die Idee sehr gut und stellten einen Waggon für 50 Personen zur Verfügung.
So wartete am Samstagmorgen eine aufgeregte Gruppe Asylanten in Begleitung von Susanne Löser am Bahnsteig im Bahnhof Ebermannstadt auf das Einsteigen.
Die Stadträtin hatte sich bei einem Treffen der Kirchen über das Thema Asylanten informieren wollen. Dabei blieb es nicht, denn Löser übernahm die Patenschaft für eine Familie und wurde Mitglied der Arbeitsgruppe Schule. "Ich bin ja selbst Lehrerin und musste die Personalien der Kinder aufnehmen", erzählt Susanne Löser. Seitdem sei sie jeden Tag in der Unterbringung - um zu helfen, um zuzuhören, um zu trösten. Die Stadträtin berichtet von einer Familie von Christen, vor deren Haus plötzlich ein Erschießungskommando stand und drohte, dass alle erschossen werden sollten, wenn sie das Land nicht verlassen würden. Oder von einem Vater, der auf der Flucht auf einem alten Schiff bei Sturm seine Kinder an sich gebunden hatte. Diese jedoch mit ansehen mussten, wie andere Flüchtlinge über die Reling gespült worden sind.
Für diese Menschen engagiert sich Susanne Löser. Zum Beispiel wünscht sie sich, dass das Landratsamt in Zukunft Arztbriefe nach Ebermannstadt schickt, damit die Asylanten nicht mit dem Zug nach Forchheim fahren müssen. Auch möchte sie einen Sozialladen in Ebermannstadt eröffnen. Dazu sucht sie 60 Personen, die jeden Monat fünf Euro für die Miete spenden. "Es sind alles Top-Leute; Handwerker und Akademiker, für die es schlimm ist, dass sie nicht arbeiten können", sagt Löser. Und dass sie sich über jedes freundliche Wort freuen.
Große Freude herrschte besonders bei den Kleinen über die Fahrt mit der Dampfbahn durch die Fränkische Schweiz. "Es ist ein schönes Erlebnis besonders für die Kinder, die dadurch auch einmal aus dem Alltag heraus kommen und die schöne Landschaft sehen können", sagte Landrat Hermann Ulm (CSU), der sich mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Michael Hofmann und dem bayrischen Tourismus-Staatssekretär Franz-Josef Pschierer am Bahnhof getroffen hatte. Die drei Politiker wollten die Fahrt mit der Dampfbahn nutzen, um Hintergrundgespräche zu führen. Carmen Schwind



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