Der Sommer ist noch nicht vorbei, aber eins steht jetzt schon fest: der Fremdenverkehr boomt in der Fränkischen Schweiz. Bei den Übernachtungszahlen hat es im ersten Halbjahr diesen Jahres bereits ein sattes Plus von 16,4 Prozent gegeben.
Viele Hotels investieren, setzen noch mehr auf Qualität und zeigen dies auch selbstbewusst nach Außen. "Wir haben renoviert und uns natürlich auch wieder klassifizieren lassen. Wir freuen uns, dass wir wieder vier Sterne bekommen haben", sagt Andreas Bugl vom Hotel Goldener Stern in Muggendorf.
Annette Bauernschmitt setzt mit ihrem gleichnamigen Landgasthof in Kirchenbirkig bei Pottenstein auch auf Qualität. "Wir sind ein fränkisches Familienhotel, das mit der Zeit geht", sagt die Hotel-Chefin. Der Anspruch der Gäste sei gestiegen, erzählt sie. Besonders durch einen Golfplatz im Pottensteiner Ortsteil Weidenloh habe sich das Publikum geändert. So sei auch das Niveau des Hauses gestiegen. Der Ur-Großvater habe noch mit ein paar Zimmern über der eigenen Metzgerei angefangen. Heute sind die Duschen aus den Gängen längst verschwunden und man punktet sogar mit Sauna und Wellness bei den Gästen. "Die Sterne sind nicht zum Angeben da", sagt Georg Hötzelein vom Berggasthof Regensberg. Dem Kreisvorsitzenden des Hotel-und Gaststättenverbandes gehe es viel mehr um Transparenz für die Gäste. Und darum, fränkische Qualität zu fränkischen Preisen anbieten zu können.

Qualität hat seinen Preis


Sandra Schneider von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz will auch die Eigentümer von Ferienwohnungen in der Fränkischen Schweiz animieren, auf Qualität zu setzen. Ein Weg sei die Klassifizierung.
Gibt es einen Backofen, eine Waschmaschine und sogar drahtloses Internet? Je nach Ausstattung vergeben die Damen von der Tourismuszentrale einen bis fünf Sterne.
"Was bringt mir das?", würden freilich viele Anbieter fragen. Einerseits gehe es um Beratung, um die Qualität des Ferienangebots zu steigern. Andererseits wolle der Gast wissen, was ihn erwartet. Stichwort: Transparenz. Hintergrund dieser Entwicklung sind die zunehmenden Buchungen im Internet. "Wir wollen mehr Qualität anbieten und uns nicht unter Wert verkaufen", sagt Sandra Schneider. Schließlich müsse man daran denken, in guten Zeiten auch Geld für zukünftige Investitionen zurückzulegen.
Apropos Geld: Die Klassifizierung kostet freilich. 79 Euro muss berappen, wer sich um die Sterne bewerben will. Derzeit sind 128 Ferienwohnungen in der Fränkischen Schweiz klassifiziert. Die meisten Ferien-Appartements haben drei oder vier Sterne. Nur vier Wohnungen haben mit 5-Sternen die Bestnote verliehen bekommen. Die Klassifizierung muss alle drei Jahre erneuert werden.
Derzeit können über die Tourismuszentrale 324 Ferienwohnungen unter www.fraenkische-schweiz.com/unterkunft.html online gebucht werden. Zahlreiche Anbieter haben wie Agnes Herlitz aus Ebermannstadt auch ihre eigene Homepage im Netz. Dort wirbt sie für ihre 70 Quadratmeter-Wohnung, mit zwei Schlaf-, einem Wohn- und Esszimmer plus Küche und Bad. Stolz wirbt Agnes Herlitz mit ihren drei frischgekürten Sternen bei Feriengästen für ihr Fachwerkhaus.
Die Preise für eine Ferienwohnung für zwei Personen liegen derzeit bei rund 30 Euro pro Tag. Ein Hotel-Zimmer in der "Fränkischen" kostet rund 40 Euro am Tag.