Egloffstein
Finanzierung

Kostenlawine im Straßenbau

Die Sanierungsarbeiten zwischen Schweinthal und Schlehenmühle kosten 45 000 Euro mehr als geplant. Gerade stehen muss Egloffstein aber nur für gut 13 000 Euro.
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Kontrovers diskutiert wurde in der jüngsten Sitzung des Egloffsteiner Gemeinderats, dass die Kosten für die Beräumung eines Hanges um fast 50 Prozent gestiegen sind. Der Hang liegt an der Straße zwischen Schweinthal und Schlehenmühle, die seit Monaten saniert wird.

Letzen Endes kommen auf die Gemeinde Mehrkosten in Höhe von 13 500 Euro zu. Stärker noch als die bloße Summe stieß einigen Gemeinderäten aber die Tatsache auf, dass die Kostensteigerung erst dann bekannt geworden war, als die Abräumarbeiten schon abgeschlossen gewesen sind. Gemeinderat Günther Polster, der auch den Bauhof leitet, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man sich durchaus einen Teil der Mehrkosten hätte sparen können. Voraussetzung dafür wäre aber gewesen, dass man sich im Voraus Gedanken gemacht hätte. So habe die Abräumfirma beispielsweise nicht darauf geachtet, wohin die abgelösten Steine fielen - und so fielen viele Brocken hinunter ins Tal, von wo sie wieder mühsam hoch geschafft werden müssen."Hätte man die vorher im Zuge der Straßensanierung abgesägten Bäume als Schutzwall in den Hang gelegt, wären die meisten Steine dort hängen geblieben und hätten problemlos entsorgt werden können", mutmaßte Polster.

"Die falschen Leute"


Gemeinderat Werner Distler stieß ins dasselbe Horn: "Hätten wir früher von der Kostenmehrung gewusst, hätten wir nach Alternativen suchen können mit dem Ziel der Kosteneinsparung".

Und der Gemeinderatssenior Uli Ummelmann stellte fest: "Mich ärgert, dass bisher jedes Projekt in der Gemeinde um 20 bis 30 Prozent teurer geworden ist als ursprünglich geplant." Und dies, obwohl die Planungen immer von Fachleuten durchgeführt worden seien, "die das nicht zum ersten Mal machen und Erfahrung darin haben". Dies lasse offensichtlich nur einen Schluss zu: "So sind es offensichtlich die falschen Leute, die wir damit beauftragen."

Diesen Vorwurf ließ Bauleiter Thomas Kohlmann vom planenden Ingenieurbüro Höhnen und Partner aus Bamberg allerdings nicht unwidersprochen im Raum stehen. Er begründete die Mehrkosten in erster Linie damit, "dass man bei der Ausschreibung nicht genau sehen konnte, in welchem Zustand sich der Fels unterhalb des Mutterbodens befindet".

Außerdem habe man die Straße etwas tiefer in den Hang hinein verlegt, um Kosten zu sparen. Es musste laut Kohlmann deshalb mehr Felsabraum weggeschafft werden, als ursprünglich vorgesehen .
Außerdem habe man die Landesgewerbeanstalt mit in die Überlegungen einbezogen und deren Rat befolgt, ergänzte Egloffsteins Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU).

Die Felsabräumung war mit ursprünglich 99 000 Euro veranschlagt gewesen, rechnete Kohlmann vor. Durch die Felsmehrung kamen Kosten von zusätzlich 45 000 Euro hinzu. Da jedoch auch die Mehrkosten zuschussfähig sind, bleiben der Gemeinde Restkosten von 30 Prozent. Das sind rund 13 500 Euro rechnete Kohlmann weiter vor. Auf die Frage der Gemeinderätin Regina Löhrl, ob der Kostenrahmen mit einem Volumen von über einer Million Euro eingehalten werden kann, antwortete Kohlmann: "Ja, im Großen und Ganzen schon."
Kohlmann geht derzeit davon aus, dass der betreffende Straßenabschnitt Ende Oktober oder Anfang November fertig gestellt wird. In einer anderen Angelegenheit kam von Günther Polster noch der Vorschlag, einen gemeindlichen Wegewart anzustellen, der sich um die 180 Kilometer Wanderwege im Gemeindegebiet und die rund 250 Ruhebänken kümmert. "Und wenn wir das mit anderen Gemeinden zusammen machen, sind Zuschüsse aus EU-Mitteln möglich", sagte er. Jedenfalls, so die Ansicht Polsters, kann der bisherige ehrenamtlich tätige Wegewart der FSV-Ortsgruppe Egloffstein "diese Aufgabe alleine nicht mehr Schultern, das ist zu viel".
Bürgermeister Förtsch wies auf die bevorstehende Versammlung des Fränkische-Schweiz- Vereins mit den Wegemeistern hin. Dort soll das Thema und auch eine einheitliche Beschilderung für die gesamte Region besprochen werden.























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