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Neues Heim in Pinzberg für sieben Votivkinder

Das ehemalige Mesnerhaus in Pinzberg wird zum "Wallfahrtshaus am Lohranger" umgestaltet. Und mit dem Baugebiet Eglsee geht es voran.
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Pfarrer Michael Gehret erläutert Geschichte und Probleme der Votivkinder. Foto: Franz Galster
Pfarrer Michael Gehret erläutert Geschichte und Probleme der Votivkinder. Foto: Franz Galster
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Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, geht das Leader-in ELER-Projekt "Marienwallfahrtsstätte Pinzberg" am Lohranger seiner Vollendung entgegen. Es wird von fünf weiteren Geldgebern gefördert. Bauträger ist aus formalen Gründen die Gemeinde Pinzberg, die sich eng mit der Marienkapellenstiftung abstimmt.

Das zentrale Objekt, das ehemalige Mesnerhaus, bildet ein architektonisches Ensemble mit der Annakapelle und der Marienkapelle. Als künftiges "Wallfahrtshaus am Lohranger" ist es komplett überarbeitet worden und steht im Augenblick im Inneren kahl da. Es wartet jetzt auf die museale und künstlerische Ausgestaltung, begleitet von Dr. Regina Urban vom Wallfahrtsmuseum Gößweinstein. Pinzberg ist davon eine Außenstelle.

Dankbarkeit in Wachs gegossen

Besonders interessant in diesem Zusammenhang sind die Votivkinder.
Das sind Dankesgaben der letzten Jahrhunderte von Pilgern, oft in Wachs gegossen. Sie fanden bei Wallfahrten ihren Platz in den beiden Kapellen am Lohranger und wurden später, nachdem die Wallfahrtszeit abebbte, in einer provisorischen Bleibe im unteren Raum des Pfarrhauses untergebracht. Der Zahn der Zeit hat teilweise starke Spuren hinterlassen. Sieben Votivkinder befinden sich zurzeit im Wallfahrtsmuseum Gößweinstein zur Restaurierung und werden ihren Platz im Wallfahrtshaus von Pinzberg finden.

Manche Exemplare, die noch im Untergeschoss des Pfarrhauses stehen, werden wohl wie Pfarrer Gehret gegenüber unserer Zeitung erläuterte, nicht mehr restauriert werden können. Zudem ist es auch eine Frage des Aufwandes und der Kosten.

Die Zeit drängt

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand die Vergabe der Architektenarbeiten für die museale Ausgestaltung im Inneren an. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor. Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU/Bürgerblock) wird das Thema weiter verfolgen. Das Gesamtprojekt ist auf insgesamt 260.000 Euro veranschlagt. Die Zeit drängt. Schließlich müssen die Arbeiten, wie Seeber ausführte, nach den Förderrichtlinien bis 30. Juni 2015 abgeschlossen sein. Die kirchliche Weihe wird, wie Pfarrer Michael Gehret mitteilt, am 25. Juli durch Weihbischof Herwig Gössl vorgenommen.

Fortschritte macht die Bauleitplanung für das Baugebiet Eglsee in Pinzberg. Detailliert behandelte Architekt Frank Schönfelder vom Planungsbüro Strunz, Bamberg, die eingegangenen Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes in der Gemeinderatssitzung von Pinzberg.

Keine Tierhaltung mehr

Es gab keine Einwendungen, so dass der Gemeinderat den Flächennutzungsplan im Bereich Eglsee einstimmig verabschiedete. Der Bebauungsplan wird nochmals für 14 Tage aufgelegt. Florian Eger und Leidner GbR haben dazu erklärt, dass sie die Tierhaltung dauerhaft aufgeben. Die Erklärung war aus emissionsrechtlichen Gründen erforderlich. Bürgermeister Reinhard Seeber möchte die Realisierung so schnell wie möglich voranbringen. Vorsichtig hofft er, dass alle Formalien im Laufe des Jahres 2015 erledigt werden können.

Der Gemeinderat nahm außerdem Kenntnis von der Flächennutzungsplanänderung der Stadt Forchheim-Kersbach, die im Bereich nördlich der FO25 und östlich der Bahnlinie den Pendlerparkplatz verlegt.

Kooperation mit Wiesenthau

Nach der Gemeinde Wiesenthau hat auch die Gemeinde Pinzberg einer interkommunalen Zusammenarbeit auf dem Bereich der Breitbanderschließung zugestimmt. Wie Breitbandpate Marcus Steurer mitteilt, gibt es dafür eine zusätzliche Förderung von 50.000 Euro. Da beide Kommunen fast zeitgleich die Ausbaumaßnahmen planen, biete sich die Partnerschaft an. Eine schriftliche Vereinbarung mit Wiesenthau werden Seeber und Steurer für Pinzberg unterschreiben.

Stellvertretender Bürgermeister Peter Andexinger dankte Reinhard Seeber und den weiteren Mitwirkenden für eine kreative Klausurtagung des Gemeinderates vor etwas mehr als einer Woche im Naturfreundehaus Edelweiß in Weißenohe. Alle Gemeinderäte haben teilgenommen, dazu Geschäftsführer Karl Heinz Dittrich, Protokollantin Doris Heid und Vertreter des Planungsbüros Topos. Nicht weniger als 23 Punkte, darunter unter anderem Haushalt 2015, Städtebau Gosberg, Bebauungspläne der Gemeinde, wurden an dem Wochenende behandelt.

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