Forchheim
Selbstbedienung

Lebensmittel aus dem Automaten: Viele Möglichkeiten im Kreis Forchheim

Egal ob Fleisch, Käse, Eier oder Milch - Nahrung aus dem Automaten wird immer beliebter. Auch im Kreis Forchheim nimmt der Trend zu. Doch was genau hat es damit auf sich?
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Die Milchtankstelle Fotos: Saskia Bleher
Die Milchtankstelle Fotos: Saskia Bleher
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Es ist vier Uhr nachts. Der Magen knurrt. Auf dem Heimweg von der Party wird der Hunger immer größer. Doch kein Supermarkt hat mehr geöffnet. Was tun? In dieser oder einer ähnlichen Situation haben sich wahrscheinlich schon viele befunden. Während früher nichts gegen das drängende Hungergefühl getan werden konnte, gibt es heute eine Lösung: Selbstbedienungsautomaten.

Im Kreis Forchheim gibt es bereits mehrere dieser Art. Einer davon ist der Regiomat in Rüssenbach. Auf dem Angushof von Familie Dittrich können seit knapp drei Jahren 24 Stunden am Tag diverse Fleischspezialitäten erworben werden.

"Wir bereiten täglich frische Sandwiches zu. Zudem kann neben zahlreichen Wurstsorten auch Sauerbraten oder Curry Wurst gekauft werden", erzählt Elisabeth Dittrich. Das Angebot wechsele dabei täglich. "Früher haben die Leute immer abends oder sonntags bei uns geklingelt, wenn die Metzgerei geschlossen hatte, weil sie noch Ware kaufen wollten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, einen Automaten anzuschaffen", erklärt die 58-Jährige.

Auch wenn man durch dieses Angebot nicht reich werden würde, lohnt es sich durchaus, da es sehr viele Menschen nutzen, meint sie.


Eier zum Mitnehmen

Auch Karin und Wolfgang Dorn von Schnorrs-Eierfarm in Niedermirsberg haben sich für ein ähnliches Angebot entschieden.

Anders als bei Familie Dittrich gibt es jedoch keinen Automaten, in den Geld geworfen werden muss, um ihn zu bedienen. In diesem Fall vertrauen die Dorns ihren Kunden und deren Ehrlichkeit. "Seit drei Jahren haben wir einen Kühlschrank, aus dem sich jeder Eier und Nudeln nehmen kann", sagt Wolfgang Dorn. "Gezahlt wird, indem man das Geld in einen dafür vorgesehenen Geldbeutel legt."

Täglich kommen rund 15 Kunden, die dieses Angebot nutzen. "Diese nehmen oftmals sogar eine längere Anfahrtszeit in Kauf und schauen nach, wie es unseren 450 Hühnern geht", erzählt Karin Dorn stolz. In den Kühlschrank investiert zu haben, bereuen sie nicht. "Man muss nicht mehr daheim sein, um Kunden bedienen zu können. Das ist das A und O", fasst Wolfgang Dorn die Vorteile zusammen.


Käse und Milch

Wer statt Fleisch und Eier lieber Käse verzehren möchte, ist in Gaiganz richtig. Dort gibt es seit kurzem die sogenannte Käsekiste. Hier kann der Kunde aus fünf verschiedenen Sorten wählen. Im Sortiment befinden sich unter anderem der MeiKäs Chilli und der MeiKäs Boxhornklee.

Insgesamt 88 Milchkühe sorgen auf dem Hof von Familie Meister für ausreichend Milch. Ein Teil von dieser wird in eine Käserei in Gutstetten gebracht, in welcher innerhalb von vier Wochen der Käse produziert wird, wie Christine Meister erzählt.

Doch nicht nur Speisen können auf diese Weise erworben werden, auch Milch gibt es aus dem Automaten. Auf dem Bauernhof von Familie Hänfling steht seit April 2014 eine sogenannte Milchtankstelle, aus der frische Rohmilch gezapft werden kann.

Die Tankstelle befindet sich direkt neben dem Kuhstall, in dem 65 Kühe leben. "Eine transparente Milchviehhaltung ist uns wichtig. Dadurch haben unsere Kunden einen direkten Bezug zu den Kühen und sehen, woher die Milch kommt", sagt Elisa Hänfling. Die Investition in den Automaten hat sich für die Familie gelohnt. "Nicht nur unser Erlös ist gestiegen, wir haben auch viele Stammkunden, die regelmäßig Milch holen", erzählt Rudolf Hänfling.
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