Forchheim
Asyl

Nein zur Flüchtlingsunterkunft in der Forchheimer Dieselstraße

Haldun Yilderim hat das Gebäude in der Dieselstraße Forchheim für zwei Jahre gepachtet. Jetzt machen ihm die Stadträte einen Strich durch die Rechnung.
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Das Haus in der Dieselstraße 2 ist bereits als Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Doch die Stadträte im Bauausschuss haben dem Projekt einstimmig eine Absage erteilt. Foto: Josef Hofbauer
Das Haus in der Dieselstraße 2 ist bereits als Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Doch die Stadträte im Bauausschuss haben dem Projekt einstimmig eine Absage erteilt. Foto: Josef Hofbauer
Die Forchheimer Politik wehrt sich weiter gegen eine Flüchtlingsunterkunft in der Dieselstraße. Im April hatte der Bauausschuss die Pläne für die Unterkunft abgelehnt, weil den Räten die Raumaufteilung nicht passte und weil sie (irrtümlicherweise) davon ausgingen, dass im Industriegebiet ein Erstaufnahmelager entstehen soll. Am Montag nun beschäftige sich der Bauausschuss mit den nachgebesserten Plänen - doch an der einstimmigen Ablehnung änderte das nichts.

Markus Schmidt und Thomas Werner (beide CSU) hielten an ihrer Kritik fest: Unter anderem sei das Gebäude untauglich, weil Flüchtlingen hier "keine Freiflächen" zur Verfügung stünden.

Reinhold Otzelberger (SPD) sah zwar "Fortschritte in der Raumaufteilung", lehnte aber die Planungen ab, weil der Bedarf über die Zuwanderung weiterer Flüchtlinge gar nicht klar sei. "Das wäre Glaskugel-Lesen", räumte auch OB Uwe Kirschstein (SPD) ein. Sebastian Körber (FDP) sprach von "unsäglichen Plänen" und Erwin Held (FW) wiederholte sein Bild von der "Legebatterie".

Die einhellige Ablehnung und die Argumente der Stadträte lösten am Tag danach Verwunderung aus. Etwa bei dem Juristen Frithjof Dier (auf Kreis-Verwaltungsebene der zentrale Ansprechpartner in der Asylpolitik). Er erinnerte daran, dass der damalige OB Franz Stumpf (CSU/WUO) das Gebäude in der Dieselstraße als Flüchtlingsunterkunft zugesagt habe. Was den Bedarf betrifft, habe die Stadt "nicht mitzureden", betonte Dier. "Den Bedarf legt alleine der Landkreis fest." Und auch die Kritik der Stadträte an der Raumplanung kann Dier nicht nachvollziehen: "Es wäre die großzügigste Flüchtlingsunterkunft im Landkreis geworden."


Freie Plätze für Flüchtlinge

Die Ablehnung des Bauausschusses kann Dier insofern verschmerzen, als aktuell die Zahl der Flüchtlinge von 1200 auf 1037 zurückgegangen ist. "Wir haben das Glück, dass wir momentan andere freie Plätze haben", betont Dier.

Der Glücklose in der ganzen Geschichte ist demnach der Forchheimer Geschäftsmann Haldun Yilderim. Er hat einen Pachtvertrag über zwei Jahre abgeschlossen und hat das Gebäude von einem Architekten umplanen lassen. Der Brandschutz in dem 850 Quadratmeter großen Haus wurde erneuert und Haldun Yilderim hat bereits Möbel gekauft und das Haus "einrichten lassen". Wenn er Pech habe und keinen anderen Pächter finde, könnte er insgesamt auf Kosten von bis zu 200.000 Euro sitzen bleiben, befürchtet Yilderim.

Auch er betont, dass er nicht nur mit dem Hausbesitzer, sondern gleichzeitig mit dem damaligen OB Franz Stumpf und mit der Kreisverwaltung die Pläne für eine Asylunterkunft abgestimmt habe. Hätten die Voraussetzungen nicht gepasst, wäre kein Beherbergungsvertrag zustande gekommen, sagen Haldun Yilderim und Amtsjurist Frithjof Dier unisono.

Warum auch immer die Forchheimer Stadträte seine Planung abgelehnt hätten, sagt der enttäuschte Haldun Yilderim - "es geht nicht um die Gründe, die im Bauausschuss genannt wurden, die Ablehnung hat ganz andere Gründe."






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