Ein Musikauftritt von Elvis, Barbecue mit Lagerfeuer, Fackelmärsche, gesichertes Klettern - damit soll jetzt Schluss sein. "Warum tritt ein Elvis-Double abends um 23 Uhr in der Schönsteinhöhle auf? Das hat nichts mit der Natur zu tun", ärgert sich Karl Friedrich Sinner, ehemaliger Direktor vom Nationalpark Bayerischer Wald.
Der Bund Naturschutz Bayern Kreisgruppe Forchheim (BN) fordert, dass diese gewerblichen Abenteuererlebnis-Reisen verboten werden. Zudem soll ein in sich schlüssiges Nutzungskonzept für die Höhle geschaffen werden. "Es soll genutzt, besucht, erlebt von jung und alt, aber nicht wirtschaftlich und gewerblich", fordert Heinrich Kattenbeck, Vorsitzender vom Bund Naturschutz Kreisgruppe Forchheim.
Dabei hat das Landratsamt bereits im Februrar 1991 die "komerzielle Befahrung der Schönsteinhöhle" untersagt. "Die Höhle ist ein Naturdenkmal und wird zum Beispiel durch Sicherungshaken in den Wänden zerstört," erklärt Kattenbeck. Stattdessen sollte die Höhle für pädagogische Zwecke genutzt werden. "Beispielsweise von Schülern und Pfadfindern, damit sie etwas von der Natur lernen und sie erleben können", so Kattenbeck weiter.

Temperatur steigt gefährlich


Auch Gunter Brokt vom Landesbund für Vogelschutz hat große Bedenken, wenn die Besucherzahlen nicht in den Griff bekommen werden. "Je mehr Leute in der Höhle sind, desto größer ist der Sauerstoff- und Stickstoffaustausch. Dadurch wird auch die Temperatur höher", sagt Brok. "Der Klimawandel in der Höhle schadet den Tieren und Pflanzen so sehr, dass sie daran kaputt gehen", fügt Kattenbeck hinzu.
Das Ziel des BN ist es in den Worten von Geschäftsführer Friedrich Oehme, die Erhaltung der Natur für künftige Generationen zu bewahren.
Ferner fordert der BN die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Durch die Prüfung wird ermittelt, ob die Höhle Mängel oder Schäden vorzuweisen hat. Diese Forderung ist aber sehr kostspielig. "Zwischen 10 000 bis 40 000 Euro kostet die Prüfung. Je nachdem wie viel Aufwand dafür benötigt wird", vermutet Sinner.
Das neue Konzept des BN sieht vor, dass nur nach einer Anmeldung bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt die Schönsteinhöhle besucht werden kann.
Hier greift das Schlüsselsystem. Über die Wintermonate gibt es dieses System schon. Zum Schutz der überwinternden Fledermäuse bleibt die Höhle durch die Untere Naturschutzbehörde verschlossen. Dies soll auch ganzjährig realisiert werden. Nur wer im Besitz des Schlüssels ist, kann die Höhle aufschließen. "Dies bringt zusätzlich den Vorteil mit sich, dass nachverfolgt werden kann, wer zuletzt in der Höhle war und falls der Schlüssel nicht zurückkommt, weiß man, dass etwas nicht stimmt", erklärt Sinner.

Über 8000 Besucher 2011


Im Jahr 2011 besuchten laut Statistiken von Mai bis September 8292 die Schönsteinhöhle in der Fränkischen Schweiz. "Aber im Grunde waren dort viel mehr, die auf illegaler Basis die Höhle genutzt haben", verrät Hans Thiem vom Naturschutzbeirat.
In Zukunft soll die Besucherzahl einer Gruppe auf maximal 16 Teilnehmern reduziert werden. Zusätzlich muss ein qualifizierter Führer die Gruppe begleiten und darf mit keiner anderen Gruppe die Höhle zur selben Zeit besichtigen. Am Tag dürfen dann höchstens 64 Besucher die Höhle betreten. Spätestens ab dem 1. Mai 2012 soll intensiv kontrolliert werden, wer die Höhle besucht. Sollte sich herausstellen, dass weiterhin gewerbliche Nutzer Besichtigungen anbieten und auch durchführen, müssen diese nach dem Willen vom Bund Naturschutz angezeigt werden.