Wiesenttal
Sommerinterview

Mit Bathynella auf Du und Du

In unserer Gesprächsreihe trifft Redakteur Josef Hofbauer im August unter anderem die Höhlenführerin Katja Schönhöfer-Huhn.
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Im Innern der Bing-Höhle gibt es vieles zu entdecken. Fotos: Josef Hofbauer
Im Innern der Bing-Höhle gibt es vieles zu entdecken. Fotos: Josef Hofbauer
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Seit über zehn Jahren arbeitet Katja Schönhöfer-Huhn als Höhlenführerin in der Binghöhle in Streitberg. Warum sie die Unterwelt so s anzieht und was sich hinter der schweren Eisentür am Höhleneingang verbirgt, darüber unterhielt sich Redakteur Josef Hofbauer mit der Höhlenführerin Katja Schönhöfer-Huhn .

Wie wird man denn Höhlenführer?
Katja Schönhöfer-Huhn: Erst war es nur ein Mama-Job. Daraus ist nun eine Dauerbeschäftigung geworden. Ich habe meine Arbeit als Bankkauffrau aufgegeben und mein Hobby zum Beruf gemacht.

Was fasziniert Sie denn selbst an den Führungen?
Das Interesse der Gäste. Vor allem die Kinder sind sehr neugierig und da hat die Binghöhle einiges zu bieten. Angefangen von der Geologie mit den Kalksteinen und den grazil, kristallin glitzernden Sinterformationen der Tropfsteine, die das Bild entlang des Weges prägen.

Was muss ein Gast zu einer Führung mitbringen?
Warme Kleidung und festes Schuhwerk sind sinnvoll. In der Höhle hat es nämlich immer eine gleich bleibende Temperatur von neun Grad. Die Stirnlampen stellen wir.

Dürfen die Besucher einfach so rein oder gibt es eine Einführung und Verhaltensmaßregeln?
Nichts mit hineinbringen, was da nicht hingehört, nichts drinnen liegen lassen, nichts kaputt machen und nichts mit herausnehmen. Das sind die wichtigsten Regeln. Dann bitte ich die Gäste nichts anzufassen und auf den Kopf aufzupassen, denn an manchen Stellen geht es ganz schön eng zu.

Was erzählen denn die Höhlenführer so?
Wir erklären unseren kleinen und großen Gästen beispielsweise wie die Höhle entstanden ist, informieren unsere Gäste woraus die Tropfsteine bestehen und wie sie entstanden sind, erzählen, wie alt die Tropfsteine sind und wie schnell beziehungsweise wie langsam sie wachsen.

Ist das für Kinder nicht langweilig?

Wir wissen, wie man die Aufmerksamkeit der Kinder gewinnt. Die Kinder erleben die Welt unter der Erde mit allen Sinnen, werden von der völligen Dunkelheit umschlossen, lauschen dem Wachstum der Tropfsteine, fühlen die Kälte in der ewigen Dunkelheit. Da ist es so ruhig, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, so aufmerksam sind die Kinder. Andererseits haben sie auch ihren Spaß, wenn sie auf den Spuren des 13-jährigen Konrad Braungard wandeln, der diese Höhle entdeckt hat.

Das heißt, es gibt ganz unterschiedliche Führungen.
Richtig, die ganz Kleinen im Kindergartenalter nehmen wir mit auf eine Reise durch ein unterirdisches Märchenland mit der Höhlenfee Sinteria, mit Riesen, Zwergen und Wichteln. So erfahren sie spielerisch vieles über die Höhle. Die Größeren gehen auf Abenteuerreise in die Höhle und die jungen Entdecker oder Erwachsene können an stillen Führungen teilnehmen oder am Historientag Kommerzienrat Bing begleiten. Für 25. September haben wir Themenführungen für Fledermaus-Freunde auf dem Programm.

Wann gibt es denn welche Führung?
Führungen finden laufend statt. Alle halbe Stunde begleitet ein Höhlenführer eine Gruppe durch die Unterwelt. Von 20. März bis 6. November ist die Höhle täglich geöffnet. Während der Ferien sind der Dienstag und der Donnerstag Kindertage. Sonderführungen an bestimmten Aktionstagen sind auf unserer Internet-Seite www.binghöhle.de angekündigt. Auch Kindergeburtstage werden hier gefeiert.

Das klingt nach viel Arbeit. Wie viele Höhlenführer gibt es denn?
Wir sind ein relativ kleines Team. Da wir alle aus der Umgebung kommen, sind wir auf Abruf einsetzbar. Ist viel Betrieb kommen mehr, ist wenig los, können wir unserer Arbeit zu Hause nachgehen.

Was muss denn ein Höhlenführer als Qualifikation mitbringen?

Eine spezielle Ausbildung muss er nicht haben. Es reicht die Liebe zur Natur und ein Händchen für den Umgang mit Menschen, insbesondere mit Kindern. Und er oder sie sollte die Arbeit mit Liebe machen!

In der Höhle soll es noch eine andere Besonderheit geben.
Stimmt, das ist Bathynella, unser Höhlenkrebs, den es schon vor Millionen von Jahren auf, genauer gesagt unter der Erde, gegeben hat. Er ist so winzig, dass man ihn mit bloßem Auge gar nicht sehen kann. Das geht nur mit dem Mikroskop. Aber wir haben ihn vergrößert, auch als Kuscheltier, zum Mitnehmen.

Die Fragen stellte Josef Hofbauer
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