Mühlhausen
Sperre

Lkw-Unfall legt A 3 lahm

Nachdem zwischen dem Rasthof Steigerwald und Höchstadt-Nord ein Silozug auf einen Gefahrgutlaster geprallt war, waren die Helfer die ganze Nacht im Einsatz.
Artikel drucken Artikel einbetten
+3 Bilder
Nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Lastwagen war die A 3 in Fahrtrichtung Nürnberg am Dienstagabend in Fahrtrichtung Nürnberg zwischen dem Rasthof Steigerwald und der Anschlussstelle Höchstadt-Nord mehr als drei Stunden total gesperrt. Wie es im Pressebericht des Kreisfeuerwehrverbands heißt, musste zum einen einer der Brummi-Lenker mit großem technischen Aufwand aus seinem völlig deformierten Führerhaus befreit werden, zum anderen trat aus dem zweiten beteiligten Lkw eine säurehaltige Flüssigkeit aus.
Nach dem Einsatzkräfte um 18.44 Uhr informiert worden waren, stellte sich vor Ort heraus, dass ein Sattelzug, beladen mit Stückgut, Paletten und Fässern, aufgrund der Verkehrslage hatte abbremsen müssen.



Führerhaus reißt ab

Der Fahrer eines nachfolgenden Silozuges hatte dies wohl zu spät bemerkt: Er hatte zwar noch versucht, auf die Standspur auszuweichen, war aber trotzdem mit großer Wucht gegen die hintere rechte Ecke des Planenaufliegers geprallt. Dabei riss das Führerhaus ab und wurde mit großer Gewalt um rund 45 Grad auf dem Fahrgestell herumgedreht, wobei der Trucker mit seinen Beinen im Bereich der Lenksäule eingeklemmt wurde.
Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sicherten die Einsatzstelle bis zum Eintreffen der Rettungskräfte ab. Der verletzte Fahrer wurde von der Feuerwehr Wachenroth, unterstützt durch die Feuerwehr Höchstadt, mit hydraulischen Rettungsgeräten nach aufwendiger Arbeit aus seinem Fahrzeugwrack befreit und nach der notärztlichen Erstversorgung vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht.

Bei der Kontrolle des vorausfahrenden Lkw stellten die Einsatzkräfte fest, dass im Bereich der hinteren Achse des Aufliegers eine unbekannte Flüssigkeit von der Ladefläche tropfte. Aus diesem Grund wurde der Fachberater "Gefahrgut" des Landkreises Erlangen-Höchstadt nachalarmiert.

Die umgehend eingeleitete Recherche anhand der Ladungspapiere sowie per E-Mail durch die Lieferfirma zur Verfügung gestellter Sicherheitsdatenblätter ergab, dass es sich um eine säurehaltige Flüssigkeit, eingesetzt in der Leder- und Pelzindustrie, handelte.

Um ein Eindringen in den Boden sowie den Kontakt mit Einsatzkräften und -mitteln zu verhindern, wurde der ausgelaufene Teil der Flüssigkeit von den Aktiven der Feuerwehr Adelsdorf, die sich mit schwerem Atemschutz und Chemikalienschutzkleidung ausgerüstet hatten, gebunden. Gleichzeitig wurden im unmittelbaren Gefahrenbereich Messungen der Umgebungsluft durchgeführt, die jedoch keinen Anlass zu Bedenken gaben. Der Einsatz der rund 50 Feuerwehrleute wurde dabei durch den Rettungsdienst von Rotem Kreuz und Johannitern medizinisch abgesichert.


Bergung auf leerem Parkplatz

Nachdem der vordere Lastwagen noch fahrbereit war und die Autobahn aufgrund des Staus möglichst schnell geräumt werden musste, wurde er unter Begleitung durch die Feuerwehr anschließend zum nächsten, inzwischen leeren Rastplatz gebracht, wo durch das THW aus Baiersdorf die havarierte Ladung geborgen und in einen dichten Behälter umgeladen wurde.

Nach dem Abtransport des Silozugs durch ein Bergungsunternehmen, der fachgerechten Aufnahme des Gefahrguts und der notwendigen Fahrbahnreinigung konnte die Autobahn nach über drei Stunden Sperre wieder freigegeben werden. red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren