Genau 20 Jahre ist es her, dass sich die Forchheimer Filmgruppe - ein Verbund aus filmbegeisterten Menschen - gegründet hat. Auch wenn sich die Filmgruppe in dieser Konstellation bereits vor ein paar Jahren aufgelöst hat, kamen jetzt einzelne Mitglieder von damals zusammen, um einen Kurzfilm zu drehen. "Die Grube" war entstanden.

Jede Menge zögerlichen Beifall bekamen Filmemacher Kari Hennig und sein Filmteam für den neuesten Streifen "Die Grube", die am vergangenen Samstag im Jungen Theater erstmals gezeigt wurde. Es ist ein Filmbeitrag, der für Diskussion sorgt, nicht zuletzt deswegen, weil er unter die Haut geht. Gemeint ist damit der neue Kurzfilm des Forchheimer Regisseurs Kari Hennig, der am vergangenen Samstagabend im Jungen Theater Forchheim einem ausgewählten Kreis an Ehrengästen offiziell vorgestellt wurde, bevor das Filmprojekt am kommenden Wochenende nun auch für die Öffentlichkeit im Jungen Theater Forchheim zu sehen sein wird.

Eingangs der Premierenvorstellung des Kurzfilms "Die Grube" spielte die Band "Over the counter" die - passend zum Film - traurig wirkende Filmmusik live. Danach betraten mit dem Forchheimer Filmregisseur Kari Henning und mit Ute Janson die beiden Hauptakteure die Bühne, die quasi - wie sie selbst sagten - den Film "verbrochen" hatten. Fast hätte die Forchheimer Filmgruppe - ein Zusammenschluss "filmebegeisterter" Männer und Frauen, die sich 1996 in Forchheim um Kari Hennig zur Forchheimer Filmgruppe zusammenschlossen, in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum feiern können, doch die Gruppe gibt es in dieser Form so nicht mehr, erzählt Hennig.

Die Mitglieder von damals seien nun - beruflich, aber auch privatbedingt - nun verstreut über Deutschland. Der Filmgedanke sei aber weiterhin am Leben geblieben, so Hennig, der deswegen immer wieder zu neuen Filmprojekten aufrief. Die Filme seien von mal zu mal professioneller geworden, erzählt Hennig. Neben verschiedenen Kurzfilmen wurde auch der eine oder andere "abendfüllende" Film mit einer Spieldauer von 75 Minuten gedreht.
Vor kurzem habe er die ehemaligen Mitglieder der Filmgruppe kontaktiert und gesagt, dass er einen Film drehen wolle, und einige Mitglieder sagten direkt zu und kamen für die Dreharbeiten in den Landkreis Forchheim. Neben zwei professionellen Schauspielern habe man sich auch Mitglieder des Arbeitskreises Video des Stadtjugendrings Münchberg als Laienschauspieler mit eingebunden. Die Dreharbeiten fanden in einem Wald nahe Effeltrich statt (wir berichteten).

Die Geschichte des neuesten Projekts, des Kurzfilms "Die Grube", hat Tiefgang und scheint aktueller denn je. "Die Grube" stehe damals wie auch heute als Sinnbild für die Falle, in der sich Menschen beispielsweise wegen ihrer Religion oder ihrer Nationalität befinden würden, so Hennig. Die Intention des Filmes sei gewesen, zu zeigen, was passiert, wenn man in so einer Falle sitzt, so der Filmemacher weiter.

Kurz zum Inhalt: Zwei deutsche Brüder verfolgen in einem Waldstück zwei Judenjungen. Der ältere der beiden Brüder erschießt einen der beiden Judenjungen auf der Flucht. Seinen Bruder beauftragt er damit, den anderen Jungen, der versehentlich in eine Grube im Wald gerutscht ist, ebenfalls zu erschießen. Was dann passiert, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Zu sehen ist der 14-minütige Film und das Making-Off am Samstag, 18. Juni, um 19.30 Uhr und 20.30 Uhr im Jungen Theater in Forchheim. Der Eintritt kostet drei Euro.

Und wie geht es jetzt mit dem Film weiter? Der Streifen wurde bei verschiedenen Filmwettbewerben eingereicht. Jetzt heißt es abwarten und Daumen drücken, ob der Film vielleicht den einen oder anderen Preis abräumen kann. Das Filmteam jedenfalls feierte am vergangenen Samstag die Premiere des neuen Streifens und zwar zurecht. Es ist ein Kurzfilm entstanden, der unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt.

Kurz erinnerte Hennig im Vorspann der Filmpremiere auch an die Weiterentwicklung der Kameratechnik über die 20 Jahre hinweg. 1996, beim ersten Projekt, habe man noch mit einer ganz einfachen "Super-8-Kamera" gearbeitet; 2016 wurde sogar eine Drohne für Luftaufnahmen eingesetzt.