Weingarts
Abschuss

Mehr Rehe getötet als nötig

Die Hegeschau in Weingarts dokumentierte die Jagdfreude in der Kreisgruppe Forchheim des Bayerischen Landesjagdverbandes; aber auch die Ohnmacht der Jäger gegenüber den Wildschweinen.
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Bewunderer von Trophäen: Bernhard Hauser, Jürgen Kupfer, Helmut Zenker und Erich Fiedler (von links).  Foto: Galster
Bewunderer von Trophäen: Bernhard Hauser, Jürgen Kupfer, Helmut Zenker und Erich Fiedler (von links). Foto: Galster
Die Kreisgruppe Forchheim des Bayerischen Landesjagdverbandes und die untere Jagdbehörde des Landratsamtes Forchheim hatten die Öffentlichkeit zur Hegeschau in der Sportgaststätte Weingarts eingeladen. Gerhard Kaul und seine Weingartser Helfer hatten im Saal den aufwendigen Aufbau mit der Dekoration vorgenommen. 647 Rehwildtrophäen und 11 von Keilern waren dieses Jahr zu bewundern.
Gerade das Schwarzwild, das wird in den Gesprächen immer wieder deutlich, bereitet großes Kopfzerberechen. Der Vorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes der Kreisgruppe Forchheim, Helmut Zenker, moderierte im Anschluss an die Schau die Besprechung der Fachkreise. Kreisjagdberater Erich Fiedler betonte, dass das Vegetationsgutachten 2012, aufgenommen in 131 Revieren, positiv ausgefallen sei. Drei fielen günstig aus, das heißt: Abschuss absenken. 32 zu hoch, das heißt Abschuss um fünf Prozent erhöhen. Im Rest der Reviere fiel tragbar aus.


481 Böcke als Verkehrsopfer

Dies ist die Leitlinie für die nächsten drei Jahre, der Verbiss bei Rehwild sei deutlich zurück gegangen. In den neun Hege-Gemeinschaften wurden auf 58 505 Hektar Jagdfläche 2203 Böcke erlegt, davon 481 Fallwild. Das bedeutet, dass 21 Prozent dem Straßenverkehr zum Opfer fielen.
Die Schwarzwildpopultion sei "ansteigend und immer schwieriger zu bejagen". Grund sind einmal die großen Maisschläge, die Sauen werden laut Fiedler "immer intelligenter und stellen ihr Vorgehen auf die Jäger ein". Rückblicken betonte der Kreisjagdberater, dass die Walbauern, Landwirte und Jäger sehr gut zusammengearbeitet haben. Nur im gemeinsamen Dialog habe man eine Chance, das Schwarzwild in den Griff zu bekommen. Er prognostiziert hier ein langfristiges Problem.
Im abgelaufenen Jagdjahr kamen 257 Stück Schwarzwild zur Strecke, davon 6,2 Prozent durch den Straßenverkehr. Fiedler nannte weitere Zahlen im Jagdjahr. So wurden 1036 Feldhasen, 864 Wildkaninchen, 1250 Füchse, 299 Steinmarder, 25 Baumarder, 79 Hermelin, 62 Mauswiesel und 289 Dachse erlegt.
Regierungsamtsrat Jürgen Kupfer von der Unteren Jagdbehörde gab einen Überblick mit einigen statistischen Zahlen. So zählt der Landkreis Forchheim 115 Gemeinschaftsreviere, sieben Staatsreviere der bayerischen Forsten und zwölf sonstige Eigenjagdreviere.
Die Jagdpacht beträgt insgesamt 258 548 Euro oder pro Hektar 4,2 Euro. Im Landkreis waren in der Planperiode 2010 - 2012 genau 7717 Stück Rehwild zu erlegen. Tatsächlich wurde der Abschuss inklusive Fallwild mit 7773 Stück übererfüllt. Dem Amt für Landwirtschaft Bamberg dankte er ausdrücklich für die Erstellung des Vegetationsgutachtens für 2012, das in einem sehr transparenten Verfahren eine gut Grundlage für die Abschuss-Planung geschaffen habe. Kupfer kam auch am Thema Schwarzwild nicht vorbei.

Frauen sind gefragt

Nach seinen Unterlagen nahm die Population im Landkreis von 265 im Zeitraum 1998 bis 2000 auf 739 im Zeitraum 2010 bis1012 zu. "Das Thema Schadensersatzforderungen in diesem Zusammenhang ist am besten im Einzelfall zwischen den Beteiligten, der Jagdgenossenschaft und dem Jäger auszuhandeln", empfahl Kupfer. "Es ist ein komplexes Thema".
Zum Schluss rief Kupfer die Frauen auf, mehr Verantwortung in den Jagdgenossenschaften und Revieren zu übernehmen. Die Quote in den Führungsfunktionen gehe hier gegen null, was er mit Schrecken festgestellt habe.
Bernhard Hauser, Leiter des Veterinäramtes am Landratsamt Forchheim, referierte zum Thema Tierseuchengeschehen im Jahre 2012. Die Hegeschau der Jäger sei letztlich ein wichtiger Beitrag zur Umweltinformation für Behörden und Öffentlichkeit. Mit der Hegeschau wird letztlich das alte Jagdjahr abgeschlossen und das neue begonnen.
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