Obertrubach
Kirche

Lichtfest soll kein Spektakel werden

Die Ewige Anbetung in Obertrubach ist längst auch eine Attraktion für viele Besucher. Für Pfarrer Werner Wolf muss der Glaube im Vordergrund stehen .
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Obertrubach im Schein der vielen Wachslichter Foto: Franz Galster
Obertrubach im Schein der vielen Wachslichter Foto: Franz Galster
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Einen guten Draht haben die Obertrubacher offensichtlich zum Himmel. Zumindest für die Ewige Anbetung traf dies zu. Rechtzeitig zum Fest legte sich eine leichte Schneedecke bei angenehmen winterlichen Temperaturen über das Land.

Tausende von Wachslichtern hatten ehrenamtliche Helfer vorbereitet und über die Hänge rund um den malerischen Ort verteilt. Der Ort selbst hatte sich mit zahlreichen Lichtern und religiösen Symbolen geschmückt. Die zahlreichen Teilnehmer zogen vom Rathaus zur letzten Betstunde in der Pfarrkirche St. Laurentius ein. Pfarrer Werner Wolf und zahlreiche kirchliche Würdenträger feierten mit, unter ihnen Monsignore Andreas Strauch aus Bayreuth, Domkapitular und Regionaldekan Josef Zerndl, Bayreuth.


"Einen gemeinsamen Gott"

48 Ortsteile auf 60 Quadratkilometern Fläche umfasst die Pfarrgemeinde Obertrubach, stellte Wolf das Umfeld knapp vor. Dies ist die zweitgrößte Fläche in der Erzdiözese Bamberg. Sie reicht über die Landkreisgrenze Forchheims nach Bayreuth hinüber. Die Mehrzahl der Bürger sei evangelisch. "Wir haben aber alle einen gemeinsamen Gott", betonte Wolf und verwies auch auf das Lutherjahr. Aus einer evangelischen Heimat kommend, fühle er sich seinen evangelischen Mitchristen sehr verbunden.

"Ich wurde die letzten Tage oft angerufen, wann das Lichterfest beginnt", sagte Wolf in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus. Er habe betont, dass es hier um die Ewige Anbetung geht, die von Lichtern erleuchtet wird. Vielleicht könnte man sagen, der Pfarrort mit seiner Umgebung schmückt sich für diesen seit 1757 eingeführten religiösen Brauch. "Für manchen mag es reine Romantik sein, für uns ist es Zeugnis des Glaubens", betonte Wolf nachdrücklich.


Verkaufsbuden sind unerwünscht

Jedes Jahr achtet der Pfarrer streng darauf, dass dieser Tag nicht in die falsche Richtung abgleitet. Verkaufsbuden, Böller oder Raketen sind absolut unerwünscht. So etwas wie Andacht kehrt so bei manchem Betrachter ein. Von der Höhe schauen bei einbrechender Dunkelheit viele Besucher hinab auf die Kirche, das Dorf und die umliegenden Hänge. Zügig entzünden die vielen Helfer die vorbereiteten Wachslichter. Die gemeindlichen Feuerwehren sperren rechtzeitig vor der Prozession die Durchgangsstraßen des Ortes.

Für eine Weile hält die Umgebung den Atem an. Stille kehrt ein. Je mehr das Tageslicht schwindet, desto stärker entwickeln die Lichter ihren Schein. Leise fallen einige Schneeflocken vom Himmel. Die weiße Pracht reflektiert zusätzlich tausendfach den Lichterschein. Die Szene lädt den Betrachter zur Stille und Einkehr ein.

Drunten im Dorf öffnen sich die Kirchentüren. Der Prozessionszug setzt sich langsam in Bewegung, bahnt sich seinen Weg durch die überfüllten Straßen. Feuerwehrmänner mit Fackeln flankieren das Allerheiligste. Viele Gläubigen führen Kerzenlichter mit. Selbstverständlich, dass alle Vereinsfahnen dabei sind. Die übrigen Besucher am Straßenrand sind eingeladen, sich dem Zug anzuschließen. Die meisten tun es, es geht ruhig vor sich und wie von alleine. Besucher aus Niedersachsen und aus Neuseeland sind ebenso dabei wie zahlreiche Teilnehmer aus der Metropolregion Nürnberg.

Die Jugendblaskapelle Obertrubach begleitet die Gesänge. Mit dem bekannten "Großer Gott wir loben dich" ziehen die Teilnehmer nach dem Weg durch das Dorf wieder in die Pfarrkirche ein, schließt sich der harmonische, religiöse Kreis. So, wie es das Anliegen von Pfarrer Wolf ist.
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