Forchheim
Ermittlungen

Neue Polizei-Infos zur Schlägerei vor Traitteur-Schule: Angereiste Gruppe ist Gerücht

Neue Erkenntnisse zur Massenschlägerei am 24. März vor der Forchheimer Ritter-von-Traitteur-Mittelschule: Die angereiste Schläger-Gruppe gab es nicht.
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Die Polizei war am 24. März mit allen verfügbaren Kräften in der Forchheimer Egloffsteinstraße im Einsatz.  Foto: Archiv/Christopher Schulz
Die Polizei war am 24. März mit allen verfügbaren Kräften in der Forchheimer Egloffsteinstraße im Einsatz. Foto: Archiv/Christopher Schulz
Es war der Abend des 24. März, als es nach einem Schulkonzert in der Ritter-von-Traitteur-Mittelschule zu einer Massenschlägerei kam. Gegen 21.20 Uhr begann die Auseinandersetzung im gegenüber der Schule gelegenen Stadtpark an der Egloffsteinstraße. Neben Faustschlägen und Tritten gab es auch Angriffe mit Gegenständen. Fünf Anwesende im Alter von 16 bis 18 Jahren erlitten leichte Verletzungen.

In ihrem ersten Bericht hatte die Polizei Forchheim, die mit allen verfügbaren Einsatzkräften vor Ort war und sogar Verstärkung aus Mittelfranken erhielt, als Auslöser der Handgreiflichkeiten eine Gruppe von etwa 15 jungen Personen genannt, die sich unter die friedliche Menge gemischt und vor Eintreffen der Beamten das Weite gesucht hätte. Lediglich eine Person habe man festgenommen, hieß es von der Polizei, die auf Nachfrage bekannt gab, dass es sich dabei um einen 17-jährigen Afghanen handelte.


Wilde Gerüchte stimmen nicht

Ausgehend von dieser Information hatte es wilde Gerüchte gegeben. Angeblich seien die Hinzugekommenen Personen Asylbewerber gewesen, die von außerhalb Forchheims extra angereist seien, um Unfrieden zu stiften.

Die neuesten Erkenntnisse der Polizei bestätigen dies jedoch nicht. "Es gab keine Gruppe, die gezielt von außen dazukam. Alle an der Schlägerei beteiligten, waren schon im Umfeld der Schul-Veranstaltung vor Ort", berichtet Jürgen Knauer, Leiter der Forchheimer Polizeiinspektion. Seine Kollegen hätten in den zurückliegenden Wochen eine Vielzahl von Vernehmungen durchgeführt und ausgewertet. "Die genaue Rekonstruktion ist allerdings sehr schwierig, da es dunkel war und sehr viele Beteiligte gab. Teilweise haben wir Täter, aber kein Opfer dazu - oder umgekehrt."


Interner Streit eskaliert

Was die Polizei weiß: Zunächst gab es einen internen Streit in einer aus jungen Asylbewerbern bestehenden Gruppe. Was diesen auslöste, ist nicht bekannt. Als eine weitere Person schlichten wollte, bekam sie einen Schlag ab. Das beobachteten weitere Jugendliche, die dem Schlichter zur Hilfe kamen, woraufhin sich die undurchsichtige Massenkeilerei entwickelte.

"Nur dem zwischenzeitlich festgenommenen 17-Jährigen können wir eine Körperverletzung nachweisen. Sonst wissen wir nicht, wer genau was gemacht hat", sagt Knauer. "Die einzelnen Taten herauszuarbeiten, ist kompliziert. Ob uns das noch gelingt, ist nicht sicher." Die Ermittlungen, so Knauer, laufen aber noch.

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