Neunkirchen am Brand
Handwerk

Kleine Kunstwerke aus Holz

Wahrscheinlich ist Franz Zettl sein Faible für das Schnitzen von Figuren bereits in die Wiege gelegt worden.
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Foto: Petra Malbrich
Foto: Petra Malbrich
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Krippenfiguren, Kreuze und auch Heiligenfiguren zu schnitzen, ist und bleibt das Hobby von Franz Zettl. Anderen Menschen damit eine Freude zu bereiten, ist sein Wunsch. Deshalb auch verkauft er seine Figuren auch nicht, sondern verschenkt sie nur.

Den Bewohnern des Caritas Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth schnitzte er so beispielsweise eine Krippe mit 35 Zentimeter großen Figuren. Das Besondere an dieser Krippe: Die Figuren sind mit echten Kleidern angezogen, die eigens Mathilde Ascher, die Schwiegermutter des Hobbyschnitzers, genäht hat. "Es freut mich zu sehen, wenn die alten Menschen in ihrem Rollstuhl vor der Krippe sitzen", sagt ein berührter Zettl. Eine Frau habe vor einigen Jahren sogar eine der Figuren mit in ihr Zimmer genommen. Auf einer Fläche von 1,50 Meter auf 80 Zentimeter hat Zettel die Weihnachtsnacht in Szene gesetzt.

Eine Art Turm, welcher der Effeltricher Wehrmauer gleicht, ließ Zettl aus Holzklötzen entstehen und baute einen Stall daran. Jesus kann in der Krippe liegen oder von seiner Mutter Maria in den Arm genommen werden. Ochs und Esel sind bei dem Heiland. Auch Josef ist dort, die heiligen drei Könige, zwei Hirten, ein Mädchen und ein Junge, der einen Teddy im Arm hält, will Jesus ebenfalls sehen.
In den kommenden Tagen wird die Krippe im Heim wieder aufgebaut. So wie dies seit 14 Jahren der Fall ist.


Das Holz muss trocken sein

Das Faible fürs Schnitzen ist Franz Zettl wohl in die Wiege gelegt worden. Zettls Vater stammte aus dem Erzgebirge und ein Verwandter verstand es, Krippen im Erzgebirge-Stil zu schnitzen. "Das wollte ich auch probieren", erklärt Zettl.

Das dafür notwendige Holz zu bekommen, war nicht so schwierig. Als Rentner war Zettls Vater oft unterwegs, und wenn eine Linde gefällt wurde, fragte er nach. Dicke, bis zehn Zentimeter starke Bretter lagerte Zettl dann einige Jahre lang. Denn das fürs Schnitzen verwendete Holz muss trocken sein.
Zettels erste Arbeiten waren allerdings keine Ikonen, sondern die Astgesichter, die so mancher aus einem Österreich-Urlaub kennt. Später begann Zettl mit seinen ersten Krippenfiguren. Die Figuren aus einer Kunststoffkrippe dienten zunächst als Vorlage. Aber: "Die Augen sahen eher wie Löcher aus", erinnert sich der Neunkirchner. Zufällig stieß er auf das Angebot "Krippen und Krippenfiguren schnitzen" der VHS Forchheim.

Dort lernte Zettl dann, wie man ein Messer richtig schleift, wie man die richtigen Verhältnisse bei den Figuren schafft und natürlich, wie Augen, Mund und Nase geschnitzt werden. Ein Jahr hat der 69-Jährige an der Krippe für das Heim gearbeitet. Die meisten Neunkirchner kennen Franz Zettls selbstgeschnitzte Weihnachtskrippe gut, ist sie doch seit 25 Jahren Bestandteil der Krippenausstellung in der Katharinenkapelle.

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