Forchheim
Benefizaktion

Kulturtafel hat Erlebnisse zu verschenken

Ob Literatur oder doch ein sportliches Erlebnis - für unterschiedliche Veranstaltungen wurden kostenlose Karten von der Kulturtafel Forchheim gesammelt.
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Jutta Dafner und Heidi Müller stellen die "Rowerna" dar.  Foto: Pauline Lindner
Jutta Dafner und Heidi Müller stellen die "Rowerna" dar. Foto: Pauline Lindner
Das erste Jahr der Kulturtafel Forchheim ist erfolgreich verlaufen. 332 Karten für kulturelle und sportliche Veranstaltungen konnten die Initiatoren um Jutta und Ludwig Dafner mit Hilfe von Werner Lorenz von der Caritas Menschen zukommen lassen, deren finanzielle Lage den Erwerb unmöglich macht.

Karin Lyga, die zu den Kartensammelboten gehört, hat die gespendeten Karten nach Sparten sortiert. 66 mal gab es Eintrittskarten für sportliche Veranstaltungen, zum Beispiel Dauerkarten des Handballclubs oder für die DJK Kersbach. Auch die Brose Baskets in Bamberg haben - aus Wertschätzung für die örtliche Kulturtafel - welche angeboten. Doch hier mussten die Verantwortlichen der Kulturtafel abwinken, weil hier auch noch die Fahrkosten zu stemmen gewesen wären.


Viel Theater und Kunst

32 Karten für Konzerte aller Richtungen gab es und 233 aus der breiten Palette Theater, Kunst und Literatur. Lorenz erinnerte hier als Beispiel an die alleinerziehnde Mutter, die mit ihren Kindern "Peter und der Wolf" anschauen konnte.

"Ich bin in der glücklichen Lage, in die Gesichter schauen zu können", bekannte Lorenz. Erst sehe er Zweifel, dann Überraschung. "Und dann strahlen sie mich an." Sein Vorteil ist, dass er die Empfänger oft schon viele Jahre kennt. Dennoch war er erstaunt darüber, dass er auch einigen vermeintlich kulturfernen Menschen damit eine Freude machen konnte.

Aber auch Absagen erhielt er, teils von Leuten, von denen er das nicht erwartet hätte. "Das hat punktuell auch mit Scham zu tun", weiß er.
Eine der Erfahrungen, die er gemacht hat, war: Im Juli und August gibt es in Forchheim kaum kostenpflichtige Kulturveranstaltungen. Auch sie sollen in Zukunft beworben werden, in dem die Veranstalter ihre Einladungsflyer der Caritas zur Verfügung stellen.
Für Veranstaltungen, die Karten nur an der Abendkasse verkaufen, schlug Heinrich Kredel vom Musikverein Forchheim-Buckenhofen vor, sollen Gutscheine hinterlegt werden, die dann in freien Eintritt umgewandelt werden können.

Bedenken, man stigmatisiere so jemanden, hatte Lorenz nicht. "DieLeute gehen hin, weil sie speziell angesprochen wurden."
Ludwig Dafner beklagte allerdings mangelnde Vernetzung zu den sozialen Organisationen. Man werde schlicht vergessen und nicht in Listen aufgenommen. "Kultur und Sport in Gemeinschaft erleben ist doch etwas ganz Anderes als daheim vor dem Fernseher sitzen", griff Manfred Hümmer von den Freien Wählern den Anfangsgedanken auf.

Das Ehepaar Dafner ist neben der Kulturtafel auch beim Statttheater engagiert. So baten sie ihre Schauspielerkollegen um einen Auftritt. Das Ensemble bat wiederum die Zuschauer, ihnen einen typisch fränkischen Begriff zu nennen. Beim Scharadespiel mussten diese dann erraten werden.
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