"Löse die Fesseln meiner Füße, damit ich tanzen kann", intoniert der Chor, begleitet von Keyboard, Schlagzeug, Bassgitarre und Saxophon ein bekanntes Gebetslied. Doch ob das eher als behäbig geltende fränkische Publikum im Verlauf der dreistündigen Gospelnacht seine Verhaltenheit abstreift und von einem leichten Wippen der Fußzehen zu Klatschen oder gar Bewegung des Körpers übergeht, wird sich erst nach und nach zeigen. Eine Steigerung an Intensität ist jedenfalls eindeutig innerhalb der einzelnen Lieder festzustellen, die trotz ihres Aufbegehrens gegen Sklaverei und Unterdrückung nur selten melancholisch klagend, meist strahlend optimistisch klingen. Und auch das Programm nimmt an Ausdruckskraft zu. Eine besondere Spannung entsteht, wenn Solisten nach vorne kommen und während ihres Gesangs mit Mimik und Gestik in einen Dialog mit der Dirigentin treten. Die Gospelmusik lässt die Klangfarbe und Qualität jedes einzelnen Solisten ungemindert für sich gelten. Nur bei leiseren Tönen können sie sich gegen den stimmgewaltigen Chor und die begleitende Band nicht mehr ganz durchsetzten.
Schon seit 30 Jahren besteht der vom damaligen Bezirkskantor Ralf Grössler gegründete Chor aus Fürstenfeldbruck, dem damals Teenager, heute ausschließlich Erwachsene angehören, dessen Begeisterung aber immer jung geblieben ist. Einen Überblick über das bisherige Programm soll das Konzert verschaffen. "Der Weg" ist daher das Thema des Konzerts, das der Chor beim Igensdorfer Kultursommer aufführt.