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Nankendorf
Tradition

Nankendorf feiert ein Fest der tausend Lichter

Die Lichterprozession ist der Höhepunkt des Nankendorfer Kirchenjahres. Selbst Besucher aus Übersee kommen dafür in den Waischenfelder Ortsteil.
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Über 5000 Lichter und Feuer zauberten eine wunderschöne Atmosphäre in Nankendorf herbei. Fotos: Weichert
Über 5000 Lichter und Feuer zauberten eine wunderschöne Atmosphäre in Nankendorf herbei. Fotos: Weichert
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Die Lichterprozession im Waischenfelder Ortsteil Nankendorf hat sich mit der Zeit zu einem der größten Lichterschauspiele in der Fränkischen Schweiz entwickelt. Rund 5000 Besucher fanden an Silvester den Weg in die kleine Ortschaft. Viele kamen von weither, einige wenige sogar aus Übersee.

Sie alle waren gekommen, um sich die rund 5000 Lichter und bengalischen Lichtfeuer auf den Berghängen und im Ort selbst anzusehen. Das Schauspiel verlief ruhig und in geordneten Bahnen.
Deshalb verzeichnete die Polizei auch keinerlei Zwischenfälle. Allerdings fehlte wieder einmal der Schnee in Nankendorf. Er hätte die Romantik wohl auf die Spitze getrieben.

Schaler Beigeschmack

Schon lange vor der Prozession, die sich fast pünktlich um 17 Uhr nach dem sogenannten Betschluss von der Pfarrkirche St.
Martinus aus in Bewegung setzte, brannten die Lichter auf den Felsen und sogar auf der Wiesent.
Sie brannten auch an den Straßenrändern und entlang des neuen Radwegs zwischen Waischenfeld und Nankendorf. Einen etwas schalen Beigeschmack hinterlässt in diesem Zusammenhang allerdings, dass einige Fußgänger die extra zur Beleuchtung des Radwegs aufgestellten Lichter einfach mitnahmen.

Am Prozessionszug selbst, den drei Fahnen tragende Ministranten und Feuerwehrchef Christian Görl anführten, beteiligten sich etwa 1000 Gläubige. Görl musste die Schaulustigen und Fotografen immer wieder ermahnen, den Prozessionsweg freizumachen.

Sein Vater Berthold Görl übernahm die Aufgabe des Vorbeters im Prozessionszug, bei dem heuer Pfarrer Wolfgang Dettenthaler das Allerheiligste unter dem Baldachin durch den Ort trug.
Die Schützen aus Nankendorf und Löhlitz, die Feuerwehren aus diesen beiden Orten und die Soldatenkameradschaft Nankendorf-Löhlitz beteiligten sich mit Fahnenabordnungen am Zug.

Schon das ganze Jahr über hatten die Nankendorfer Haushalte Wachsreste gesammelt. Der größte Teil des Tropfwachses und der Kerzenreste stammt allerdings aus der Basilika in Gößweinstein. Für 3000 solcher Wachslichter werden etwa 20 Zentner Kerzenwachs benötigt.

Rund 100 Helfer

Besonders schön und romantisch ist es, wenn sich viele dieser Lichter und der hell beleuchtete Kirchturm der Martinskirche auf der Wasseroberfläche der Wiesent spiegeln.

Man kann dann den Eindruck gewinnen, dass es den Kirchturm gleich zwei Mal gibt. Rund 100 Helfer, die auch aus der Nachbarortschaft Löhlitz kamen, gaben sich viel Mühe, um die vielen Lichter rechtzeitig anzuzünden.
In Nankendorf ist der Silvestertag nicht nur der Tag der Abschlussprozession der Ewigen Anbetung, sondern auch der Höhepunkt des Kirchenjahres.

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